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Für die erfolgreichen Sportler gab's gleich noch am Flughafen in München einen Empfang. Dabei wurden sie auch gleich noch mit der »Schneeflocke« vom Skiverband Chiemgau (SCV) geehrt (von links): SVC-Vorsitzender Bernhard Kübler, Elias Seidl, Iva Moric, Johanna Puff, Lisa Spark, Marlene Fichtner und Hans Rambold, Sportwart Biathlon im BSV und SVC. (Foto: Kübler)

»Wir haben uns das alles hart erarbeitet«

Mit einer tollen Bilanz sind die heimischen Nachwuchsbiathleten von der Jugend- und Junioren-Weltmeisterschaft aus den USA zurückgekehrt. Insgesamt hat das deutsche Team zwei Gold-, fünf Silber- und fünf Bronzemedaillen gewonnen.


Einen großen Anteil daran haben die Skijägerinnen vom Stützpunkt Ruhpolding. Lisa Spark vom SC Traunstein holte Gold im Einzel, Bronze im Sprint und Silber in der Staffel, zu der auch Johanna Puff vom SC Bayrischzell gehörte. Puff trainiert seit Jahren in Ruhpolding. Drei Medaillen holte auch Iva Moric vom WSV Bischofswiesen im Jugendbereich. Sie gewann im Einzel Silber, im Sprint Bronze und mit der Staffel Silber, in der auch Marlene Fichtner vom SC Traunstein dabei gewesen ist.

Als verantwortliche Trainer waren vom heimischen Stützpunkt Andreas Birnbacher und Florian Graf in Soldier Hollow im Bundesstaat Utah vor Ort. »Mit den Ergebnissen bin ich sehr zufrieden, damit habe ich so nicht gerechnet. Mir war klar, dass die Mädels gute Leistungen bringen werden«, sagte der ehemalige Weltklasse-Biathlet Birnbacher. »Der Erfolg ist nicht immer nur Glück. Wir haben uns das alles hart erarbeitet. Das Training ist genau dafür ausgerichtet worden«, fügte der Trainer der DSV-Juniorinnen hinzu.

Eine absolute Spitzenleistung lieferte Lisa Spark bei ihren vier Einsätzen ab. Gold, Silber und Bronze sowie ein vierter Platz in der Verfolgung waren die Ausbeute der 21-Jährigen. »Ich bin sehr zufrieden, mit einem kompletten Medaillensatz heimzukommen. So hätte ich das nicht erwartet und ich bin glücklich, dass ich meine Leistung aus dem Training abrufen konnte«, betonte Spark.

Die Traunsteinerin sieht als Erfolgsrezept ihr konsequentes Arbeiten. »Natürlich gehört auch der Spaß dazu. Nur ohne das tolle Team, was hinter mir steht, würde es nicht gehen«, so die überglückliche Sportlerin.

Für Iva Moric war ihr erster großer internationaler Auftritt gleich ein Erfolg, den sie mit zwei Silber- und einer Bronzemedaille so nicht erwartet hat. »Mit so etwas habe ich überhaupt nicht gerechnet. Ich wollte mich einfach nur von meiner besten Seite zeigen«, lacht die 17-Jährige, die sich im Sommer noch mit einer Verletzung herumplagen musste.

»Vor allem freut es mich, dass ich am Schießstand sauber und ruhig gearbeitet habe«, fügt sie hinzu. Bei insgesamt 60 Schüssen in allen Rennen verfehlte sie nur zweimal das Ziel. »Es gab viele Emotionen, besonders in meinem Lieblingswettkampf dem Einzel, da habe ich zum ersten Mal überhaupt alle Scheiben getroffen. Schade, dass nur wenige Sekunden zur Goldmedaille gefehlt haben, trotzdem bin ich überglücklich«, sagt Moric.

Trainiert wird die 17-Jährige vom CJD Berchtesgaden von Stefan Laube. »Es ist immer schön, wenn Sportler nach einem schwierigen Jahr solche Erfolge feiern dürfen. Grundlage war ihre gute Schießleistung, läuferisch ist sie durch ihre Verletzung noch nicht bei hundert Prozent«, hebt ihr Trainer hervor. »Bei einer Weltmeisterschaft lernt ein Sportler unglaublich viel. Ich denke, Iva ist sehr motiviert und freut sich auf das harte Sommertraining.«

Für Marlene Fichtner verlief die WM in den Einzelrennen nicht immer nach Plan. Im Einzel war ihr bestes Ergebnis der achte Platz, zum Abschluss der Wettkämpfe gab es dann mit Silber in der Staffel doch noch die ersehnte Medaille. »Diese Medaille zum Schluss ist für mich das Schönste, was mir passieren hat können. Nach meinen Rennen zuvor, bei denen nie alles gepasst hat, hätte ich nicht damit gerechnet, dass ich Staffel laufen darf«, erzählt die bald19-Jährige. »Zum Glück habe ich das Vertrauen bekommen. Ich habe viel gelernt und ich bin mir sicher, dass ich solche Fehler kein zweites Mal machen werde«, betont die Landespolizistin.

Ebenfalls mit Silber in der Staffel konnte sich Johanna Puff vom SC Bayrischzell dekorieren. Die 19 Jahre alte Bundespolizistin trainiert bereits seit Jahren am Stützpunkt Ruhpolding und gehört aktuell zur Gruppe von Andi Birnbacher. »Leider hat bei den ersten beiden Rennen einiges nicht gepasst. Ich hatte besonders mit der Zeitumstellung zu kämpfen. Erst mit der Verfolgung (13., Anm. d. Red.) bin ich besser ins Laufen gekommen. Die Silbermedaille in der Staffel war ein versöhnlicher Abschluss für mich«, sagt Puff, die vorallem über den super Team-Spirit schwärmte.

Zum Lernen und Erfahrungen sammeln war die Teilnahme von Elias Seidl vom SC Ruhpolding gedacht. Der 17-Jährige schwärmte ebenfalls von der guten Stimmung im Team. »Mit den Rennen bin ich nicht ganz zufrieden, da ich nicht in der Lage war, vor allem am Schießstand meine besten Leistungen zu zeigen. Mit dem achten Platz mit der Juniorenstaffel bin ich zufrieden. Beim Schießen bin ich ohne Nachlader durchgekommen«, so Seidl.

So sah es auch Florian Graf, der verantwortliche Nachwuchstrainer am Stütz- punkt Ruhpolding, der während der WM die Mädchen betreute. »Das war für den Elias ein wichtiger Lerneffekt. In der Staffel hat er eine tolle Leistung gezeigt«, lobt Graf, der sich auch besonders über den Titel seines Schützlings Selina Grotian freute. Die Mittenwalderin gewann den Sprint und holte Bronze im Einzel. »Mir war nach den Leistungen während der Saison zuvor schon klar, dass wir da was holen können. Dass es gleich so gut läuft, war aber überraschend«, so Graf.

»Wir haben in Deutschland tolle Talente und es geht in Richtung Spitze. Dazu kommt jetzt aber der nächste Schritt und dementsprechend laufen die Planungen für die nächste Saison«, fügt sein Trainerkollege Birnbacher hinzu. »Ich bin persönlich sehr stolz, was wir da erreicht haben.«

SHu

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