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Schwedens Biathlon-Cheftrainer Johannes Lukas überlässt, was die Olympischen Winterspiele betrifft, nichts dem Zufall. (Foto: Wukits) Foto: Ernst Wukits

Zwei Medaillen sind das Ziel

Es wird nichts dem Zufall überlassen – unter diesem Motto steht bei Schwedens Biathlon-Cheftrainer Johannes Lukas das Unternehmen Olympische Spiele in Peking. So ist der 28-Jährige bereits am Mittwoch mit seinem Team ins Reich der Mitte aufgebrochen. »Wir wollten so früh wie möglich aufbrechen. Es sind wegen Corona eine Reihe von Tests notwendig, das alles kostet Zeit. Dazu möchten wir uns frühzeitig an die Verhältnisse dort gewöhnen«, erklärt Lukas dazu. Die Biathlon-Wettbewerbe finden in Zhangjiakou rund 180 Kilometer nordwestlich von Peking statt.


Sportlich ist es für das schwedische Team im Weltcup bestens gelaufen, 21 Podestplätze stehen bisher zu Buche. Im vergangenen Jahr bei der WM in Pokljuka (Slowenien) standen seine Sportler sechsmal auf dem Podest. Zuletzt schickten die Schweden zum Weltcup nach Antholz ein B-Team. Der Olympiakader traf sich derweil zum Trainingslager in Martell. »Wir wollen alles tun, damit sich keiner aus dem Team mit Covid19 infiziert«, betont der Münchner Coach mit Traunsteiner Wurzeln.

Seit dem Weltcup in Oberhof hat er deswegen seine Sportler in einer Blase zusammengezogen. Lukas konzentriert sich in dieser Phase ausschließlich auf die sportliche Vorbereitung seiner bisher so erfolgreichen Skijäger. Alles Überflüssige wird von den Sportlern ferngehalten.

Vom schwedischen Verband gibt es die Vorgabe, dass es zwei Medaillen bei Olympia werden sollen – eine bei den Damen und eine bei den Herren. Dabei kann Lukas vor allem auf die Schwestern Elvira und Hanna Öberg bauen, besonders die jüngere Elvira Öberg eilte zuletzt von Erfolg zu Erfolg. Bei den Männern haben die Schweden mit Sebastian Samuelsson und Martin Ponsiluoma ebenfalls zwei heiße Eisen im Feuer.

»Derzeit läuft es richtig gut, aber Olympia hat eigene Gesetze. Die Konkurrenz schläft nicht und viele wollen auf das Podium. Für eine olympische Medaille braucht es einen perfekten Tag«, weiß der junge Trainer, der 2019 bei den Schweden die Nachfolge des Ruhpoldingers Wolfgang Pichler antrat. In Schweden wurde in den vergangenen Jahren gute Arbeit geleistet. Neben Norwegen und Frankreich dominieren sie aktuell den Biathlonsport. »Bei den Damen gehören wir wohl zu den besten Nationen«, gibt er sich selbstbewusst. Die Herren seien dafür breiter aufgestellt, ergänzt er.

Auch die erfolgreiche Arbeit von Johannes Lukas hat sich mittlerweile bei anderen Nationen herumgesprochen. Das weckt Begehrlichkeiten. »Seit Weihnachten gibt es auch Anfragen vom Deutschen Skiverband«, verrät er. »Derzeit gefällt es mir in Schweden sehr gut und ich bin da tief verwurzelt, das ist quasi meine zweite Heimat«, erklärt der mittlerweile perfekt schwedisch sprechende Trainer.

In der Vorbereitung im Sommer war er überwiegend in Schweden unterwegs, nur ein Trainingslager fand in Frankreich statt. Auch hier galt eine extreme Linie für eine absolute Sicherheit.

Oft wird Johannes Lukas als der »Nagelsmann des Biathlons« bezeichnet. Schließlich hat er auch schon Erfahrungen im Fußball beim Nachwuchs des TSV 1860 München gemacht. Der Seglerin Tina Lutz hat er mit seinem Trainingsprogramm geholfen, dass sie bei Olympia 2021 in Tokio die Silbermedaille gewinnen konnte. Darum könnte er es sich übrigens auch vorstellen, später einmal die Sportart zu wechseln und dort als Trainer zu arbeiten. Im nächsten Sommer plant er ein Praktikum beim Fußball. Zudem betont Lukas, dass er die Olympischen Spiele in Peking trotz aller Diskussionen nur aus sportlicher Sicht sieht. »Das ist meine Aufgabe, für Politik habe ich keine Zeit, dafür sind andere zuständig.«

SHu

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