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Pilot Maximilian Illmann (l.) und Anschieber Lukas Koller vom WSV Königssee sicherten sich bei der Junioren-WM in Innsbruck-Igls Gold im Zweierschlitten. (Fotos: BSD)

Zweimal Gold für den WSV Königssee

Bei anhaltend starkem Schneefall bestritten 19 Zweierbob-Teams die Junioren-Weltmeisterschaft in Tirol: Mit Jonas Janusch/Benedikt Hertel (BRC Thüringen), Max Illmann/Lukas Koller (BSC Sachsen Oberbärenburg/WSV Königssee), Laurin Zern/Rupert Schenk (WSV Königssee/SC Potsdam) sowie Philipp Zielasko/ Henrik Proske (BRC Thüringen/WSV Königssee) befanden sich gleich vier BSD-Schlitten im Feld. Nach Durchgang 1 führten Max Illmann/Lukas Koller bereits vor dem Team Timo Rohner/Luca Rolli aus der Schweiz und den zeitgleichen Team-Kollegen Jonas Janusch/Benedikt Hertel und Philipp Zielasko/ Henrik Proske – ein mannschaftlich geschlossen starkes BSD-Resultat schon zur Halbzeit. 


Starker Schneefall begleitete das Rennen auf der Olympiabahn von 1976 auch im zweiten Durchgang. Nach jedem dritten Schlitten wurde das Kehrkommando beauftragt, die Spur freizuschaufeln. Den Titel sicherte sich schließlich souverän mit zweimal Laufbestzeit und 22 Hundertstel Vorsprung der Deutsche Meister Max Illmann (23), zusammen mit dem für den WSV Königssee startenden Münchner Lukas Koller (25) als Anschieber – eine sächsisch-bayerische Kombi, die bestens harmoniert. Dennoch ging der Pilot aus Chemnitz nach seinem ersten großen Titel im Junioren-Bereich kritisch mit sich ins Gericht: »Die Läufe waren jetzt nicht unbedingt recht sauber. Im ersten Lauf haben wir mehr angebandelt, aber im Endeffekt ging es gut, man konnte den Schlitten laufen lassen. Der Schnee hat ein starkes Driften verhindert.«

Der Titel bedeutet den beiden »ziemlich viel«, wie sie verrieten: »Die Saison war ziemlich verkorkst. Wir hatten im Grunde nur Probleme, vom Anfang bis zum Ende, mit vielen Stürzen. Wir waren oft unkonzentriert, uns unterliefen viele Fehler, die so nicht passieren dürfen. Wir mussten zudem viel rotieren, im Team.« Seit der Selektion bestritten Max Illmann und Lukas Koller lediglich zwei Läufe zusammen: »Das hat man am Start deutlich gesehen. Darum ist uns der Sieg sehr wichtig.« Lukas Koller strahlte ebenfalls: »Einfach geil und ein Schritt in die richtige Richtung, ein guter Abschluss nach Corona und Verletzung. Es ging heuer drunter und drüber. Darum ist es schön, dass es jetzt mal geklappt hat.« Hinter dem Schweizer Duo Timo Rohner/Luca Rolli holten sich Jonas Jannusch und Benedikt Hertel Bronze: Mit der zweitbesten Laufzeit in Durchgang 2 und insgesamt nur sechs Hundertstel hinter Rang 2.

Gleich dahinter reihten sich als Vierte Philipp Zielasko und der Königsseer Henrik Proske ein. Das hervorragende Resultat für den Bob- und Schlittenverband Deutschland (BSD) mit allen vier Schlitten in den Top-Sechs rundete der Halbzeit-Siebte Laurin Zern vom WSV Königssee zusammen mit Rupert Schenk auf Rang 6 und somit als U 23-Weltmeister ab.

Für den Monobob-Bewerb der Juniorinnen wurden lediglich sechs Schlitten aus sechs Nationen gemeldet, darunter ein gelber aus Deutschland mit Maureen Zimmer an den Lenkseilen. Die 25-Jährige vom BRC Thüringen, die normalerweise eine Zweierbob-Pilotin ist, sprang kurzfristig ein, damit das Rennen überhaupt übers Eis gehen konnte – denn sechs Nationen waren die Bedingung für eine Renn-Durchführung. Mit lediglich zwei Fahrten im Einerbob überhaupt schob und lenkte Maureen Zimmer ihren Schlitten schließlich mit zweimal Start- und Laufbestzeit sensationell und souverän auf Rang 1 – Gold also bei dieser Junioren-WM am Fuße des Patscherkofels. Silber sicherte sich Lubov Chernykh aus Russland, Bronze ging an die Slovakin Viktoria Cernanska.

Hans-Joachim Bittner

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