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»Wenn ich Biathlon mache, dann geht es mir gut«

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Sie hat eine hervorragende Saison hinter sich: Marion Deigentesch vom SV Oberteisendorf. (Foto: Wukits)

»Wenn ich Biathlon mache, dann geht es mir gut«: Diese Aussage von Marion Deigentesch vom SV Oberteisendorf bringt es auf den Punkt. Die 18-Jährige hat ein erstaunliches Jahr hinter sich und konnte eine Reihe von Erfolgen feiern.


Herausragend war wohl die Goldmedaille bei den EYOF-Spielen im rumänischen Brasov, wo sie Gold im Einzel und Silber in der Mixed-Staffel holte. Bei der Jugend-Weltmeisterschaft kam sie in der Verfolgung auf den dritten Platz. Schließlich kam noch der zweite Platz in der Gesamtwertung des Deutschlandpokals hinter Franziska Preuß (SC Haag) dazu.

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»Ich bin mit meiner Saison sehr zufrieden und habe eigentlich meine Erwartungen sogar übertroffen«, meint sie. Am meisten freute sich die Schülerin über den dritten Platz bei der Junioren-WM, weil sie dort mit den Älteren laufen musste und sie sich keine Chancen ausgerechnet hatte. »Den Erfolg kann ich mir nur durch mein gutes Training erklären, aber so ganz genau weiß ich es auch nicht, wieso es geklappt hat«, gibt sie ehrlich zu.

Großen Anteil am Erfolg hat neben ihren Angehörigen ihr Trainer am Stützpunkt Ruhpolding, Tobias Reiter. »Die Marion hat sich in den vergangenen drei Jahren sehr gut entwickelt. Sie hat sich von einer Durchschnittsläuferin zur Spitzenläuferin und auch von einer Durchschnittsschützin zu einer Topschützin entwickelt«, lobt Tobias Reiter. Neben Reiter haben aber auch Betreuer und Techniker wie Kristian Mehringer, Franz Lankes, Harti Laube und Herbert Zauner großen Anteil am Erfolg.

Jetzt aber heißt es erst einmal für die Schule zu büffeln, denn für die 18-Jährige steht das Abitur an. Nur durch tatkräftige Unterstützung ihrer Freundin Lena Streb konnte sie am Unterrichtsstoff dran bleiben. Streb schickte ihr immer per e-Mail die aktuellen Sachen aus der Schule, wenn sie im Trainingslager und bei Wettkämpfen war. Wenn Marion Deigentesch im Mai ihre Schule abschließt, will sie Profi-Sportlerin werden und bei einer Behörde unterkommen. »Das wäre eine gute Grundlage für mich, um auch irgendwann an der Weltspitze anzukommen«, hofft sie. Ein wenig spekuliert sie darauf, 2018 die Teilnahme an den Olympischen Spielen zu schaffen. Ähnlich sieht die Entwicklung auch ihr Trainer. »Sie hat sehr viel Potenzial und sie ist eine sehr willensstarke Sportlerin. Sie ist auf einem sehr guten Weg. Ziel sollte sein, einen ähnlich guten Übergang in den Profi-Bereich zu schaffen, wie Franziska Preuß. Ich traue ihr das zu.«

Angefangen hat Marion Deigentesch beim SV Oberteisendorf mit dem Langlaufen. Allerdings sei sie nie mit dem Klassisch-Laufen zurechtgekommen. »Ich habe einfach mal das Skating probiert und Schießen habe ich interessant gefunden«, erinnert sie sich. Schnell hat sie gemerkt, dass Biathlon das Richtige ist. Vor allem das Schießen mache die Faszination aus, man könne sich damit an einem läuferisch schlechten Tag verbessern und trotzdem vorne mitmischen.

Freimütig spricht Marion Deigentesch aber auch über ihre Schwächen beim Biathlon. »Oft bin ich am Schießstand nicht so konzentriert. Aber meine Stärke ist, dass ich mich von anderen am Schießstand nicht beirren lasse. Gut, manchmal, wenn die schnell neben mir schießen, merke ich das«, sagt sie schmunzelnd. Die 18-Jährige geht auch gerne ins Training, »dort bekomme ich meinen Kopf frei«, so Deigentesch. Auf dem Weg zur Weltspitze bleibt ihr kaum Zeit, um etwas anderes zu tun. Die wenige Zeit nutzt sie zum Lernen für die Schule. »Obwohl, wenn ich Freizeit habe, dann geht es auch um Biathlon, das ist ja schließlich auch mein Hobby.« Und wie meinte sie eingangs? »Wenn ich Biathlon mache, dann geht es mir gut.« SHu.