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»Wir brauchen finanzielle Unterstützung«

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Bernhard Kübler (rechts) zeichnet seinen Vorgänger Martin Hobmaier mit der Ehrennadel aus. (Foto: S. Huber)

Mit einer Bilanz seiner erst kurzen Amtszeit hat der Vorsitzende des Skiverbands Chiemgau, Bernhard Kübler, die Herbstversammlung begonnen. Dabei haben nicht alle Vereine im Bereich des Verbandes den Weg nach Hammer zum Gasthof Hörterer gefunden. Schade, denn Kübler fand zu einigen Themen deutliche Worte.


Zum Beispiel was die Moral bei den Verbandsmeldungen der Vereine betrifft. »Das muss besser werden. Das ist Betrug an der Solidargemeinschaft«, formulierte er es und fügte hinzu: »Das ist nicht nur ein Chiemgauer Problem.« Bei vielen Wettkämpfen würden von Vereinen mehr Kinder starten, als beim Verband gemeldet. »Ihr müsst euch klar sein, diese nicht gemeldeten Kinder sind nicht versichert«, mahnte Kübler. Außerdem forderte er, die Außendarstellung des Verbands zu verbessern. »Wir haben schließlich die besten Wintersportler Deutschlands hier im Chiemgau.«

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Auch finanziell will der Vorsitzende neue Wege im Bereich Marketing gehen. Um alles professioneller zu gestalten, hat der Skiverband den ehemaligen Weltklasse-Langläufer Tobias Angerer aus Traunstein ins Boot geholt. Er soll seine guten Kontakte zur Wirtschaft spielen lassen. Seit 2011 sind die Einnahmen beim Verband ständig gesunken.

Stolz ist Kübler darauf, dass bei Wettkämpfen im Skispringen, Langlaufen und Alpin über 800 Kinder teilnehmen. In diesem Zusammenhang verwies er darauf, dass der Fuhrpark vom Skiverband erneuert worden ist. In Kürze wird die offizielle Fahrzeugübergabe stattfinden.

Nicht zu billig verkaufen

Eine der wichtigsten Tätigkeiten ist die Gestaltung der neuen Internetseite des Verbands gewesen. Ab diesem Winter ist die Kreissparkasse Traunstein-Trostberg der Premiumsponsor der Rennserien im Ski Alpin, Langlaufen und Skisprung. Sie werden alle als »Sparkassen-Cup« bezeichnet. Darunter können weitere Rechte von Nachwuchsveranstaltungen an Sponsoren verkauft werden. »Wir setzen auf langfristige Kooperationen und wir werden uns auf keinem Fall billig verkaufen«, betonte Kübler und fügte hinzu, dass er bereits Interessenten abgesagt habe, weil die Konditionen nicht gepasst haben.

Erfreulich ist nach Worten Küblers die Tatsache, dass sich bereits eine Reihe von heimischen Sportlern für die Winterspiele 2018 qualifiziert oder beste Aussichten dafür haben. In ihren kurzen Berichten der Fachwarte wurde bekannt, dass sich Langläufer, Alpine, Biathleten, Skispringer und Snowboarder bereits mitten im Wettkampfmodus befinden.

Im Langlaufen sind fünf Sparkassen-Cups geplant. Zwischen 300 bis 350 Kinder sind am Start. 2018 wird es eine Deutsche Meisterschaft im Langlaufen in Reit im Winkl geben. Ein Jubiläum feiert die Mini-Vierschanzen-Tournee mit dem 50-jährigen Bestehen.

Im Bereich Biathlon sind derzeit einige junge Sportler im Profibereich unterwegs. Michael Willeitner, Matthias Dorfer, Dominic Reiter und Niklas Homberg sowie Sophia Schneider machen Hoffnung auf mehr. Rund 40 Schüler und Jugendliche sind am Stützpunkt Ruhpolding.

Im Snowboard ist der Skiverband Chiemgau ebenfalls gut aufgestellt. Vier bis fünf Aktive im alpinen Bereich können mit Olympia liebäugeln. Probleme gibt es bei den Alpinen im Nachwuchsbereich. Möglicherweise werden die Rennserien umgearbeitet, um diese Baustelle anzugehen. Nach oben passt es mit Athleten wie Marina Wallner (Inzell) und Josef Ferstl vom SC Hammer sowie dem Skicrosser Tim Hronek aus Unterwössen.

Im weiteren Verlauf der Herbstversammlung ist die neue überarbeitete Verbandssatzung vorgestellt worden. Zudem zeichnete Bernhard Kübler seinen Vorgänger Martin Hobmaier mit der Ehrennadel des Skiverbands Chiemgau aus.

Bei den fälligen Nachwahlen konnten zwei vakante Posten neu besetzt werden. Helga Hofer wird neue Schatzmeisterin für Marion Zeus und Werner Bartholomäus ist nun für den Bereich Ski Alpin zuständig.

Zum Schluss stellte der Leiter der Ruhpoldinger Chiemgau Arena, Engelbert Schweiger, die neue Ausrichtung der Anlage vor. In Zukunft wird die Chiemgau-Arena von der Gemeinde im Eigenbetrieb geführt. »Die Stützpunkte müssen sich stark aufstellen. Spitzensport kostet viel Geld«, appellierte Kübler noch an die Politik. Er fügte hinzu: »Es reicht nicht, wenn Politiker schöne Fotos mit Sportlern bei deren Erfolge machen. Wir brauchen finanzielle Unterstützung.« SHu

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