Zwei Chiemgauer sind die Macher beim TC Großhesselohe

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Maxi Wimmer (links) und Christopher Kas (rechts, hier mit seinem Sohn Rafael) haben beim TC Großhesselohe das Sagen. Sie haben in dieser Saison der Tennis-Bundesliga Großes vor. (Foto: Kas)

Zwei Chiemgauer wollen in der Tennis-Bundesliga in dieser Saison voll angreifen: Der Trostberger Christopher Kas und der Bernauer Maximilian Wimmer sind beim Aufsteiger von 2018, dem TC Großhesselohe, in vorderster Front dabei. Wie schon im ersten Bundesligajahr 2019 kümmern sie sich um das Profi-Team, Kas als sportlicher Chef, Wimmer als Betreuer und Trainer. »Mit dieser Mannschaft ist in der Saison 2021 alles möglich«, sagt Kas, der mit Team-Manager Dr. Bernd Eßmann und Hauptsponsor Dr. Kai Herold zwei große Unterstützer hinter sich weiß.


Das Credo in Großhesselohe war schon immer, möglichst mit deutschen Spielern aufzuschlagen, ergänzt mit österreichischen Profis. So sind (Stand jetzt) fünf Top-100-Spieler gemeldet. An Position eins ist erstmals Jan-Lennard Struff dabei, Deutschlands Nummer zwei, aktuell unter den besten 40 Spielern der Welt. Im Team steht erstmals auch Philipp Kohlschreiber, jahrelang die Nummer eins im deutschen Daviscup-Team, außerdem Peter Gojowczyk, Rudolf Molleker, Mathias Bachinger, Florian Mayer und Doppelspezialist Andre Begemann. Aus Österreich kommen Dennis Novak, Jurij Rodionov und die Doppelexperten Lucas Miedler, Jürgen Melzer und Philipp Oswald. Aufschlagen in Großhesselohe werden auch die Weltklassespieler Jeremy Chardy aus Frankreich, die Argentinier Federico Coria und Francisco Cerundolo, der Finne Emil Ruusuvuori und der Pole Kamil Majchrzak.

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Die Saison läuft vom 4. Juli bis 15. August. Der TC Großhesselohe hat in dem Zehner-Feld vier Heim- und fünf Auswärtsspiele. Gespielt wird jeweils freitags und sonntags, die Münchner Vorstädter bestreiten ihre Heimspiele ausschließlich am Sonntag. Den Auftakt gibt es gegen Krefeld, am 11. Juli kommt Neuss, am 8. August der Rochusclub Düsseldorf und zum Abschluss am 15. August der vielfache Meister TK Grün-Weiß Mannheim. Die Reisen für die TCG-Truppe gehen nach Köln (9. Juli), Hämmerling (18. Juli), Gladbach (25. Juli) und Kurhaus Aachen (13. August). Highlight wird das Derby am 1. August beim Neuling TC 1860 Rosenheim.

Apropos Derby: Für Christopher Kas gibt es in Rosenheim ein Wiedersehen mit Wolf-Dieter Dörfler, der bei den Innstädtern die gleiche Position bekleidet, wie der gebürtige Trostberger in Großhesselohe. Dörfler und Kas spielten einst gemeinsam für den Bayernligisten 1860 Rosenheim. Kas kam 1996 als 16-Jähriger, war zwei Jahre am Ball, ehe er über Wacker Burghausen und Piding zum TC Blau-Weiß Halle wechselte, wo er zwei Mal den Titel des Deutschen Mannschaftsmeister gewann. »Das wird natürlich ein ganz besonderes Duell mit Rosenheim«, freut sich Kas, der mittlerweile in Kolbermoor bei Rosenheim wohnt und mit seinen Schützlingen (aktuell die Ukrainerin Katya Kozlova) auf der Anlage des TC 1860 auch regelmäßig trainiert.

Zum Bundesligaauftakt stehen Großhesselohe alle Spieler zur Verfügung, sofern sie beim bereits eine Woche vorher startenden Rasenturnier von Wimbledon nicht noch im Wettbewerb sind. »Am Anfang der Saison können wir in der Regel aus dem Vollen schöpfen, was die Spielerdecke angeht«, sagt Maxi Wimmer. Danach aber kollidiere die mittlere Bundesliga-Phase mit den Olympischen Spielen in Tokio, wo Tennis im Programm steht. »Es ist davon auszugehen, dass uns einige Topspieler als Olympioniken im Kader fehlen werden«, ergänzt Wimmer.

Der TC Großhesselohe hat eine große Tradition. Mit fünf festen Trainern und jährlich rund 30 Vereinsmannschaften zählt der nachwuchsorientierte Club zu den größten und bekanntesten Adressen im deutschen Tennis. »Wir können auf eine fast 100-jährige Tradition zurückblicken, haben über 1100 Mitglieder und können die 20 000 Quadratmeter große Anlage an der Pullacher Straße unser Eigen nennen«, betont Vereinspäsident Roland Benedikt nicht ohne Stolz.

Welche Eigenschaften ein Bundesligacoach mitbringen muss, wurde Christopher Kas im TCG-Magazin gefragt. »Natürlich muss er fachlich in allen Bereichen top sein, aber die wichtigste Eigenschaft ist Empathie«, antwortete der ehemalige Weltklasse-Doppelspieler, der es in Wimbledon bis ins Halbfinale gebracht hat, fünf Turniere auf der großen ATP-Tour gewonnen hat und in 15 weiteren Finals stand. Bei den Australian Open und den US Open stand er im Viertelfinale. Seit seinem Karriereende 2014 in Wien ist er mit Spielerinnen auf der WTA-Tour unterwegs, zunächst mit Sabine Lisicki, danach mit Mona Barthel und jetzt mit Katya Kozlova.

Kräftig unterstützt wird Christopher Kas von seinem langjährigen Spezl Maxi Wimmer. Der Bernauer war lange Jahre am College in den USA, tourte dann auch durch die ganze Welt als Spielerbetreuer und -trainer und ist heute zuständig für alle Weltklasse-Profis, die Head-Schläger spielen. »Wir sind gut aufgestellt, haben unsere Hausaufgaben gemacht, das wird eine spannende Saison«, sagt Wimmer, der selbst noch topfit ist und für Großhesselohe im Herren-30-Bundesliga-Team spielt.

kk

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