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Zu groß, zu stark, zu ausgeglichen

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Hoffen darf man immer, doch nur noch die größten Optimisten dürften jetzt noch auf ein Weiterkommen des Basketball-Bundesligisten TSV Wasserburg im FIBA-EuroCup wetten. 500 Fans waren am Mittwoch Zeugen, als Dynamo GUVD Nowosibirsk einen verdienten 72:55 (34:23)-Sieg aus der Badria-Halle mit nach Russland nahm.


»Realistisch betrachtet, war´s das«, räumte auch Trainer Bastian Wernthaler ein. »Zwei Heimspiele darf man im Europapokal einfach nicht verlieren. Wir werden in Nantes und Nowosibirsk alles geben und versuchen zu gewinnen. Das käme aber einer Sensation gleich.«

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Dieses EuroCup-Jahr war ohnehin als Lernjahr deklariert worden und es wurde auch diesmal deutlich, dass der sechsmalige deutsche Meister auf europäischer Ebene noch ziemlich grün hinter den Ohren ist.

Die ausschlaggebenden Faktoren für die Niederlage waren: Rebounds, Ballverluste und Konzentrationsmängel. Nowosibirsk spielte seine Größenvorteile vor allem im ersten Viertel optimal aus. Wernthaler wechselte seine Centerinnen deshalb früh und vor allem Melissa Dalembert machte einen guten Eindruck. Erst ein Block gegen 1,96-m-Centerin Natalia Myasoedova, dann ein Korbleger, kurz darauf holte sie den ersten Wasserburger Offensivrebound und machte mit einem Korbleger das zwischenzeitliche 13:13 (8. Minute). Dass Nowosibirsk nicht schon längst enteilt war, lag an der schwachen Wurfquote der Gäste und der engagierten Wasserburger Verteidigung, die aufopferungsvoll Widerstand leistete. Doch nachdem Cannon von der Freiwurflinie den Ausgleich verpasste (15:16/10.), nahm das Unheil seinen Lauf.

Magere vier Punkte gelangen bis Mitte des zweiten Viertels, die Gäste zogen erstmals zweistellig davon (19:30/25.). Die starke Ex-Freiburgerin Yvonne Turner (21 Punkte) schloss den Zwischenspurt per Dreier ab. Anschließend übertrafen sich beide Teams im Auslassen bester Chancen und so war der Rückstand zur Pause (23:34) noch überschaubar.

Emma Cannon kam wie verwandelt aus der Kabine. Die vor der Pause schwache Centerin machte die ersten neun Wasserburger Punkte, dann übernahm Aufbauspielerin Stina Barnert die Verantwortung und legte sieben Zähler nach. Trotzdem behielten die Gäste ihre Führung (39:48/27.). Als Tiina Sten einen Dreier und zwei Freiwürfe traf, war das Match beinahe wieder offen (44:48/29.), zumal Myaswedowa ihr viertes Foul kassierte und auf die Bank geholt wurde.

Doch innerhalb von 25 Sekunden brachte sich Wasserburg um den Lohn des starken dritten Viertels: Hätten die Gastgeberinnen nach einem Fehlwurf von Anastasia Loginowa den Rebound geholt, wäre der letzte Angriff des Viertels bei ihnen gewesen. Doch den Abpraller griff sich Sidney Spencer, wurde gefoult und versenkte zwei Freiwürfe. Statt eines kleinen Rückstands stand jetzt letztlich ein 44:52 auf der Tafel. Zu Beginn des Schlussabschnitts kassierte man fünf schnelle Punkte (44:57/32.). Diesen Vorsprung ließen die Russinnen nicht mehr in Gefahr kommen.

Es spielten: Stina Barnert (19 Punkte), Emma Cannon (11), Tiina Sten (9), Melissa Dalembert (4), Anne Breitreiner (3), Rebecca Thoresen (3), Katharina Fikiel (2), Svenja Brunckhorst (2), Margret Dwyer (2), Franziska Dausinger und Franziska Wolf. fd