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»Willi« will's wissen

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Michael Willeitner vom SK Berchtesgaden bekommt in Ruhpolding eine Chance. Er wurde für den Sprint am Freitag nominiert.

»Willi wills wissen« – die Kindersendung wurde auf KiKA zuletzt am 18. Dezember 2016 ausgestrahlt. Derzeit ist sie nicht im Programm vertreten. Dafür gibt es beim Ruhpoldinger Weltcup einen »Willi«, der es am Freitag um 14.45 Uhr im Sprint wissen will: Michael Willeitner vom SK Berchtesgaden, Spitzname »Willi«, wurde dank starker Vorstellungen im IBU-Cup zum zweiten Mal in seiner Karriere für einen Weltcup nominiert. Seinen ersten Einsatz hatte der 26-Jährige in der Saison 2014/15 beim Sprint in Hochfilzen mehr schlecht als recht absolviert: Rang 69, Qualifikation fürs Verfolgungsrennen verpasst.


»Mit einem Auge schiele ich schon nach Hochfilzen«

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Nun jedoch hofft »Heimschläfer« Willeitner, der neben Biathlon gerne Skitouren macht und Motorrad fährt (»für beides bleibt leider nur wenig Zeit«), seine zweite Chance nutzen zu können. »Es ist eine große Sache für mich, in Ruhpolding dabei zu sein«, sagt der als ruhig und besonnen geltende Staffel-Europameister von 2014, der mit seinen 1,88 m durchaus als »Riese« bezeichnet werden kann. Deshalb laufe er auch »relativ oberkörperbetont«, erklärte er am Mittwoch in der Chiemgau-Arena, »dadurch kann ich meine Länge ins Spiel bringen – aber ich kann auch schießen...«, schmunzelt er.

In erster Linie wolle er »Spaß haben – dafür mache ich ja diesen Sport«. Doch auch der »Ernst« des Lebens, eine eventuelle Teilnahme an der WM in Hochfilzen (8. bis 19. Februar) – also dort, wo er sein Weltcup-Debüt gab – ist zumindest ein klein wenig in seinem Kopf verankert. »Das ist immer ein weiterer Traum, mit einem Auge schiele ich schon nach Hochfilzen«, gibt er unumwunden zu, »doch jetzt muss ich erst einmal hier meine Leistungen bringen und mich für die weiteren Weltcups empfehlen.«

Dass ein Heimrennen für ihn natürlich etwas ganz Besonderes ist, muss man nicht sonderlich erwähnen. »Viele Leute haben sich angemeldet, Freunde, Familie und so weiter«, meint er. Im Training hält er selbst mit Assen wie Simon Schempp mit, auch wenn der ein »Trainingsviech« sei. »Der hat im Training eine Geschwindigkeit drauf, die ist der absolute Wahnsinn!«

Auch von seinem früheren Trainer Fritz Fischer wird Willeitner gelobt. »Der ,Willi’, den ich drei Jahre trainiert habe, war immer sehr, sehr fleißig, er ist damals sogar mit meinem Sohn gelaufen«, erinnert sich der Staffel-Olympiasieger von 1992. Und er sieht auch einen ganz regionalen Aspekt des heutigen Willeitner-Auftritts: »Es wäre schön, wenn in seinem Sog viele Kinder aus dem Berchtesgadener Land jetzt sagen: ,Auch von da aus kann man es schaffen. Man muss kein Ruhpoldinger sein’. Ich wünsche ihm jedenfalls für den Freitag alles Gute!«

Willeitners Stärken sieht die Biathlon-Legende aus Ruhpolding sowohl im Laufen als auch in Schießen: »Er kann beides. Wenn er seine Emotionen in den Griff bekommt, dann passt es. Er ist groß gewachsen, soll sich einfach nur auf seine Stärken besinnen.« Dem 26-Jährigen müsse klar sein, so Fischer: »Wenn er vor seiner Heimkulisse im Weltcup starten darf, ist es das Schönste, was einem Sportler passieren kann.«

Auch Matthias Dorfer hätte in Ruhpolding eine Chance bekommen, muss jedoch krankheitsbedingt passen. Fischer sagt über den Skijäger vom SV Marzoll: »Der Hias ist ein Schießtalent, im Laufen muss er noch ein bisschen mehr tun. Er hat sehr dünne Hax’n – da hat er schon noch viel Arbeit vor sich, um international ganz vorne reinzulaufen. Leute wie ihn braucht man aber in Zukunft.«

»Matthias muss jetzt wieder richtig gesund werden«

Die Bundestrainer Mark Kirchner und Andi Stitzl werden ihn sicher bei Gelegenheit berücksichtigen, auch wenn das etwas dauern kann. Denn der Bergener Stitzl erklärt: »Matthias muss jetzt erst einmal wieder richtig gesund werden. Bis du nach so einem grippalen Infekt wieder soweit bist, brauchst du schon deine Zeit.« Auf die Frage, ob der Marzoller eventuell nächste Woche in Antholz eingesetzt wird, meinte der DSV-Disziplintrainer: »Es ist eher unwahrscheinlich, dass er dort läuft.«

Mit der Vorstellung der Staffel zum Wettkampf-Auftakt am Mittwoch in der Chiemgau-Arena war Stitzl alles in allem einverstanden: »So wie das Rennen gelaufen ist, können wir auf alle Fälle sehr zufrieden sein mit dem dritten Platz. Wir sind froh, daheim auf dem Podium gelandet zu sein.« Nun hofft er am heutigen Freitag auf ein Top-Abschneiden seiner Männer im Sprint. cs