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100. Jubiläum mit großen Veranstaltungen und Aktionen

Reit im Winkl. »Wir haben den richtigen Ort für die Veranstaltung gewählt, hier liegt bereits der Schnee, den wir im Winter brauchen, sagte Landrat Hermann Steinmaßl, Vorsitzender des Chiemgau Tourismus, beim Tourismustag im Festsaal Reit im Winkl. Zunächst stand die Mitgliederversammlung mit einem Rückblick auf das 100. Jubiläum auf dem Programm. Das Leitbild für den Chiemgau - »Bayerns Lächeln« unter dem Motto »Der Tradition verpflichtet. Der Zukunft zugewandt« stand im zweiten Teil im Mittelpunkt. Die regionale Fachausstellung touristischer Netzwerkpartner, die nach der Mitgliederversammlung eröffnet wurde, rundete den Tourismustag ab.

»Es geht aufwärts«, stellte Landrat Hermann Steinmaßl,Vorsitzender des Chiemgau Tourismus, beim Tourismustag in Reit im Winkl fest. (Foto: Reichenbach)

Als Gastgeber stellte Bürgermeister Josef Heigenhauser die Gemeinde Reit im Winkl kurz vor. Erstmals schloss der Tourismus-Haushalt mit positivem Ergebnis. Bei 575 000 Übernachtungen kommen auf jeden der 2300 Einwohner 250 Übernachtungen, betonte der Bürgermeister die Bedeutung des Tourismus für die Gemeinde. Heigenhauser nannte als touristische Initiativen, die Beschneiung der Loipen im Innenbereich, die Abschaffung der Loipengebühr, die prämierten Winterwanderwege, einen TÜV-geprüften Klettersteig und die privaten Investitionen von 20 Millionen Euro im alpinen Bereich der Winklmoosalm, an denen der Freistaat mit zwei Millionen Euro beteiligt sei. Vorzeigeprojekt beim Einsatz Erneuerbarer Energien sei die Versorgung von 430 Gebäuden, das sind über 80 Prozent der Gebäude, mit rund 24 Gigawatt Wärme aus Holz.

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Der Geschäftsführer des Chiemgau Tourismus, Michael Lücke, nannte die Tourismuszahlen 2012 außerordentlich ermutigend. Von Januar bis September stieg die Zahl der Übernachtungen um 5,4 Prozent. Die Auslastung stieg auf 38 Prozent. Lücke: »Der positive Schub durch die Biathlon-Weltmeisterschaft konnte in den Sommer mitgenommen werden.« Eine Umfrage bei Vermietern, darunter überwiegend Kleinvermieter, habe allerdings ergeben, dass etwa 20 Prozent ihre betriebliche Zukunft unter anderem durch Nachfolgeprobleme nicht als gesichert ansehen. Schulungen und Betriebsberatungen für Kleinvermieter sehe der Chiemgau Tourismus als Schwerpunktaufgaben an.

Lücke ließ die zahlreichen Veranstaltungen und Aktivitäten zum 100. Jubiläum des Chiemgau Tourismus Revue passieren. Der Zukunftskongress am 4. Mai in Traunreut bot »Best-Practice-Beispiele« aus Südtirol, Allgäu und Hochschwarzwald. Am 16./17. Juni feierten Inzell und das Berchtesgadener Land »24 Stunden von Bayern«. Der erste Chiemsee-Triathlon am 1. Juli zog zahlreiche Sportler und Gäste an. Der 100. Geburtstag des Chiemgau Tourismus wurde am 13. Juli bei einer Sonderfahrt der MS Edeltraud auf dem Chiemsee gefeiert. Der Chiemgau mit Traunstein hat sich als Filmstandort für die Dreharbeiten »Die Himmelsstürmer« der Bavaria Film präsentiert. Zum Dritten Chiemgauer Almumtrieb auf der Winklmoosalm kamen 6000 Besucher.

Die »Chiemgau Card« soll zukünftig den öffentlichen Personennahverkehr in die umliegenden Landkreise stärken und Wandertouren ohne Auto unterstützen, sagte Lücke. Mit Marketing den Chiemgau bekannt zu machen und eine hohe Beliebtheitsquote zu erreichen, sei Ziel des Chiemgau Tourismus. »Es muss sich lohnen für die wirtschaftlichen Akteure,« so Lücke.

»Es geht aufwärts, in den letzten Jahren sind die richtigen Weichen gestellt worden,« sagte Landrat Steinmaßl. Der Tourismus trage zur hohen Lebensqualität bei und die Kulturlandschaft brauche Nachhaltigkeit. Der Chiemgau hoffe auf große Projekte mit Leuchtturmfunktion. Der Landrat betonte aber auch die Stärke der kleinen Betriebe, deren Gäste die Dörfer beleben würden.

»Es liegt nicht am Chiemgau, dass es holpert mit dem gemeinsamen Weg. Es gibt genug Vorschläge von unserer Seite,« sagte Steinmaßl zur Zusammenarbeit mit anderen Verbänden. Wichtig sei, die Stärken des Chiemgaus, der Seen und Berge, über alle Jahreszeiten herauszustellen und jedes Jahr Schwerpunkte zu setzen. Dazu gehöre auch die Jugend als nachwachsende Tourismus-Gesellschaft, für die Festivals veranstaltet werden.

Geschäftsführer Lücke stellte den Haushalt 2013 vor, der 1,82 Millionen Euro umfasst, darin sind enthalten eine Million Zuschuss des Landkreises, 506 555 Euro Mitgliedsbeiträge der Gemeinden und ein Übertrag aus dem Vorjahr von 313 445 Euro. Die Ausgaben sehen 1,2 Millionen Euro für Marketing, Personalkosten von 520 000 Euro, und 100 000 Euro für Verwaltung und Sachkosten vor. Das Marketing-Budget soll mit je 200 000 Euro für die Themen »Rad«, »Wandern« und »Winter« verwendet werden. Jeweils 30 000 sind für »Kultur/Genuss« und »Sommer/Eventmarketing Wasser« vorgesehen. Für die Grundlagenwerbung/Image sind 490 000 Euro angesetzt. 50 000 Euro sind als Reserve eingeplant.

Tittmonings Bürgermeister Konrad Schupfner hielt den Betrag für Kultur wegen der »Oberbayerischen Kulturtage 2013« im Landkreis Traunstein für zu niedrig. Grassaus Bürgermeister Rudi Jantke vermisste in dem zur Versammlung zugesandten Leitbild das Ökomodell Achental, insbesondere als Bioenergie-Region, die Zusammenarbeit mit anderen Verbänden und Betrieben, wie das Sporthotel Achental mit Golfplatz in Grassau oder die Chiemgau-Klinik in Marquartstein. »Das Energiethema gehört zum Leitbild«, stimmte Steinmaßl zu. Bestimmte Größen von Betrieben, wie das Sporthotel Achental, seien wichtig. Gespräche zur Zusammenarbeit seien offen. »Beim Buchungssystem IRS rumort es gewaltig, weil die Kleinvermieter aus der Internetseite des Chiemgau Tourismus rausgefallen sind,« sagte Unterwössens Bürgermeister Hans Haslreiter. Lücke wies auf eine entsprechende Entscheidung des Marketing-Beirates hin, nur noch Online-Betriebe anzuzeigen. Über die Gemeindeseiten können die Kleinbetriebe erreicht werden. bre