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Zu Gast bei den Gästen

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Sie bot in Ruhpolding als Gast bei der DM gute Leistungen: Jori Mörkve. (Foto: Wukits)

Gut vertreten war bei den Deutschen Meisterschaften im Biathlon in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena auch die italienische Mannschaft. Diese hatte zuvor ein zweiwöchiges Trainingslager in der Biathlon-Metropole absolviert und war mit acht Herren und drei Damen an der DM beteiligt. Doch die Schützlinge von Cheftrainer Patrick Oberegger hatten auch »Verstärkung« aus Norwegen – durch Jori Mörkve.


Die 34-Jährige gehört nämlich der Trainingsgruppe der Italiener an. »Im Sommer und Herbst bin ich da immer dabei, im Spätherbst muss ich dann versuchen, mich bei den norwegischen Qualifikationen zu bewähren«, berichtet sie. Und freut sich: »Wir haben heuer meist in Antholz trainiert und hatten gutes Wetter – da wäre es in Norwegen schlechter gewesen.« Dass sie die Saisonvorbereitung vorwiegend in Antholz bestreitet, hat seinen Grund: Trainer Oberegger ist ihr Freund.

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Wenn Jori Mörkve in ihrem Heimatland ist, hat sie dagegen keine echte Trainingsgruppe. Sie bereitet sich dann nach Plänen von Patrick Oberegger vor. Und bislang klappte das anscheinend gut: In der Staffel lief sie in Ruhpolding als Gastteam mit Maren Hammerschmidt (SK Winterberg) und Jessica Wirth (FC Wüstenselbitz) als gesamtfünftes Team ins Ziel – dies bedeutete Rang 2 in der Gästewertung. Im Massenstart war sie in Ruhpolding ebenfalls als Fünfte im Ziel. Sie gewann damit die Gästewertung vor Karin Oberhofer. Die Italienerin hatte im März 2015 bei der WM in Kontiolahti (Finnland) Bronze in genau dieser Disziplin geholt und war Zehnte der Weltcup-Gesamtwertung geworden. In der Chiemgau-Arena setzte sich Mörkve vor allem durch ihr sicheres Schießen vor Oberhofer durch.

Überschätzen sollte man aber Ergebnisse von Sommer-Wettkämpfen nicht, zumal »wir zwei harte Trainingswochen hier hinter uns haben. Da ist man vom Kopf her müde, und am Schluss sind die Beine ganz schön schwer geworden«, berichtet Mörkve lachend. »Aber jetzt steht eine Woche Erholung an, bevor wir zwei Wochen in Ramsau am Dachstein sind.«

Ihr bester Winter war die Saison 2012/13, als sie im IBU-Cup – also der »Zweiten Liga« unterhalb des Weltcups – Gesamtdritte geworden war. Nach einem schwächeren Winter 2013/14 (84. Platz mit 54 Punkten) ging es in der vergangenen Saison (51. Platz/100 Punkte) schon aufwärts, wobei sie bei mehreren Wettbewerben gar nicht eingesetzt war.

Denn die Konkurrenz in ihrem Heimatland ist eminent stark. Ob die in Voss geborene Sportlerin daher heuer ins norwegische Weltcup-Team aufsteigen oder 2016 gar bei der Heim-WM in Oslo antreten kann, ist also fraglich. Sich bei den internen Qualifikationen durchzusetzen, »das wird sehr schwer«, weiß sie. Die Konkurrenz sei stark, und außerdem »bin ich ja auch schon ganz schön alt ...« who