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»Wir wissen jetzt, wo wir stehen«

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Nachwuchstrainer Kristian Mehringer (Mitte) war mit den Leistungen von Marion Deigentesch (von links), Marco Groß, Dominic Reiter und Sophia Schneider größtenteils zufrieden. (Foto: Wukits)

Kristian Mehringer, Biathlon-Nachwuchstrainer vom Stützpunkt Ruhpolding, ist mit dem Abschneiden seiner jungen Sportler bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Rumänien im Großen und Ganzen zufrieden – allerdings mit einigen Einschränkungen: »Für einige war es nicht so einfach, da es die ersten großen internationalen Wettkämpfe waren. Sie haben sich selbst viel zu hohe Ziele gesteckt und sich deshalb unter großen Druck gesetzt«, bilanziert Mehringer. »Sie müssen noch lernen, dass sie bei Großereignissen nichts anderes zu machen brauchen als bei nationalen Anlässen auch.«


Immerhin schafften am Ende Dominic Reiter und Marco Groß den zweiten Platz in der Staffel und damit eine begehrte Medaille. Dominic Reiter vom SC Ruhpolding beendete alle Wettkämpfe in den Top 10 und das bei starker internationaler Konkurrenz. Er musste sich teilweise mit Kontrahenten messen, die bereits Weltcup- und IBU-Cup-Erfahrung haben. »Eine super WM von Dominic, auch wenn leider keine Einzelmedaille herausgesprungen ist«, betont Mehringer.

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Marco Groß mit Startproblemen im Einzel

Ähnlich sah es Reiter selbst: »Mir sind gute Rennen gelungen. Schade, dass es für eine Medaille nicht gereicht hat. Aber die anderen waren halt einfach besser. In der Staffel hatte ich läuferisch meinen besten Tag und so konnte ich die Silbermedaille sicher ins Ziel bringen«, freut sich der Ruhpoldinger.

Marco Groß hatte laut seines Trainers ein wenig Startprobleme im Einzel, steigerte sich aber im Sprint und der Verfolgung deutlich. »Platz 7 in der Verfolgung war ein richtig gutes Rennen. An seiner viertbesten Laufzeit sieht man, dass er wirklich ganz vorne mitlaufen kann«, so Mehringer.

Sophia Schneider vom SV Oberteisendorf ist mit dem 4. Platz im Einzel sehr gut in die Wettkämpfe gestartet. »Der Platz hat mich zunächst sehr geärgert«, gibt die 18-Jährige zu. »Wenn ich den letzten Schuss im Stehendanschlag getroffen hätte, wäre es Gold gewesen.« Immerhin schaffte das Talent die zweitbeste Laufzeit im Einzel – nach einer langen Krankheit im Sommer eine erstaunliche Leistung.

»Natürlich wäre ich gerne mit einer Medaille nach Hause gekommen. Aber ich habe einfach einen oder zwei Fehler zu viel geschossen. Insgesamt bin ich aber zufrieden«, sagt sie. Leider schaffte es Sophia Schneider nicht in die abschließende Staffel. »Wir Trainer hatten uns so entschieden, dass die besten Schützen laufen sollten«, erklärt der Trainer.

Die vierte im Bunde, Marion Deigentesch vom SV Oberteisendorf, lieferte gute Laufleistungen ab, ließ allerdings am Schießstand zu viele Scheiben stehen. »Im Einzel ging das mit drei Fehlern noch ganz gut«, meint Kristian Mehringer. »Die haben ihr dann aber doch so viel Druck gemacht und sie konnte im Sprint ihr Vorhaben, ein gutes Rennen zu machen, nicht umsetzen.« Nach einem Fehler im Liegendschießen folgten gleich vier beim Stehendanschlag. »Das ist ärgerlich gewesen, weil sie bis dahin gut im Rennen gelegen ist«, bedauert ihr Trainer. Für Kristian Mehringer und sein Trainerteam heißt es nun, die Wettkämpfe genau zu analysieren.

»Wir wissen jetzt, wo wir stehen und da gilt es, im Training anzusetzen. Damit wir für die nächste Saison wieder einen Schritt nach vorne machen können.« Insgesamt lobte Mehringer die gute Stimmung im Team. »Sie haben sich gemeinsam gefreut und untereinander getröstet. Ich bin stolz auf sie, weil sie menschlich einfach richtig super sind.« SHu