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»Wir sind motiviert bis in die Haarspitzen«

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Der Traunsteiner Radsportler Daniel Bichlmann ist am Sonntag im WM-Einsatz.

Was für eine Ehre für Daniel Bichlmann: Der Traunsteiner Radsportler wird mit seinem Team Stradalli-Bike-Aid bei der Weltmeisterschaft der Union Cycliste Internationale (UCI) in Katar starten. Die Teilnahme kam dabei etwas überraschend, wie Bichlmann verrät. »Die UCI hat meinem Team eine Wildcard für das Teamzeitfahren ausgesprochen – ausdrücklich, da sie das Konzept des Teams würdigen möchten.«


Rund 1000 Athleten aus mehr als 80 Ländern finden sich dabei von kommenden Sonntag an eine Woche lang zum ersten Mal zu einer Rad-WM im Mittleren Osten zusammen. »Starker Wind und extreme Hitze werden die prestigeträchtigen Wettkämpfe prägen«, ist sich Bichlmann sicher, der am Mittwoch mit seinem Team nach Katar gereist ist.

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Teamzeitfahren als Spezialdisziplin

Der Traunsteiner freut sich sehr auf den Start. »Ich bin sehr glücklich im Kader zu sein und freue mich darauf, am Start der Weltmeisterschaft zu sein – das ist eine ganz außergewöhnliche Erfahrung und ein Highlight meiner Karriere! Unter anderen Bedingungen werde ich wohl nie zu den Olympischen Spielen oder zu Weltmeisterschaften kommen.«

Das Teamzeitfahren steht bereits am Sonntag ab 14 Uhr auf dem Programm. Bichlmann freut sich schon riesig auf den Start: »Ich bin damit der erste Chiemgauer seit Alexander Kastenhuber 1996 in Lugano den diese seltene Ehre zukommt.« Das Teamzeitfahren sei eine absolute Spezialdisziplin von ihm, ergänzte der 28-Jährige. Es komme ihm auch als Fahrertyp gut entgegen, da üblicherweise große, kräftige Fahrer wie er im Vorteil seien. »Die Leistung, die ein Fahrer entwickeln kann, steigt nämlich ungefähr direkt proportional zu seinem Körpergewicht. Mit meinen 72 kg und meiner ausdauernden Tempohärte bin ich also recht gut geeignet für diese Art der Titelkämpfe.« Auch die Vorstellung, dass »Millionen Fans weltweit uns vor den Fernsehgeräten auf der 40 km langen Rennstrecke begleiten werden«, spornt Bichlmann zusätzlich an.

Der ehrgeizige Sportler gibt sich aber keiner Illusion hin. »Sportlich sind unsere Chancen natürlich praktisch nicht vorhanden. »Wie sollen wir mit Sky, Etixx-Quick-Step oder BMC mithalten«, fragt er sich und gibt sich gleich selbst die Antwort: »Vermutlich gar nicht, aber wir werden unser Bestes geben und sind motiviert bis in die Haarspitzen.«

Schließlich sei der Wettbewerb eine WM und »wir werden uns da nicht unter Wert verkaufen«. Insgesamt reisen sechs der 18 Fahrer seines Teams nach Katar. »Und ich bin dabei«, freut er sich. Große Unterstützung bekommt die Mannschaft übrigens auch von den Ausrüstern, die das Team perfekt ausgestattet nach Katar geschickt haben. »Ein Teamzeitfahren ist auch eine große Materialschlacht. Dank unseren Partnern wird unser Team sich aber nicht verstecken brauchen – wir werden sicher schon mal schnell aussehen.«

Das Konzept des Teams scheint also weiter aufzugehen. »Für uns ist diese Starterlaubnis eine Riesensache«, betont Eric Haus, Vorstand von Bike Aid. »Dass wir als eher kleines Profiteam mit einem doch überschaubaren Etat und dazu noch basierend auf einem gemeinnützigen Verein innerhalb von drei Jahren einen solchen Weg zurücklegen konnten, hätten wir uns selbst nicht erträumen lassen«, fügt er hinzu. »Erst der Gewinn der UCI-Africa-Tour 2014, Dan Craven und Mekseb Debesay über uns in die World Tour und jetzt Bike Aid am Start der Weltmeisterschaft zu sehen – mehr können wir mit den gegeben Mitteln nicht erreichen.« SB