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»Wir bereiten uns aktuell auf alle möglichen Szenarien vor«

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Aktuell halten sich auch die Fußballerinnen der Region individuell fit. Die Ottingerinnen Beatrice Mayer (von links), Alexandra Schörgnhofer sowie Traunsteins Daniela Hächl hoffen aber darauf, bald wieder ihrem Hobby aktiv nachgehen zu können. (Foto: Weitz)

Auch bei den Fußballerinnen ruht aktuell der Ball. Wie und ob es in dieser Saison nochmals weitergehen wird, ist derzeit offen. »Wir hoffen natürlich noch, dass wir weiter spielen können«, sagt Michaela Heinzlmeier. Die Kreis-Beauftragte für den Frauen- und Mädchenfußball schob aber auch gleich noch hinterher: »Wir bereiten uns aktuell auf alle möglichen Szenarien vor.«


In der Bezirksoberliga stehen der SV Saaldorf, die DJK Traunstein und die DJK Otting in der Warteschleife. Traunsteins Trainer Andreas Abfalter hat vorerst darauf verzichtet, seinen Spielerinnen einen fixen Trainingsplan mit nach Hause zu geben. »Alle meine Spielerinnen sind sehr sportlich, die machen schon was«, ist er überzeugt.

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Eine sehr ungewohnte Situation

Die einzige Vorgabe, die er ihnen gegeben hat: »Sie sollen zwei- bis dreimal die Woche laufen und natürlich auch Kraftübungen machen. Damit, wenn es wieder losgeht, wir nicht bei Null anfangen müssen.« Auch für Abfalter selber ist das Ganze eine sehr ungewohnte Situation, wie er zugibt: »Normalerweise bin ich pro Woche vier- bis fünfmal auf dem Fußballplatz.«

Auch Karin Meier von der DJK Otting verzichtet auf konkrete Trainingspläne. »Ich habe meine Spielerinnen nur darauf hingewiesen, dass jede selbstständig zum joggen gehen sollte.« Sie denkt aber, »umso länger die Pause dauert, umso schwieriger wird es für jede einzelne Spielerin, das durchzuhalten. Joggen ist nunmal für einen Fußballer die Höchststrafe«.

Auch bei Kreisligist DJK Nußdorf gibt es aktuell noch keine Trainingspläne. »Die Mädels sind aber angehalten, sich daheim fit zu halten«, sagt Damen-Leiterin Conny Weist. »Ich denke aber, dass es schwierig ist, sich voll aufs Training zu konzentrieren, wenn um einen rum so viel Wichtigeres passiert.«

In der Kreisklasse 3 spielt der SV Neukirchen. »Die Mädels haben einen individuellen Fitnessplan – wie Joggen im häuslichen Umfeld sowie Fitness- und Stabi-Übungen vor zehn Tagen an die Hand bekommen – ansonsten ist Individualität gefragt«, sagt SVN-Trainer Ralf Wildner. Zuvor hatte der Coach sein Team seit Februar mit wöchentlichen Hallen- und Außentraining fit gemacht. Zudem war der SVN noch vor den Corona-Maßnahmen im Trainingslager im kroatischen Umag gewesen. Noch vor dem ersten Vorbereitungsspiel in Rott am Inn wurde dann aber der Spielbetrieb eingestellt.

Ob die Saison nochmals starten wird, in diesem Punkt gibt es unterschiedliche Ansichten. »Ich denke nicht, dass die Saison nochmals richtig losgeht«, sagt Conny Weist. Sie könnte sich allenfalls vorstellen, dass diese eventuell verkürzt werde. »Aber da muss man, glaube ich, die nächsten Wochen nochmals genauer schauen und die Situation neu bewerten«, sagt Weist.

Andreas Abfalter hofft sehr, »dass wir nochmals loslegen können«. Aber ein Risiko sollte dabei freilich nicht eingegangen werden. »Die Gesundheit steht ganz klar im Vordergrund«, betont er.

Wenn die Saison abgebrochen wird, ist er jedenfalls gespannt, wie diese gewertet wird. »Es wird nie für alle eine faire Lösung geben«, betont er. »Es wird auf jeden Fall dann Härtefälle geben.« Seiner Meinung nach könnte man beispielsweise auch das Halbjahresergebnis zählen lassen. »Im Herbst werden normalerweise ja ein paar Spieltage mehr ausgetragen wie im Frühjahr«, begründet er seinen Vorschlag.

Ralf Wildner geht davon aus, »dass die Saison nicht mehr zu Ende gespielt wird«. Ein Mannschaftstraining ist ja frühestens ab 20. April wieder möglich. »Ich benötige rund 14 Tage an Vorbereitung, da ohne diese das Verletzungsrisiko, beispielsweise zu hoch ist.« So könnte also frühestens Mitte Mai wieder begonnen werden, rechnet er vor. »Dann brauchen wir aber wahrscheinlich Englische Wochen, die bei uns bzw. im gesamten unteren Amateurbereich zeitlich bestimmt nicht durchführbar sind wegen Arbeit, Studium oder Schule.«

Man müsse auch nicht mit Nachdruck eine Saison zu Ende spielen, ergänzt er. »Die Gesundheit geht vor Titel. Aufstieg oder Abstiegsregel ließen sich bestimmt anderweitig regeln oder man spielt eine Nullsaison – also ohne Auf- und Abstieg.«

Karin Meier rechnet ebenfalls nicht mit einer Fortsetzung der Saison. »Das ist schade, aber viel wichtiger ist natürlich die Gesundheit aller!«

»Können es sicher nicht allen recht machen«

In diesen Tagen führt der Bayerische Fußballverband ja auch einige Webinare durch. Dabei können die Vereine auch ihre Sorgen und Bedenken äußern, hebt Michaela Heinzlmeier hervor. Er ist durchaus bewusst, dass ein Abbruch der Saison viele Schwierigkeiten mit sich bringen wird. »Wir können es dann sicher nicht allen recht machen. Aber wir werden versuchen, das Bestmögliche für alle Vereine rauszuholen, sollte es soweit kommen.«

Sollte der Spielbetrieb fortgesetzt werden können – und zumindest bei den Damen gäbe es etwas mehr Spielraum als bei den Herren und im Juniorenbereich, da die neue Saison bei den Frauen ja immer erst Ende August/Anfang September startet – wäre es aber auf alle Fälle so, dass die Teams eine rund zweiwöchige Vorbereitungszeit bekommen würden. »Dann hätten alle den gleichen Stand. SB

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