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Zeitstrafe kostet den möglichen Sieg beim Weltfinale

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Da jubelte er noch über seinen Sieg im Weltfinale: Seppi Sticht (Nummer 347). Doch letztlich wurde er nach einer Zeitstrafe als Vierter gewertet, der Sieg ging an Danilo Albanese (links).

Zwei Spitzenleistungen brachte der Trostberger Kartrennfahrer Seppi Sticht bei hochkarätigen Veranstaltungen in Italien. Beim Bridgestone-Supercup in Lonato (Gardasee) wurde er Zweiter, beim Weltfinale – ebenfalls in Lonato – wurde er Vierter. Hierbei hatte er sogar das Rennen gewonnen, doch eine Zeitstrafe kostete ihn den möglichen Triumph.


Beim Bridgestone-Supercup sicherte sich der aus Chieming stammende Sticht im Zeittraining die erste Startposition. Im Prefinale über 15 Runden fuhr der für das M.M. Racing Team startende Trostberger einen klaren Start-Ziel-Sieg heraus.

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Unfall beim Überholen wirft Sticht zurück

Sehr spannend wurde es jedoch beim Finale über 20 Runden. Er versuchte in der dritten Runde, am Zweitplatzierten vorbeizugehen, jedoch »schlug« dieser ihm dabei »die Tür« zu, wodurch es zu einem Unfall kam. Von Rang neun aus bewies Sticht großen Kampfgeist und wurde nach großer Aufholjagd noch Zweiter. »Ich bin im Großen und Ganzen sehr zufrieden. Der Sieg wäre mir natürlich lieber gewesen, da ich alles dominiert habe, jedoch war wegen des Crashs leider nur noch der zweite Platz möglich«, so Sticht.

Als Höhepunkt der Saison stand das Internationale »Vortex-Super-Rok-World-Final« – abermals in Lonato – auf dem Programm. Der 26-Jährige trat im 52-köpfigen Feld der Vortex-Super-Rok-Klasse mit Konkurrenten aus 17 verschiedenen Ländern an.

Bereits in den freien Trainings bestätigte der Tonykart-Pilot mit Bestzeiten, dass man mit ihm rechnen sollte. Im achtminütigen Zeittraining sicherte er sich mit 0,09 Sekunden Vorsprung die Pole Position. Die Freude währte jedoch nur sehr kurz, da er wenig später disqualifiziert wurde.

»Beim Auspuffkrümmer haben wir Auspuffsilikon anstatt der Dichtung verwendet. Leider wurde hierzu erst kürzlich im Reglement abgeändert. Mit einer Leistungssteigerung hat das nichts zu tun, jedoch ist das einfach mein Fehler, dass ich es nicht mitbekommen habe und auf Platz 52 zurückgereicht wurde«, zeigte sich Sticht sehr enttäuscht.

In den Vorläufen (10 Runden) ging es nun von Startplatz 35 aus darum, sich überhaupt einen Platz für das Prefinale und Finale (je 34 Fahrer) zu erkämpfen. Im ersten Vorlauf lieferte er eine Galavorstellung ab und arbeitete sich um 28 Plätze bis auf Rang 7 nach vorne.

Im zweiten Vorlauf überholte Sticht 22 Fahrer und fuhr somit als 13. über die Ziellinie. Er setzte mit der schnellsten Rennrunden noch einen drauf.

In der Addition der Vorläufe bedeutete dies den elften Startplatz für das Prefinale. Dort kämpfte sich Sticht bis auf den zweiten Platz vor.

Im Finale über 20 Runden fiel Sticht beim Start wegen der Außenbahn auf Rang drei zurück. Nach kürzester Zeit jedoch kam er immer besser in Fahrt. In der sechsten Runde ging er am Zweiten vorbei und bremste in der 14. Runde auch den Erstplatzierten aus. Trotz starker Bedrängnis fuhr er den Sieg nach Hause.

Nach dem Rennen kam jedoch die bittere Nachricht, dass er eine Drei-Sekunden-Strafe bekomme. Er hatte beim Start nur leicht die Linie des Korridors verlassen. Durch die Strafe wurde er letztendlich nur als Vierter gewertet. Vor Sticht (+ 2,915 Sekunden) lag das italienische Trio Danilo Albanese (1.), Alessandro Vantini (+ 2,577 Sekunden) und Lorenzo Travisanutto (+ 2,697), der Fünftplatzierte Nicola Liana (+ 7,448) hatte schon einen deutlicheren Rückstand.

»Es ist für mich eine Welt zusammengebrochen«

»Ich kann es immer noch nicht fassen, dass mir der Titel vom Weltfinale aberkannt wird. Leider geht das bei dem rollenden Start alles sehr schnell und da kann das auch mal passieren. Jedoch hatte ich mir dadurch keinen Vorteil verschaff«, beteuert Sticht. Er gibt zu: »Es ist für mich eine kleine Welt zusammengebrochen, da ich diese Saison alles dafür getan habe, um bestens dafür vorbereitet zu sein.«

Dazu gehörte auch die gute Zusammenarbeit mit seinem Motorentuner und Mechaniker Marc Marcelet vom Team M.M. Racing aus Luxemburg. Dessen stetige Unterstützung sei »ein großer Bestandteil meines Erfolges«, lobte der 26-Jährige, der in seinen Dank auch seine Eltern mit einschloss, denn »sie haben mich immer unterstützt und immer an mich geglaubt«, betont er. who