»Wir müssen uns überraschen lassen«

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Perfekte Bedingungen: Auf einer hervorragenden Eisbahn konnte der Reit im Winkler Luca Bauer in Schweden trainieren.

Die Bedingungen waren hervorragend: Begeistert zeigt sich Eisspeedway-Pilot Luca Bauer (Reit im Winkl) von seinem Aufenthalt in Schweden. »Das Eis war richtig gut. Die haben sich sehr bemüht, es war ein Top-Trainingslager.«

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Allerdings zum Beginn auch mit Top-Kälte: »An den ersten Tagen hatte es 20 bis 25 Grad minus, dann gab es auch etwas Schneestürme«, berichtet der 22-Jährige. Trotzdem konnte er insbesondere am folgenden Wochenende noch einmal viele Fahrten absolvieren.

Mit diesen selbst war er jedoch nur teilweise zufrieden: »Es war mal gut, mal ganz schlecht und insgesamt durchwachsen«, zieht er eine gemischte Bilanz der insgesamt elf Trainingstage. Aber: Nach schlechten Tagen »war oft der nächste Tag wieder super«, konnte er feststellen, dass seine Leistungsfähigkeit grundsätzlich hoffnungsvoll ist.

Was das für den Verlauf der weiteren Saison – die durch die Corona-Pandemie ohnehin bestenfalls eine Mini-Saison sein wird – bedeutet, ist noch unklar.

Denn noch immer ist offen, ob der – einzige noch verbliebene – Lauf des Eisspeedway-Grand-Prix in Togliatti (Russland) stattfinden kann. »Wir hoffen, dass bald die Entscheidung fällt. Schließlich gibt es derzeit ohnehin nur montags vernünftige Flüge«, weiß Bauer.

Immerhin: Nachdem es zuletzt – trotz der Bemühungen der örtlichen Behörden in Russland – noch keine Einreisegenehmigungen zu einem Testrennen gegeben hatte, »sollen jetzt unsere Visa, die wir ja schon länger haben, wieder gültig sein«, zeigt sich Bauer erleichtert. Das hilft aber nur dann, wenn der WM-Lauf in Russland auch stattfinden kann – was angesichts der Diskussionen mit der Welt-Andidoping-Agentur WADA noch unklar ist. »Ein Motorrad von mir steht ohnehin schon dort, eine weitere Maschine würde mir jemand mitnehmen«, zeigt sich Bauer logistisch gut gerüstet.

Da es heuer auch keine WM-Qualifikation geben konnte, hat der Weltverband FIM Plätze für die Fahrer aus verschiedenen Nationen vergeben. Da Bauer für Italien startet, ist er gesetzt. Vom Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) würden Hans Weber (Schliersee), der für den MSC Teisendorf fahrende Markus Jell (Altfraunhofen) und Max Niedermaier (Edling) an den Start gehen, für Österreich Franz Zorn (Saalfelden) und Harald Simon (Pfaffenschlag). Weltmeister Daniil Iwanow (Russland) wäre ohnehin gesetzt gewesen, hinzu kamen nach den Ergebnissen der russischen Qualifikation noch Igor Konjonow und Dimitri Khomisewitsch. Für die Niederlande ist Jasper Iwema fix benannt, der zweite Fahrer steht noch nicht fest. Für Schweden sind Routinier Stefan Svensson und sein Sohn Niclas gemeldet, Finnland wäre mit Aki-Ala Riihimäki vertreten. Der 16. Fahrer des Hauptfelds würde durch die Veranstalter-Wildcard benannt, ebenso die zwei Reservefahrer.

Unter anderem Zorn, Iwema und die beiden Svenssons hatten übrigens zeitweise gemeinsam mit Bauer auf der Bahn in Yvik trainiert. »Das war wirklich bärig«, freut sich der Reit im Winkler.

Ob die Saison auch noch »bärig« verlaufen wird, ist schwer abzusehen. Noch immer ist ja auch für die Europameisterschaft in Tomaszow Mazowiecki (geplant für 13. März) keine definitive Zusage erfolgt. Und so gilt sowohl für den WM-Lauf als auch für die EM: »Wir müssen uns überraschen lassen.«

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