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Die Freude bei Joel Dufter ist groß. Der Inzeller Eisschnellläufer ist bei den Olympischen Winterspielen in Peking dabei. (Foto: Wukits) Foto: Ernst Wukits

Zitterpartie bis zum Schluss: Joel Dufter löst Olympia-Ticket

Nach vier Weltcuprennen im Eisschnelllaufen kann der Inzeller Joel Dufter eine erste Bilanz ziehen. Die gute Nachricht vorweg: Der 26-jährige Sprinter hat durch zwei 15. Plätze das Ticket für die Olympischen Winterspiele im Februar in Peking lösen können. Beim Weltcup in Salt Lake City stellte er zudem über 500 Meter mit 34,32 Sekunden einen neuen Deutschen Rekord auf.


Gute Leistungen zeigte auch die zweite Starterin vom DEC Inzell, Leila Behlau. Vor allem auf den Hochgeschwindigkeitsbahnen von Salt Lake City und Calgary gelangen der 25-Jährigen beachtenswerte Leistungen. Im 3000-Meter-Lauf der B-Gruppe platzierte sie sich als Zwölfte einen Platz vor Claudia Pechstein. Das war schon lange keiner deutschen Läuferin mehr gelungen. Dazu gelang ihr über 1500 Meter mit 1:56,17 Minuten eine neue persönliche Bestzeit.

Laut ihrem Trainer Michael Restner hat sie damit die Norm des Internationalen Eisschnelllaufverband (ISU) erreicht. Nun liegt der Ball beim DOSB und dem Einfluss der DESG, ob es für Behlau noch ein Happy End gibt. Für Joel Dufter ist die Teilnahme an Olympia hingegen in trockenen Tüchern. Wir haben mit dem Inzeller nach seiner Rückkehr aus Nordamerika ein Interview führen können.

Herr Dufter, Glückwunsch zum Lösen des Olympia-Tickets, wie schwierig war denn die Qualifikation dafür?

Es war ein schwieriger Einstieg in den Weltcup und ich habe eine Zeitlang gebraucht. In Polen ist mir das Eis nicht gelegen, da ging es um Schadensbegrenzung. Anschließend bei den Rennen in Norwegen bin ich über die 1000 Meter aus der A-Gruppe gefallen und dann hatte ich auch noch eine Zerrung. In Salt Lake City ist es vom Gefühl her wieder besser geworden. Über 500 Meter ist mir der Deutsche Rekord gelungen und über die 1000 Meter habe ich wieder die A-Gruppe erreicht. Das Eis dort war sehr gut und in Calgary habe ich dann die zweite Norm für Olympia geschafft.

Hatten Sie mal Zweifel, dass es nicht gelingen könnte?

Leicht war es nicht und die Erleichterung ist jetzt natürlich groß. An der Quali über 1000 Meter habe ich lange gezweifelt. Zum Glück konnte ich in einer Zitterpartie beim letzten Weltcup in Calgary alles festmachen. Ich musste bis zum letzten Paar warten, ob meine Zeit für den 15. Platz reicht. Es sind nach Korea 2018 meine zweiten Spiele, an denen ich teilnehme.

Wie schaut jetzt Ihr Fahrplan vor Peking weiter aus?

Jetzt bleibe ich bis zum Jahresende zum Training in Inzell. Danach geht es zur Vorbereitung nach Heerenveen und dort starte ich bei der Europameisterschaft. Die EM ist ein guter Vergleich und ich will bis dahin die Form noch steigern. Mitte Januar ist ein abschließender Lehrgang in Norwegen und dann geht es nach Peking. Leider gibt es zuvor keinen Weltcup mehr.

Haben Sie Ihren Entschluss, in die norwegische Trainingsgruppe zu gehen schon mal bereut?

Noch nie, der Weg war richtig. Mein Trainer Jeremy Wotherspoon hat alles im Griff. Wir haben viel Spaß zusammen und das Training passt.

Olympia in Peking: Wie kritisch sehen Sie die Spiele?

Das Thema Politik und Menschenrechte beschäftigt mich schon. Ich betrachte alles kritisch. Trotzdem wäre ich gegen einen möglichen Boykott der Spiele.

Danke für das Gespräch und alles Gute.

Siegi Huber

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