weather-image
27°

»Wir können jeder Mannschaft Paroli bieten«

Stefan Mühlthaler (rechts) und die Waginger »Seerosen« wollen auch gegen den ESV Freilassing in der Erfolgsspur bleiben. (Foto: Weitz)

Gerade rechtzeitig vor dem zuschauerträchtigen Lokalhit der Fußball-Bezirksliga Ost gegen den TSV Waging am morgigen Samstag (Anstoß: 16 Uhr) hat der gastgebende ESV Freilassing in die Erfolgsspur zurückgefunden. Das gestärkte Vertrauen ins eigene Leistungsvermögen ist auch deshalb nötig, weil mit den starken »Seerosen« – als Aufsteiger auf dem hervorragenden fünften Platz liegend – ebenfalls ein Vorwochensieger mit viel Selbstbewusstsein anreist.


Die Truppe von Trainer Bernhard Zeif besiegte überraschend mit dem TSV Ottobrunn einen der Meisterschaftsaspiranten mit 1:0. »Es wird ein Spiel auf Augenhöhe«, ist man sich in beiden Lagern einig, wobei eine eigenartige Statistik aus den bisher absolvierten zehn Saisonspielen auffällt: Der ESV hat im eigenen Stadion noch keinen Sieg eingefahren; dagegen weisen die zu Hause ungeschlagenen Waginger in der Fremde eine Negativbilanz (1-1-3) auf. Nur beim SV Heimstetten II konnten die »Seerosen« bisher gewinnen.

Anzeige

Was den ESV anbelangt, rätselt man schon, weshalb ausgerechnet im eigenen Stadion drei Unentschieden und zwei Niederlagen zu Buche stehen, was sich in Rang zehn widerspiegelt. Dabei bildeten in der vorangegangenen Verbandsrunde die Partien vor heimischem Publikum die Basis, dass man am Ende die Vizemeisterschaft und die Relegation erreichte.

Im bisherigen Saisonverlauf hat sich noch keine Mannschaft absetzen können. Den derzeitigen Tabellen-13. Miesbach trennen vom neuen Spitzenreiter SB Chiemgau Traunstein nur neun Punkte. Nur Bad Aibling, 1860 Rosenheim II und vor allem Aschau/Inn schnappen etwas abgehängt nach Luft. Wie eng die Clubs rangeln, zeigt das Derby im ESV-Stadion auf: Waging hat in der Tabelle vor dem ESV zwei Zähler und fünf Plätze Vorsprung. Könnte nun die Lindner-Truppe erstmals zu Hause drei Punkte holen, wäre ein mächtiger Sprung nach vorne möglich. Damit dies gelingt, dafür sollen alle Kräfte mobilisiert werden.

»Wir müssen uns etwas einfallen lassen, um die sehr diszipliniert spielende Defensive des TSV auszuhebeln«, verweist ESV-Teamchef Hermann Lindner auf die schwere Hausaufgabe: »Wagings Vereinsführung hat schon im Vorjahr und auch heuer ein glückliches Händchen bei den Verstärkungen bewiesen. Der Kader ist noch kompakter geworden.« Lindner attestiert den »Seerosen« einen fangsicheren Top-Torwart, eine starke Viererkette, ein kombinationssicheres Mittelfeld und torgefährliche Stürmer und rechnet mit »überfallartigen Waginger Kontervorstößen, bei denen wir höllisch aufpassen müssen.« In den ESV-Kader kehrt Abwehrspieler Niko Otto nach seiner Rotsperre zurück, ansonsten steht Lindner die in Töging siegreiche Mannschaft der Vorwoche zur Verfügung.

Nach dem »etwas glücklichen Sieg gegen Ottobrunn«, so Wagings stellvertretender Abteilungsleiter Stefan Hinterreiter, freuen sich die Gäste aufs Prestigeduell in der Grenzstadt. Besonders stolz sind die Zeif-Schützlinge darauf, »dass wir erneut zu Null spielen konnten – und das gegen die beste Offensive der Liga«, so Hinterreiter. Angst vor dem Vorjahres-Vizemeister kenne man nicht. »Wir haben auch eine sehr starke Bank. Wenn wir einigermaßen komplett sind, dann können wir jeder Mannschaft der Bezirksliga Paroli bieten.«

Stefan Mühlthaler drängt wieder in die Startelf. Dagegen muss Zeif auf Manuel Karlstetter verzichten, der zwar nach seiner Schulterverletzung wieder ins Team zurückgekehrt war, jedoch diesmal wegen einer Infektion (mit Krankenhaus-Aufenthalt) nicht zur Verfügung steht. Zudem steht auf TSV-Seite hinter dem Einsatz von Manuel Sternhuber (Weisheitszahn-Operation) noch ein Fragezeichen.

Hinterreiter meint übrigens, »dass der ESV wegen seiner kurzen Sommerpause noch nicht da steht, wo er hingehört. Aber die Mannschaft kommt langsam wieder in Fahrt.« Als »besonders gefährlich« bezeichnet Hinterreiter die pfeilschnellen Spitzen Albert Deiter und Daniel Leitz: »Hier wird eine starke Defensivleistung erforderlich sein, um diese Spieler nicht zur Entfaltung kommen zu lassen.« Wichtig werde aus Waginger Sicht auch sein, »dass wir uns von Anfang an nicht verstecken, sondern gleich richtig dagegenhalten.«

Den aktuellen fünften Rang betrachtet man in Waging zwar als »schöne Momentaufnahme«, jedoch richte sich der Blick »nicht nach vorn«, betont Hinterreiter: »Derzeit haben wir sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Und in dieser sehr ausgeglichenen Liga kann man mit zwei Niederlagen gleich wieder hinten reinrutschen.« schl/cs