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»Wertvollster Spieler aller Zeiten«

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Der Kapitän geht von Bord: Trostbergs Eishockey-Idol Rainer Roßmanith durfte auch in seinem 700. und letzten Punktspiel für den TSV noch einmal jubeln. Er erzielte gegen den SC Forst gleich mal die 1:0-Führung – sein sage und schreibe 520. Tor, das auch die 450 Zuschauer frenetisch bejubelten. (Foto: Zucker)

Das war ein emotionaler letzter Auftritt von Rainer Roßmanith. Das Urgestein des Eishockey-Landesligisten TSV Trostberg (700 Spiele und 1159 Punkte) hätte die 4:5-Niederlage gegen den SC Forst fast noch verhindert. Doch sein letzter Torschuss – 15 Sekunden vor Schluss – ging nicht ins Netz des SC Forst. So blieb es beim 700. und letzten Punktspielauftritt nur beim Führungstreffer zum 1:0 (8.).


Die Chiefs konnten wegen zahlreicher Ausfälle nicht mehr an die grandiosen Leistungen der letzten Wochen anknüpfen. Ein Feuerwerk abgebrannt wurde dennoch – dank des Fanclubs »Die Ecke«, der mit Raketen zu Ehren von Rainer Roßmanith den Himmel erleuchtete, während auf der Eisfläche so manche Träne floss.

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»So einen unglaublichen Sportsmann zu verabschieden, das geht jedem nahe«, sagte TSV-Teammanager Stefan Feldner. Die ganze Mannschaft und viele ehemalige Mitspieler – darunter Jiri Lupomesky, Ken Grapentine, Werner Rehbock, Richard Szeredy, Michael Lehmann, Willly Bauer oder Tex Geißler – gratulierten dem 700-Spiele-Mann zu einer einzigartigen Laufbahn.

Bei den Chiefs wird teamintern nach jeder Partie der wertvollste Spieler des Abends gekürt und erhält als Trophäe einen Puck. Weil Rainer Roßmanith nach 26 Saisonen, 700 Spielen und unglaublichen 520 Toren und 639 Assists Trostbergs »wertvollster Spieler aller Zeiten« ist, bekam er von seinen aktuellen und früheren Kameraden gleich einen ganzen Rucksack voller Pucks mit persönlicher Widmung.

Roßmanith durfte nach unzähligen Erinnerungsfotos seine verdienten Ehrenrunden drehen – unter dem dankbaren Applaus des Publikums, der gegnerischen Spieler und selbst der Schiedsrichter.

Schon vor dem Eröffnungsbully hatte Abteilungsleiter Jörg Locker in seiner Dankesrede betont, dass Rainer Roßmanith nicht nur wegen seiner sportlichen Extraklasse, sondern vor allem wegen seines aufopferungsvollen Einsatzes auch außerhalb der Eisfläche unersetzlich ist. Besonders seine ehrenamtliche Arbeit für den Erhalt des Stadions hob Locker hervor. »Rainer hat nicht nur 1159 Scorerpunkte erzielt, sondern auch unzählige Stunden gerackert, gestrichen, die Bande repariert, und, und, und ...« Der Dank, der dem 44-Jährigen dafür gebührt, wird nun dauerhaft im Stadion verankert: mit einem Transparent, auf dem sich Hunderte Zuschauer und Spieler per Unterschrift verewigten.

»So lange haben wir gar nicht Zeit, das alles aufzuzählen«, sagte kurz nach dem Spiel Teammanager Stefan Feldner auf die Frage, was Rainer Roßmanith für die Abteilung geleistet hat. »Ein Vorbild auf dem Eis und in der Kabine, immer auf Kameradschaft und Teamgeist bedacht, einfach 100 Prozent Eishockey Trostberg – auf allen Ebenen, als Topscorer, Nachwuchstrainer, Stadionarbeiter und Helfer in allen Lagen.«

Klar, dass es wegen all dieser Verdienste kommende Saison auch noch ein großes Abschiedsspiel für Trostbergs Dauerbrenner mit der Nummer 20 geben wird.

Dass die Landesliga-Saison für die Chiefs mit einer unglücklichen Niederlage ausklang, war in der Endabrechnung zu verschmerzen. Denn die Abstiegsrundengruppe D hat man – weil Konkurrent VfE Ulm-Neu-Ulm in Kempten 3:6 verlor – trotzdem als Spitzenreiter mit drei Punkten Vorsprung abgeschlossen.

Trostberg Chiefs - SC Forst 4:5 (2:1, 0:3, 2:1): Tore: 1:0 (9.) R. Roßmanith, 1:1 (14.) Guggemoos, 2:1 (15.) Wren, 2:2 (21.) Zeitler, 2:3 (34.) Burger, 2:4 (37.) Grundner, 3:4 (43.) S. Feldner, 4:4 (52.) Wren, 4:5 (55.) Neumeier. – Strafminuten: TSV 8 + 10 für Grapentine wegen Reklamierens, SCF 14. – Zuschauer 450. tt