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»Wir haben das beste und schnellste Eis Europas«

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DEC-Vorsitzender Hubert Graf bedankte sich bei Ursula Stief für 45 Jahre, die diese an der Spitze der Eiskunstlauf-Abteilung gestanden hatte. (Foto: S. Huber)

Hubert Graf wird für weitere drei Jahre die Geschicke des DEC Inzell leiten. Graf wurde bei den Neuwahlen anlässlich der Jahreshauptversammlung einstimmig als Vorsitzender bestätigt.


Graf betonte, dass in allen Abteilungen hervorragende Arbeit geleistet werde. Vor allem der Nachwuchs sei beim DEC hoch angesiedelt. Im Eisschnelllaufen gibt es elf Kadersportler – und das, obwohl die Normen dafür von der DESG sehr hoch angesetzt wurden. In der Saison 2014/15 gab es an jedem Wochenende Wettkämpfe. »Das ist nur durch das Engagement der ehrenamtlichen Helfer zu bewältigen«, betonte Graf. So wurden beim Weltcup im Dezember 180 Helfer benötigt, um den Aufwand zu stemmen. Über 2000 Sportler, Betreuer und Presseleute mussten akkreditiert werden.

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Inzell ist laut Graf bei den Sportlern aus aller Welt überaus beliebt. »Bestzeiten werden bei uns gelaufen, schließlich haben wir das beste und schnellste Eis Europas«, bemerkte der Vorsitzende stolz. Oft sind die Zeiten so gut, dass daraus Probleme entstehen. Zuletzt wurden von den deutschen Nachwuchssportlern zu viele Kaderzeiten erreicht: Kurzerhand erklärte die DESG dann den Wettkampf als ungültig. »Wir blicken bei den Kriterien beim Verband teilweise nicht mehr durch«, meinte Graf. Ärgerlich sei auch: »Unsere Ausbildung, was das 'duale System' in Inzell mit Eisschnelllauf und Shorttrack betrifft, wird von der DESG nicht honoriert«, bemerkte Graf weiter.

Keine freien Tage mehr auf der 400-Meter-Bahn

Erfreut zeigte sich der Vorsitzende über die sportliche Präsenz der Inzeller Läufer bei den Weltcups. Auch im Nachwuchs haben es mit Josephine Heimerl und Marie Saurler bereits zu einem Einsatz beim Junioren-Weltcup geschafft.

Wichtige Basisarbeit wird mit Kindergarten-Kursen und Schulsport geleistet. Die ehemalige Weltmeisterin Jenny Wolf und Markus Eicher forcieren derzeit den Schulsport. Neben Schülern aus den Nachbargemeinden waren zuletzt auch Schüler aus Garching und Bad Reichenhall vor Ort. »Wir haben im Prinzip keine freien Tage mehr auf der 400-Meter-Bahn«, freut sich Graf über den Zuspruch. Derzeit zählt der Verein 687 Mitglieder, 364 davon sind Eisschnellläufer. Die Erfolge seien nur durch das Engagement zahlreicher Sponsoren und des Fördervereins »Vision Ice« möglich, betonte Graf.

Von der Gemeinde forderte er die bedingungslose Unterstützung des Vereins, vor allem aus den Reihen des Gemeinderats sei diese nicht immer klar erkennbar. »Die Arena ist Wertschöpfung für hohe Übernachtungszahlen. 180 000 Euro werden pro Saison durch Fremdnutzung erwirtschaftet.«

Bürgermeister Johann Egger betonte, dass die Wertschätzung des Vereins seitens der Gemeinde sehr wohl da sei. »Wir versuchen den DEC so gut wie es geht zu unterstützen.« In diesem Zusammenhang bemerkte Hubert Hirschbichler, dass er sich allgemein mehr Unterstützung und Anerkennung der Max-Aicher-Arena durch alle Inzeller wünsche. »Schließlich profitieren wir alle davon«, meinte er. Keine großen Überraschungen gab es bei den Neuwahlen. Neben Hubert Graf wurde auch sein Stellvertreter Markus Eicher in seinem Amt bestätigt.

Den einzigen Wechsel gab es an der Spitze der Eiskunstlauf-Abteilung. Nach 45 Jahren an der Spitze übergab Ursula Stief das Amt an Anna Reinwart. Letztendlich stimmte die Versammlung mit einer Enthaltung einer Erhöhung der Beiträge zu.

Eisschnelllauf-Abteilungsleiter Marcus Geppert berichtete von einer regen Arbeit im Nachwuchsbereich. Über 100 Kinder sind auf den Kufen unterwegs. »Wenn wir in Deutschland unterwegs sind, fühlen wir uns immer als das 'Gallische Dorf'», bemerkte Geppert schmunzelnd. »Wenn wir uns die Erfolge ansehen, dann kann das alles nicht so schlecht sein, was wir machen.«

Stolz ist Geppert darauf, dass zum Saisonauftakt die Hälfte der Teilnehmer beim Weltcup aus Inzell stammte. Die Zusammenarbeit mit den Schulen wie der Achental-Realschule in Marquartstein und dem Chiemgau-Gymnasium sowie der Reiffenstuel-Realschule in Traunstein werde ganz groß geschrieben. Allerdings sei der Eisschnelllauf mit hohen Kosten verbunden, bemerkte Geppert, daher sei die Unterstützung durch den Förderverein »Vision Ice« sehr erfreulich.

Hohe Kosten für die Busfahrten

Die hohen Kosten beklagte auch Eishockey-Abteilungsleiter Olaf Becker. Alleine die Buskosten für die I. Mannschaft betrugen in der Saison 2014/15 rund 16 000 Euro. Sportlich kämpft das Team wie im Vorjahr gegen den Abstieg aus der Eishockey-Landesliga. 135 Aktive – davon 80 Jugendliche – jagen derzeit beim DEC Inzell dem Puck hinterher. Mit Wehmut und Dankbarkeit verabschiedete sich nach 45 Jahren an der Spitze der Eiskunstlauf-Abteilung, Ursula Stief. Sie versprach aber, dass sie dem DEC zur Verfügung stehe, wenn es nötig sei. 30 aktive Mädchen zählt die Abteilung. Ein Höhepunkt in der vergangenen Saison war die Teilnahme bei der Eröffnung der Special Olympics in Inzell. SHu