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Vorbereitungen für den Weltcup bereits auf gutem Stand – Deutsche Meisterschaft beginnt heute mit dem Speziallanglauf

»Wir leben hier Biathlon«

Für einen großen Teil der deutschen Biathleten geht es in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena ab dem heutigen Freitag (11 Uhr) beim zweiten Teil der Deutschen Meisterschaften darum, sich einen Platz im IBU-Cup und damit die Chance zum Aufstieg in den Weltcup zu sichern. Für die Organisatoren in Ruhpolding laufen aber bereits die Weltcup-Vorbereitungen auf Hochtouren.

Sie sind mit dem Stand der Weltcup-Vorbereitungen zufrieden (von links): Engelbert Schweiger, Markus Stuckmann und Claus Pichler. (Foto: Hohler).

Schließlich darf man beim Weltcup vom 9. bis 14. Januar 2018 »40 Jahre Biathlon in Ruhpolding« feiern. Daher soll den Fans noch mehr geboten werden als bisher, vor allem aber an Bewährtes angeknüpft werden. »Wir treiben jetzt 40 Jahre dieses Spielchen hier. Aus kleinen Anfängen ist eine echte Großveranstaltung geworden. Es erfordert enorm viel Einsatz von allen Beteiligten, dauerhaft die richtigen Bedingungen zu bieten und trotzdem noch familiär zu bleiben«, betont Claus Pichler, als Ruhpoldinger Bürgermeister zugleich Präsident des Weltcup-OK.

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Anforderungen sind gestiegen

Die Anforderungen sind auch in Sachen Schneesicherheit gestiegen. Schon seit über zehn Jahren legt man daher immer ein Schneedepot an. Froh sei man über das Projekt SIS (Sicherheit im Skisport), das vom DSV aufgelegt worden sei. Hier werden die Daten zur »Übersommerung« des Schnees wissenschaftlich ausgewertet. »Da gab es im Vorjahr auch viele Drohnenflüge für Messungen, das war fast wie in einem Hochsicherheitsbereich«, so Stadionleiter Engelbert Schweiger, zugleich OK-Vizepräsident.

Man sei immer noch auf der Suche nach Verbesserungen. Zum Beispiel entdeckte man in den vergangenen Jahren, dass dann, wenn das Depot nicht ganz voll war, sich die nicht vom Schnee bedeckten Betonwände erwärmten – und das Ergebnis verschlechterten. Das ist inzwischen abgestellt, und so darf man darauf hoffen, dass von den 14 000 Kubikmeter Schnee im Depot über 10 000 tatsächlich für den Winter übrig bleiben.

Auch für die Zuschauer haben sich die Ruhpoldinger Verbesserungen einfallen lassen. »Bei den Tribünen wurde die Zahl der Sitzplätze auf 500 verdoppelt. Aber das ist immer noch zu wenig, auch die Veranstalter in Oberhof und Antholz berichten von gestiegenem Interesse an solchen Plätzen«, so der OK-Vize. Insgesamt stehen auf der Tribüne 10 200 Plätze zur Verfügung, im Streckenbereich gut 15 000.

Auch die bisherige Zuschauerbrücke im Bereich des ehemaligen Fischer-S wird abgebaut. Dafür wird ab Oktober ein weiterer Zuschauerdurchlass erstellt, »dann fallen die Treppen weg, die aus Sicherheitsaspekten nicht so günstig waren«, so Schweiger.

»Auch bei den Videowänden hatten wir Nachholbedarf. Jetzt stehen fünf über das Stadion verteilt zur Verfügung. Außerdem wird auch die Situation bei den sanitären Anlagen und bei der Versorgung verbessert, sodass weniger lange Wartezeiten entstehen«, freut sich Ruhpoldings Tourismusdirektor Markus Stuckmann, der im OK als Medienchef eingebunden ist.

Ebenso wie Claus Pichler und Engelbert Schweiger sieht er die Weltcup-Vorbereitungen »gut im Soll.« Dass die Sportart Biathlon mit Ruhpolding und der Ort Ruhpolding mit dem Biathlon »fest verwurzelt« sei, »dem wollen wir bei der Eröffnungsfeier Rechnung tragen. Und wir werden uns auch zum Jubiläum die ein oder andere Überraschung während der Weltcup-Woche einfallen lassen«, verspricht Stuckmann den Fans.

Bemühungen »haben sich bezahlt gemacht«

Deren Interesse ist erfreulich. »Anscheinend haben sich unsere Bemühungen aus den vergangenen Jahren, noch einige Punkte zu verbessern, inzwischen bezahlt gemacht«, freut sich der Tourismuschef.

So ist es bei der Großveranstaltung Weltcup »trotzdem immer wieder unser Ziel, die gute Atmosphäre zu bewahren. Ruhpolding soll im Biathlon von der Stimmung her so ähnlich wie Wimbledon im Tennis bleiben«, betont Claus Pichler. Denn es gelte: »Wir leben hier Biathlon.«

Das tun die Sportler auch, für die es am heutigen Freitag mit dem Speziallanglauf (Männer 11 Uhr, Frauen 13 Uhr) zur Sache geht. Am Samstag (11 Uhr Männer, 13 Uhr Frauen) folgen die Massenstarts – die Staffeln der Landesverbände bilden am Sonntag (11 Uhr Männer, 13.30 Uhr Frauen) den Abschluss der DM – und zugleich den Startschuss für die »heiße Phase« der Weltcup-Vorbereitungen. ... who