Sparkassen-Triathlon-Trophy dieses Jahr virtuell: »Wir wollten unbedingt etwas anbieten«

Bildtext einblenden
Der Startschuss für die Sparkassen-Team-Trophy ist in diesem Jahr wieder in Österreich gefallen: Nicole Jankowski, die Obfrau von Triathlon ATSV Braunau, war mit der virtuellen Auflage des Sprintwettkampfs sehr zufrieden. (Foto: Triathlon ATSV Braunau
Bildtext einblenden
Auch der Höglwörther-See-Triathlon findet in diesem Jahr virtuell statt. Die Athleten dürfen trotzdem vor dieser traumhaften Kulisse schwimmen. (Foto: SC Anger)

Die Sparkassen-Triathlon-Trophy hat im vergangenen Jahr ihr 30-jähriges Bestehen gefeiert. Still und leise. Denn wie so viele andere Sportveranstaltungen auch musste sie im Corona-Jahr 2020 komplett abgesagt werden. Bitter für die Veranstalter, die sich Jahr für Jahr so viel Mühe machen. »Die Jubiläums-T-Shirts waren schon gedruckt«, erzählt Hauptorganisator Georg Kern. »Das war schade. Aber da kann man nichts machen. Man muss es nehmen, wie es kommt.«


Doch dieses Jahr war eine erneute Absage der Triathlon-Trophy kein Thema. »Wir wollten unbedingt etwas anbieten«, hebt Kern hervor. Doch die Durchführung von Präsenzveranstaltungen erweist sich auch in diesem Jahr als äußerst schwierig, weil viele Corona-Auflagen zu erfüllen sind. Letztlich habe man sich dann darauf geeinigt, dass es auf jeden Fall Online-Triathlons geben soll, wenn Präsenzveranstaltungen nicht durchführbar sind. »Wir wollen die Trophy nicht einschlafen lassen«, begründet Kern den Schritt zu den virtuellen Versionen. »Wir wollen den Triathleten damit auch signalisieren, dass es weitergehen wird.«

Anzeige

Insgesamt gehören fünf Veranstaltungen zur Sparkassen-Triathlon-Trophy – und zwar der Triathlon Braunau, der Triathlon Rabenden, der Thumsee Triathlon, der Höglwörther-See-Triathlon und der Triathlon Schnaitsee.

Als man die Trophy vor 30 Jahren ins Leben gerufen habe, sei der ursprüngliche Plan gewesen, dass man sechs Rennen im Rahmen der Trophy anbieten wollte. »Aber es sind dann immer wieder welche weggebrochen, aber eben auch neue dazugekommen«, berichtet Kern. Aber nicht jedes Rennen schafft die Aufnahme in die Serie, ergänzt der Organisator. Grundvoraussetzungen sind etwa, dass »jeder Wettkampf seinen ganz eignen Charakter hat und die Rennen letztlich auch eine familiäre Geschichte sind«. Hauptgrund, warum die Idee zur Trophy überhaupt entstanden ist, war übrigens ein ganz simpler: Die einzelnen Veranstalter wollten sich untereinander besser absprechen und austauschen. »Damit hat es letztlich auch keine Terminüberschneidungen mehr gegeben.«

Für dieses Jahr hofft man jetzt, durch die virtuelle Version vielleicht auch wieder den einen oder anderen Athleten für den Triathlon-Sport begeistern zu können. Der größte Vorteil ist, dass man die drei Disziplinen einzeln und auch an unterschiedlichen Tagen absolvieren kann. Neben Einzel-Starts sind auch Staffel-Starts möglich. »Für Quereinsteiger ist das eine gute Möglichkeit«, sagt Kern.

Der Startschuss für die virtuellen Auflagen ist bereits gefallen – der erste davon ist schon über die Bühne gegangen:  Der Triathlon ATSV Braunau führte seinen Sprint virtuell durch. Der Triathlon über 600 Meter Schwimmen, 29 Kilometer Radfahren und 6 Kilometer Laufen konnte an jedem beliebigen Ort durchgeführt werden. Das Fazit der Braunauer fiel rundherum positiv aus. »Wir sind zufrieden, dass wir so eine virtuelle Veranstaltung jetzt auch einmal ausprobiert haben«, betont Obfrau Nicole Jankowski. »Und wir haben ein tolles Feedback der Teilnehmer bekommen«, ergänzt sie.

Nach Braunau ist jetzt als zweiter Wettbewerb der Triathlon Rabenden in Szene gegangen. Bis zum 30. Juni können die Triathleten die Originalstrecken dort noch absolvieren. Diese bleiben für alle Disziplinen wie in den Vorjahren gleich – es muss also 400 Meter geschwommen, 21 Kilometer mit dem Rad gefahren und 5 Kilometer gelaufen werden.

Der Unterschied zum ersten Wettkampf in Braunau ist: In Rabenden muss der Triathlon eben direkt am Veranstaltungsort durchgeführt werden. »Dafür weisen die Veranstalter eben auch die Originalstrecke extra aus«, informiert Kern. Und: Nachdem jeder Athlet die Strecke eigenverantwortlich absolviert hat, muss er seine Zeiten in der App Strava hochladen – auch das ist anders als in Braunau. »Bei uns waren die Originalstrecken leider nicht möglich«, informiert Nicole Jankowski. Denn das Schwimmbad habe noch nicht aufgehabt und auch die Radstrecke in Braunau sei ohne Streckenposten und ohne Schilder zur Geschwindigkeitsreduktion zu gefährlich. Dennoch zähle auch der Braunauer Triathlon zur Trophy-Wertung.

Die Veranstalter in Anger haben ebenfalls bereits alles für die virtuelle Auflage in die Wege geleitet. Am Thumsee ist noch offen, ob nicht doch eine Präsenzveranstaltung durchführbar ist – wie übrigens auch schon 2020. Der Thumsee-Triathlon war einer der wenigen Veranstaltungen, die dank eines umfassenden Hygienekonzepts und mit deutlich weniger Startern über die Bühne ging. Termin für dieses Jahr wäre der 11. Juli.

Auch der Triathlon Schnaitsee hat mit dem 1. August noch einen Präsenztermin stehen. Man plant aber auch eine virtuelle Version.

Der SC Anger ist dann mit seiner Online-Auflage vom 1. bis 31. Juli an der Reihe. Beim Höglwörther-See-Triathlon müssen die Athleten 400 Meter schwimmen, 20 Kilometer Rad gefahren und 5 Kilometer laufen. Auf der Internetseite www.sc-anger.de findet man alle Informationen zum Wettkampf, der auch eine geringe Startgebühr kostet.

Was bei allen virtuellen Versionen gilt: Nachdem die einzelnen Disziplinen auf den Originalstrecken absolviert worden sind, werden die Zeiten auf Strava hochgeladen. Die Wechselzeiten werden dabei nicht gezählt. Wer sich für einen richtigen Triathlon entscheidet, bekommt am Ende eine Zeitgutschrift. Und: »Wer dreimal startet, ist automatisch in der Trophy-Wertung dabei«, informiert Georg Kern. Am Ende wird es eine Rankingliste geben und auch ein Teilnehmergeschenk.

Für 2022 hofft Kern, dass man zu den Präsenzveranstaltungen zurückkehren kann. »Man wird aber abwarten müssen, wie es bis dahin ausschaut«, sagt er. »Aber ich bin mir sicher, dass es dann noch immer Hygienekonzepte geben wird, die man einhalten muss.« Das sei alles mit einem Zeitaufwand und Kosten für die Veranstalter verbunden, ergänzt er. Aber das schreckt die Organisatoren nicht ab. »Hauptsache es geht mit unseren Veranstaltungen weiter.«

SB

Mehr aus Traunstein
Mehr aus Traunstein