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Wertvolle Erfahrungen für Olympia 2016

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Der »bayerische Scharfschütze« (Bavarian Sniper) will zu Olympia: Serge Michel aus Traunreut.

Großes Test-Ereignis in Rio de Janeiro mit Traunreuter Beteiligung: Vom Weltverband AIBA wurden insgesamt 60 der besten Boxer für ein internationales Turnier in Brasilien auserwählt – darunter Serge Michel. Diese Konkurrenz sollte zugleich zu einer Art »Generalprobe« für die Olympischen Spiele 2016 werden.


»Serge konnte schon ein bisschen brasilianische Luft schnuppern – das sind sehr wertvolle Erfahrungen für ihn«, freute sich TuS-Abteilungsleiter Johann Wilhelm. Für den Halbschwergewichtler, der normalerweise bei den Profis in der APB (AIBA pro Boxing) erfolgreich antritt und sich auf die Olympia-Qualifikationen im Frühjahr 2016 hart vorbereitet, seien derartige Wettkämpfe »natürlich ideal«, sagt Wilhelm. Wichtig sei es derzeit, »dass man sich wieder auf drei Runden Kampfverlauf vorbereitet.«

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Denn im Gegensatz zu seinen Profikämpfen werden bei Olympia nur drei statt acht Runden absolviert. »Darauf muss man die Taktik ausrichten und sich die Kräfte ganz anders einteilen«, erklärt Wilhelm. Und Michel befinde sich auf einem sehr guten Weg, meint der Traunreuter Spartenboss. Im Halbfinale von Rio verlor er zwar gegen Joshua Buatsi nach Punkten. Doch in diesem sehr interessanten Duell gegen den starken Briten lieferte er eine tolle Vorstellung ab. Dabei agierte Michel dominant, leichtfüßig und äußerst beweglich, boxte auf langer Distanz genauso gut wie im Nahkampf und fühlte sich quasi als »Herr im Haus«.

Wie zu einem Sparring antretend, wich Michel den Schlägen seines Kontrahenten locker aus – ohne sich in Gefahr zu begeben oder einen Schlag zu kassieren. »Das ist großes und spektakuläres Boxen – wie aus einem Lehrbuch«, sagt sein stolzer Vater und Heimtrainer Eduard Michel. Nach der Videoanalyse gab sich Cheftrainer Michel sehr zufrieden und lobte seinen Schützling. »Ob der Gegner verdient gewonnen hat, sei dahingestellt. Nicht alle haben das so gesehen – aber so ist es nun mal«, betont Wilhelm.

Sicher müsse man noch daran arbeiten, einige Fehler abzustellen, gab Serge Michel selbst nach dem Kampf zu. Doch entscheidend seien die Olympia-Qualifikationen im nächsten Jahr. »Ich bin mir absolut bewusst, dass ich mich richtig entwickle«, gibt sich der Traunreuter sehr selbstbewusst. Auf jeden Fall gehe es für ihn »mit Vollgas« weiter und er werde »alles Mögliche dafür tun«, um seinen Traum, die Olympischen Spiele in Rio, zu realisieren.

Nun fliegt Serge Michel nach Sibirien zum nächsten internationalen Vorbereitungsturnier. Dort wird er sich nicht nur mit den Weltbesten messen sondern auch mit etwa 50 Grad Temperaturunterschied zurechtkommen müssen. »Im Vergleich zu Rio, wo es 25 Grad warm war, erwartet man in Russland bis zu minus 30 Grad«, ergänzt Wilhelm. cs

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