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»Wie bei Olympia-Teilnehmern«

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Die Schützengilde »Zur Heimat« Matzing hat auf elektronische Schießstände umgestellt. Die Neuanschaffung wurde jetzt im Rahmen eines Eröffnungsschießens vorgestellt. Der Schützenmeister Manuel Borries (kniend) erklärt den Gästen die Technik der neuen Schießanlage. (Foto: Rasch)

Die neue elektronische Schießanlage der Schützengesellschaft »Zur Heimat« Matzing ist nicht nur sicherer und ermöglicht eine präzisere Auswertung. Sie hat auch acht junge Leute motiviert, dem Schützenverein beizutreten. »Dadurch konnte die Jugendgruppe auf 20 Mitglieder erhöht werden«, freute sich Schützenmeister Manuel Borries beim offiziellen Eröffnungsschießen der neuen Stände mit Vertretern der Stadt, des Alzgaus und Sponsoren.


Letztere haben dazu beigetragen, dass die 21 000 Euro teure Anlage finanziert werden konnte. »Wir haben bei den meisten offene Türen vorgefunden«, lobte Borries die Unterstützung der Matzinger Betriebe. Der Freistaat Bayern habe die Anlage mit 25 Prozent bezuschusst und der Rest sei aus Eigenmitteln bestritten worden. Acht der insgesamt zehn Schießstände wurden mit der neuen Technik ausgestattet.

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Nach Angaben des Schützenmeisters sollen die zwei Stände, die noch über die alte Technik verfügen, voraussichtlich 2018 nachgerüstet werden. »Wir können jetzt unter den modernen Bedingungen trainieren, wie es auch die Olympia-Teilnehmer tun«, sagte Borries. Die neue Anlage sei nicht nur sicherer, sondern ermögliche eine präzisere Auswertung. Diese sei gerade bei den Wettkämpfen ein großes Plus. Er teilte auch mit, dass sowohl die Jugend- als auch die Erwachsenen-Mannschaft aktuell in der höchsten Klasse des Alzgaus Trostberg vertreten sind.

Auf der neuen Anlage wird der Schuss elektronisch auf einem Monitor angezeigt und die Daten werden durch einen Computer ausgewertet. Jeder Schütze hat einen Monitor neben sich und kann die Treffer sofort ablesen. Auch die Zuschauer und Schützen können die Treffer auf einem Bildschirm im Aufenthaltsraum mitverfolgen.

Die Idee, elektronische Schießstände anzuschaffen, war anlässlich des Doppeljubiläums mit der Freiwilligen Feuerwehr Matzing 2014 entstanden. Man habe sich darauf verständigt: »Wenn was übrig bleibt, investieren wir das Geld in elektronische Stände«, so Borries. Mit Unterstützung von Sponsoren und des Freistaats konnte die Anlage bereits im vergangenen Jahr in Eigenregie installiert werden.

Wegen der Termindichte sei es nach Angaben des Schützenmeisters aber erst jetzt möglich gewesen, die neue Anlage offiziell vorzustellen. Aus aktuellem Anlass wurden dazu auch die Nachbar-Schützenvereine eingeladen, um eine Scheibe auszuschießen. Am besten zielte dabei Florian Rothmayer von der SG Kammer-Rettenbach. Mit einem sagenhaften 4,4-Teiler sicherte er sich die Scheibe.

Die neue Anlage zum Großteil aus privaten Mitteln und ohne Unterstützung der Stadt zu finanzieren, fand Bürgermeister Klaus Ritter »bewundernswert.« Das Stadtoberhaupt überreichte dem Schützenmeister 300 Euro aus dem städtischen Budget. Als Vertreterin des Alzgaus Trostberg lobte Anna Holzner das Engagement der Matzinger. Der positiven Resonanz der Jugendlichen sei zu entnehmen, dass die Neuanschaffung den Zusammenhalt fördere, aus dem sich letztendlich auch ein sportlicher Ehrgeiz entwickle, so die stellvertretende Gauschützenmeisterin.

»Eine super und zukunftsweisende Errungenschaft des Schießsports«, freute sich der Schützenmeister der Traunwalchner Schützen, Norbert Alversammer, für den Nachbarverein. Damit die Matzinger das Rechnen nicht ganz verlernen, überreichte er dem Schützenmeister für die Kopfarbeit eine Darts-Scheibe.

Nicht nur als Patenverein der Matzinger Schützen, sondern aus gutem Grund informierten sich die Traunwalchner sehr intensiv über die neue Technik. Wie wiederholt berichtet, wird die SG Traunwalchen vom Sportheim Traunwalchen in das neue Traunwalchner Feuerwehrhaus in Oderberg umziehen. Der Baubeginn steht kurz bevor. Die Schützen werden dann ihr neues Domizil im Untergeschoss des Feuerwehrhauses soweit möglich in Eigenleistung ausbauen. ga