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WM-Medaille auf der Couch

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Schwedens Biathlon-Trainer Johannes Lukas kann wegen seiner Schulter-OP nicht bei der WM dabei sein. Er verfolgt die Wettkämpfe jetzt in seinem Münchner Büro am Laptop.

Schwedens Biathlon-Trainer Johannes Lukas jubelte im Homeoffice über Bronze


Was für eine Anspannung! Und was für ein toller WM-Auftakt für das schwedische Biathlon-Team. Es holte in der Mixed-Staffel gleich mal Bronze. »Der Blutdruck war brutal hoch. Das werde ich auf Dauer nicht aushalten. Aber ich bin total glücklich«, fasste Schwedens Biathlon-Trainer Johannes Lukas seine Gefühlslage nach dem erfolgreichen WM-Start zusammen. Der 27-Jährige kann nach einer Schulter-Operation die Titelkämpfe im slowenischen Pokljuka nicht vor Ort verfolgen. Er muss die Wettkämpfe seiner Schützlinge aus dem Home-office beobachten.

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Beim Weltcup in Antholz war Lukas auf einer Treppe gestürzt und hatte sich dabei schwer an der Schulter verletzt. »Die OP ist gut verlaufen, ich bin schon wieder guter Dinge«, erzählte er. Der Eingriff wurde am Schulterzentrum der Atos Klinik in München vorgenommen.

Er sitzt jetzt auch in seinem Büro in seiner Münchner Wohnung und hat von dort aus alles im Griff. »Ich bin mit meinen Trainern und Sportlern permanent in Verbindung. Zum Glück habe ich bereits an Weihnachten sämtliche Trainingspläne geschrieben und auch eine vernünftige Übergabe gemacht«, sagte Lukas. »Natürlich wäre ich lieber vor Ort an der Strecke. Da ist die Möglichkeit größer, kurzfristig noch einzugreifen und die Taktik zu ändern«, ergänzte er.

In seinem Homeoffice sitzt er vor zwei Laptops und einem Fernseher und verfolgt so die Wettkämpfe. »Die Verbindung nach Pokljuka steht«, sagte er und erklärte weiter: »Während des Rennens melde ich mich nicht bei den Trainern. Wir sprechen vor und nach den Wettkämpfen und beziehen dann die Sportler mit ein.«

Vor dem Auftakt der WM habe er die Nacht zuvor schon etwas unruhig geschlafen, gab er zu. »Ich habe mindestens fünf Jahre lang kein Biathlon-Rennen mehr vor dem Fernseher gesehen. Ich bin da jetzt voll dabei. Der Vorteil ist: Am TV sieht man viel mehr.«

Beschäftigt ist Johannes Lukas derzeit aber auch mit der Reha und Physio nach der Operation. Auch den Rest der WM muss er wohl von zuhause aus verfolgen. Obwohl ihn durchaus irgendwie der Hafer steche, sagte er: »Vielleicht gibt es ja eine Wunderheilung, aber es wird sich wohl nicht mit einer Reise nach Slowenien ausgehen.« Aber er wird in Pokljuka von seinen vier Trainerkollegen gut vertreten. Deshalb zeigte er sich optimistisch: »Ich denke, es wird eine gute WM für uns.« Auf alle Fälle ist der Auftakt schon mal ganz gut gelungen. SHu

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