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Zwei Oberbayern in China

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Benjamin Edmüller mit chinesischen Radsport-Fans.

Bunt, laut und hektisch sind Chinas Straßen – auch wenn kein Radrennen gefahren wird. Also kann man sich leicht vorstellen, wie es bei der Tour of Hainan zugegangen ist, bei der auch die beiden heimischen Rad-Asse Benjamin Edmüller (Hochstätt) und Benedikt Kendler (Neukirchen) an den Start gingen.


Für ihr oberösterreichisches Team Gebrüder Weiss-Oberndorfer lief es von Tag zu Tag besser, weshalb Kendler ein positives China-Fazit zog: »Wir sind dort weiter zusammengewachsen, was mich schon jetzt positiv für die nächste Saison stimmt«, sagte er, »jetzt freue ich mich aber erst einmal auf die Winterpause, in der ich nach einer langen Saison richtig abschalten und mich wieder besser um mein Studium kümmern kann.«

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Die zu absolvierenden Rennkilometer der 8. Tour of Hainan brachten das Fahrerfeld sowie den nachfolgenden Betreuer-Konvoi an die unterschiedlichsten Orte der Insel. Gefahren wurde auf Autobahnen, »aber auch auf kleinen Straßen tief im Dschungel«, blickt Edmüller zurück.

Zahlreiche Menschen säumten die Straßenränder, traditionelle Tanzgruppen heizten die Stimmung an. »Aodili« war oftmals von den Chinesen zu hören, wenn das Teamauto über die staubigen Straßen fuhr. Es bedeutet »Österreich« auf Chinesisch.

Insgesamt neun Etappen beziehungsweise 1450 Kilometer waren bei diesem Rennen der zweithöchsten Kategorie im Radsport zu bewältigen, nicht weniger als 20 Teams gingen an den Start.

In den Sprints der ersten drei Flachetappen arbeiteten Edmüller und Kendler stets für ihren momentan sprintstärksten Kollegen Petr Lechner, der sich dort jeweils in den Top 20 platzieren konnte. Auf den Etappen vier bis acht waren auch einige Berge im Streckenprofil vertreten. »Hier konnte unser Bergfahrer Michael Gogl jedesmal ordentlich Punkte fürs Bergtrikot sammeln«, berichtet Edmüller, »wir wollten dieses Trikot unbedingt mit nach Hause nehmen. Doch leider musste Michael die Tour – auf Platz zwei dieser Wertung liegend – wegen einer hartnäckigen Erkältung beenden.«

Auf der neunten Etappe galt es für das Team Gebrüder Weiss-Oberndorfer, den Verlust auf eine vordere Platzierung in der Bergwertung wettzumachen. »Eine Flachetappe war dafür genau das Richtige«, so Kendler. Die Crew harmonierte in der Sprintvorbereitung gut und konnte die Plätze vier (Andreas Müller), 13 (Kendler) und 20 (Lukas Rancher) einfahren, was den Sieg in der Tagesmannschafts-Wertung bedeutete. »Mit diesem 13. Platz auf der letzten Etappe bin ich natürlich sehr zufrieden«, betont der Neukirchner.

Dominiert wurde die Rundfahrt vom Belkin procycling Team. Es gewann alle Etappen, die Gesamt-Einzelwertung (Moreno Hofland), die Gesamt-Mannschaftswertung sowie die Punktewertung.

»Der Radsport ist ein Mannschaftssport, auch wenn am Ende in den meisten Fällen nur einer die Früchte der Arbeit ernten darf«, bilanzierte »Benschi« Edmüller. Er habe in den vergangenen beiden Saisonen sehr häufig das Vertrauen der Mannschaft genossen – »deshalb ist es umso schöner, wenn man dem Team so etwas auch mal zurückgeben kann, auch wenn man dafür eigene Ambitionen hinten anstellen muss. Wir haben alles für Michael Gogl gegeben.« cs

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