weather-image

»Wieder die Wettkampfhärte erarbeiten«

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Fachsimpeln nach dem Training: Maren Hammerschmidt und Franziska Preuß, die sich auf die anstehenden Deutschen Meisterschaften als Formtest freuen. (Foto: Hohler)

Derzeit herrscht reger Trainingsbetrieb in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena. Auch die Sportler des heimischen Biathlon-Stützpunkts waren zuletzt hier aktiv.


Für sie steht nun bald der erste Saisonhöhepunkt an: die Deutschen Meisterschaften. Deren erster Teil wird am kommenden Samstag und Sonntag im Hohenzollern-Skistadion am Arber ausgetragen, der zweite Teil dann von 15. bis 17. September in der Chiemgau-Arena.

Anzeige

Am Arber stehen am ersten Tag die Sprints (11 Uhr Frauen, 13.30 Uhr Männer), tags darauf die Verfolgungs-Wettkämpfe (11 Uhr Frauen, 13.30 Uhr Männer) auf dem Programm. In Ruhpolding finden ein reines »Langlauf-Rennen auf Skirollern (Freitag), Massenstarts (Samstag) und die Staffeln der Landesverbände (Sonntag) statt.

Mit dem Stand der Vorbereitungen bei den Frauen ist Trainer Tobias Reiter derzeit zufrieden. »Wir konnten uns ohne größere Ausfälle vorbereiten. Es machen alle ihre Sache gut, auch das sogenannte B-Team hat sehr gut gearbeitet«, lobt er seine Sportlerinnen.

Deren Hauptziel sind in diesem Winter natürlich die Olympischen Spiele in Pyeongchang (Südkorea/9. bis 25. Februar 2018). Dabei setzen DSV-Co-Trainer Reiter und Damen-Cheftrainer Gerald Hönig darauf, das in den vergangenen Jahren das bewährte System »zu optimieren, aber bewusst nicht zu viel verändern. Denn da wäre das Risiko hoch, dass man den falschen Weg einschlägt«, so der 32-Jährige.

Die Marschroute sei es, mit hoher Qualität in die ersten Weltcup-Wochen einzusteigen. »Natürlich hofft man, dass man vor Olympia noch ein paar Prozent draufpacken kann – aber planen kann man das nicht wirklich«, weiß Reiter um die Unwägbarkeiten einer Saison.

Die Deutschen Meisterschaften sind für die im Weltcup zunächst gesetzten Franziska Hildebrand, Laura Dahlmeier, Franziska Preuß, Vanessa Hinz und Maren Hammerschmidt ein Formtest. Ebenfalls ohne Qualifikationsdruck kann Denise Herrmann an den Start gehen, denn sie ist für den ersten IBU-Cup gesetzt.

Alle anderen Sportlerinnen dagegen müssen versuchen, sich für diese internationale »Zweite Liga« des Biathlons erst einmal zu qualifizieren. Denn hier kann bei den ebenfalls stark besetzen internationalen Wettkämpfen nicht nur wertvolle Erfahrung gesammelt werden, sondern durch gute Ergebnisse können sich die Aktiven auch für den Weltcup anbieten. Gesetzt ist aus dem Stützpunkt Ruhpolding unter anderem Franziska Preuß (SC Haag). Nach ihren gesundheitlichen Problemen im vergangenen Winter »läuft es bis jetzt sehr gut«, freut sie sich. Allerdings »war das schon ein zäher Einstieg«, blickt sie auf den Beginn der Vorbereitung zurück.

Ein Magen-Darm-Virus und später auch noch ein Schweinegrippe-Virus hatten in der vergangenen Saison ihr Immunsystem erheblich geschwächt, »und ich habe mich fast drei Monate lang kaum bewegt. Aber jetzt habe ich mir ein gutes ärztliches System aufgebaut und bin bisher endlich mal komplett ohne Krankheiten durchgekommen«, zeigt sich die 23-Jährige erleichtert.

Ihr Hauptziel sei es, erst einmal an ihre Leistungen vor den Erkrankungen anzuknüpfen und gesund zu bleiben. Bei der DM habe der Leistungsvergleich noch nicht die oberste Priorität, »aber ich will mir wieder die Wettkampfhärte erarbeiten und in die Rennen reinfinden.« Zudem setze sie im Schießen auf einen neuen Schaft am Gewehr. »Damit komme ich gut klar und hoffe, dass ich das auch im Rennen rüberbringe.«

Im Schießen schon auf »anständigem Weg«

Auch ihre Stützpunktkollegin Maren Hammerschmidt (SK Winterberg) hat »einige Kleinigkeiten an der Waffe verändert.« Das neue System müsse noch angepasst werden, aber man habe hier unter anderem Hilfe von Thomas Wünn, »der kriegt das schon hin.« Insgesamt sei sie im Schießen »auf einem anständigen Weg«, und bis auf ein paar Wehwehchen – vor allem am Knie – habe es mit dem bewährten Trainingssystem gut geklappt.

Bei der Deutschen Meisterschaft gehe es nun darum, unter Wettkampfbedingungen zu sehen, »woran wir noch feilen müssen«. Werde das gut umgesetzt, könnte sich auch Hammerschmidts erstes Vorhaben für die Saison erfüllen, »gut in die Wettkämpfe im ersten Weltcup-Block reinzukommen und sich dabei schon möglichst für die Olympischen Spiele zu qualifizieren.« who