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Samuel Kießling auf dem Weg zu Rang 5.

Zwei Stockerlplätze für heimische Nachwuchskletterer

Tolle Wettkampfstimmung herrschte am Samstag in der Kletterhalle Bischofswiesen. Die Alpenvereinssektion Berchtesgaden hatte zum sogenannten Kids Cup der Jugend C und D eingeladen. 59 Kinder im Alter von neun bis 13 Jahren aus Oberbayern und Schwaben kämpften in der Disziplin Lead (Vorstiegsklettern) um die Teilnahme an der bayerischen Jugendmeisterschaft beziehungsweise um den Einzug ins Kids-Cup-Finale. Zehn Nachwuchskletterer der Alpenvereinssektion Berchtesgaden nahmen die verschiedenen Routen in der bis zu 15 Meter hohen und stark überhängenden Wand in Angriff – und zwei von ihnen schafften es im Finale besonders weit. Fenja Jansing und Leo Haberl holten sich in der Jugend D jeweils den 3. Platz. 


Die Kids-Cup-Reihe mit insgesamt drei Stationen besteht aus den drei Disziplinen Bouldern, Lead und Speed. Nach dem Boulderwettkampf am 12. März in München war Berchtesgaden der zweite Wettkampfort, die dritte Disziplin Speed wird am 2. Juli in Augsburg ausgetragen.

Für die Teilnehmer soll bei der Wettkampfreihe vor allem der Spaß im Vordergrund stehen. Ziel ist das Heranführen der jungen Athletinnen und Athleten an das Wettkampfklettern in all seinen Variationen, ohne die Kinder dabei zu überfordern. Die Kinder sollen möglichst viel klettern dürfen und dabei Erfolgserlebnisse mit nach Hause nehmen.

Das hat am Samstag in der Bischofswieser Kletterhalle jedenfalls funktioniert, denn an den von Stefan Hallinger und Nico Fietkau geschraubten Routen hatten alle ihren Spaß. Die Qualifikationsrouten waren vielleicht sogar einen Tick zu leicht, weshalb mehr Kletterer als geplant in die Finals kamen. Die ersten Erfolgserlebnisse waren so aber schon einmal gegeben. Im Finale ging es dann ohnehin richtig zur Sache. Die Schwierigkeiten der Routen lagen hier zwischen den Graden 8 und 9.

Von den zehn angetretenen Athletinnen und Athleten der Alpenvereinssektion Berchtesgaden kamen vier ins Finale – alle der D-Jugend zugehörig. Am besten schlugen sich Fenja Jansing und Leo Haberl, die in ihren Routen stattliche Höhen und damit 3. Plätze erreichten. Für Leo hätte es sogar noch weiter nach oben gehen können, wenn er unter dem großen Dach nicht Probleme beim Clippen des Seils in den Sicherungskarabiner gehabt hätte. Doch auch so können beide mit ihren Leistungen zufrieden sein. Damit sind sie für das Finale des Kids Cups am 17. September in Augsburg praktisch schon vor dem abschließenden Speed-Wettkampf so gut wie qualifiziert. Die besten 50 Prozent aller Teilnehmer dürfen am bayerischen Finale teilnehmen.

Überragender Kletterer beim D-Jugend-Finale war Benedikt Joas aus Krumbach, der als Einziger die gesamte Route durchsteigen konnte. Bei den Mädchen kamen Tamara Strigo von der Sektion München-Oberland und Isabel Maier aus Rosenheim am weitesten. Die bessere Zeit brachte Tamara hier den Sieg. Anna Ziegler von der Sektion Berchtesgaden sicherte sich Rang 5, Charlotte Weisang kam auf Rang 11, Samuel Kießling kam bei den Buben auf Platz 5, Michael Ebersbach auf Rang 14 und Max Schmiederer auf Rang 15.

Zu keinem Top-Ten-Platz reichte es für die heimischen C-Jugend-Mädchen. Marie Reichelt kam auf Rang 12, Anna Hörterer auf Rang 17 und Anna Wiest auf Platz 18. Der Sieg ging an Paula Mayer-Vorfelder von der Sektion München-Oberwald, die wie ihre Sektionskollegin Finia Faßbender auf Rang 2 die gesamte Route durchsteigen konnte.

Einheimische Buben waren bei der C-Jugend nicht am Start. Den Sieg holte sich Korbinian Gleißl von der DAV-Sektion Bad Tölz mit einer Top-Begehung. Die besten 50 Prozent in der Gesamtwertung der C-Jugend aus drei Disziplinen dürfen an der bayerischen Meisterschaft teilnehmen.

Kadertrainer Bernhard Wolf zeigte sich mit den Leistungen der Sektionskletterinnen und -kletterer sehr zufrieden. »Dass wir vor allem in der D-Jugend so starken Nachwuchs haben, freut mich«, sagte Wolf. Eine Ursache für das breit aufgestellte Nachwuchskletterteam sieht der Trainer in dem im Herbst durchgeführten Sichtungstag, der neue Talente in die verschiedenen Gruppen gebracht habe. »Es wäre schön, wenn einige von ihnen dann später auch in unseren Kader kommen«, so der Berchtesgadener.

Lob erhielt die Alpenvereinssektion Berchtesgaden vom Bergsportfachverband Bayern für die perfekte Durchführung des Wettkampfes. Zahlreiche Kletterer der Sektion, vor allem junge Trainerinnen und Trainer sowie aktive Jungkletterer aus den verschiedenen Leistungsgruppen, beteiligten sich als Sicherer oder in anderen Funktionen. Und Christa Zechmeister hatte als Wettkampfkoordinatorin alles im Griff. Sie verteilte am Ende bei der Siegerehrung persönlich die von der Geschäftswelt gespendeten Preise.

Ulli Kastner

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