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»Wir stehen vor einer spannenden Saison«

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Er erklärt seinen Schützlingen ganz genau, was zu tun ist: Michael Greis, der Trainer der polnischen Damenmannschaft. (Foto: Wukits) Foto: Ernst Wukits

Vor acht Jahren hat Michael Greis seine erfolgreiche Biathlonkarriere beendet, seitdem ist der 44-Jährige als Trainer ein gefragter Mann. Aktuell trainiert er die polnische Damen-Nationalmannschaft. Mit dieser war er zuletzt zu einem siebentägigen Trainingslehrgang in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena.


Die Arena war zwischen 1996 und 2012 seine Trainingsstätte, auch seinen Wohnsitz hat er in dieser Zeit nach Ruhpolding verlegt. Dort fanden Greis und seine Damen in den vergangenen Tagen perfekte Bedingungen vor.

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Sechs Damen umfasst der aktuelle Kader, und die haben in diesem Winter einiges vor. »Wir stehen vor einer spannenden Saison – und ich freue mich darauf«, so der Trainer. Höhepunkt ist für das polnische Team die Weltmeisterschaft im slowenischen Pokljuka im Februar 2021. Zuvor gibt es bei den Europameisterschaften in Duszniki Zdroj ein Heimspiel für die Polinnen. »Das ist sehr wichtig für die weitere Saison im Weltcup, da wollen wir gut abschneiden.«

Wichtig ist für Greis aber auch ein guter Einstieg in den ersten Weltcupblock in Kontiolahti/Finnland und im österreichischen Hochfilzen mit jeweils zwei Bewerben. »Wir wollen uns kontinuierlich steigern, meine Damen sind ehrgeizig und wir vertrauen uns gegenseitig sehr.« Die Verständigung zwischen Trainer und Aktiven funktioniert in Deutsch, Englisch und etwas Polnisch.

Zusammenarbeit ist zunächst bis 2022 geplant

Im vergangenen Jahr hat der Nesselwanger das Team aus Polen übernommen, nachdem er zuvor die US-Skijäger betreut hatte. Die Zusammenarbeit ist zunächst bis zu den Spielen 2022 in Peking geplant. »Die Gespräche mit dem Verband waren sehr positiv, man hat mich gestärkt, ich bin sehr zufrieden und mein Konzept gefällt. Aber wie heißt es? Gut Ding' braucht Weile«, betont Greis. Er gibt offen zu, dass Peking natürlich im Hinterkopf ein Thema sei. Wichtig ist es nach Ansicht des ehrgeizigen Trainers auch, eine schlagkräftige Staffel im Weltcup zu stellen.

Bei der WM in Antholz hatten die Polinnen bis in die Schlussphase mit Monika Gwizdon geführt, ehe sie schließlich beim Sieg von Norwegen vor Deutschland auf dem siebten Platz landeten. In diesem Winter liegt es auch an Joanna Jakiela, Monika Hojnsiz-Starega, Natalia Tomaszewska, Kinga Zbylut sowie Karolina Piton und Kamilia Zuk, für die eine oder andere Überraschung zu sorgen.

Deswegen hat die Mannschaft in der Vorbereitung akribisch gearbeitet und das trotz mancher Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie. »Wir haben das Beste daraus gemacht, obwohl die Planung schwierig war«, schildert der 44-Jährige die Situation. Froh ist der ehemalige Gesamtweltcupsieger über die Verschiebung des Verbots des sogenannten »Fluor-Wachsens«. Die IBU hat die Maßnahme um ein Jahr verschoben, weil es aktuell kein 100-prozentiges Testinstrument von Fluorspuren gibt. Das Fluor-Wachsen soll wegen offensichtlicher gesundheitlicher und ökologischer Auswirkungen verboten werden. »Das wäre zu kurzfristig gewesen, um sich umzustellen«, erklärt Greis.

Verwundert über Absage in Ruhpolding

Verständnisvoll zeigt er sich über die Maßnahmen der IBU, die Weltcups im Zeichen von Corona so zu planen, dass etwa die Reisetätigkeit eingeschränkt wird. Deswegen gibt es im Januar auch keinen Weltcup in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena. »Das hat mich schon etwas verwundert, aber ich kann das auch verstehen.«

Mit Blick auf den Winter hofft er aber auch, dass die deutschen Biathleten ein Wörtchen an der Spitze mitreden können. Auf die Frage, ob er sich eine Tätigkeit als Trainer beim DSV vorstellen kann, kommt eine von ihm typische Antwort: »Es zählt für mich das Hier und Jetzt – und in Polen passt alles.« SHu

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