weather-image
25°

Wenig Fahrpraxis und viel Ärger

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Beim Trainingslager in Russland lief es für ihn nicht nach Wunsch: Günther Bauer. (Foto: Weitz)

Die Vorfreude auf die Saison ist getrübt. Eisspeedway-Pilot Günther Bauer aus Schleching konnte nämlich im Trainingslager in Russland – gemeinsam mit seinem 18-jährigen Sohn Luca – nicht so viel wie erhofft fahren. Er ärgert sich zudem über das Verhalten der Funktionäre im Deutschen Motor Sport Bund (DMSB).


In Kumertau »hat es an den ersten zwei Tagen geregnet, und weil auch die Eispräparation nicht ideal war, konnten wir nur an zwei Tagen wirklich fahren.« An einem Tag absolvierten Vater und Sohn je zweimal vier Runden, am zweiten Tag dann je dreimal vier Runden. »Für mich ist das kein so großes Problem, weil ich ja schon lange im Sport dabei bin. Aber Luca bräuchte halt einfach mehr Fahrpraxis«, bedauert der 44-Jährige.

Anzeige

Immerhin: »Wenigstens war der Aufwand nicht so groß, weil wir per Flugzeug angereist sind.« Bauer, der ein eigenes Motorrad in Ufa stehen hat, bekam dieses von dort – etwas über 200 Kilometer entfernt – von Rekord-Weltmeister Nikolaj Krasnikow mitgebracht, zu dem er seit Jahren ja guten Kontakt hat. »Für Luca war das schlimmer: Er hatte keine eigene Maschine und musste sich das Motorrad eines russischen Fahrers leihen, das für ihn von der Größe her nicht optimal gepasst hat.« Und weil es nicht die eigene Maschine war, »ist er natürlich vorsichtiger gefahren, um nichts kaputtzumachen.«

Immer wieder Probleme mit dem »Tennisarm«

Der Schlechinger selbst – der ja schon seit Jahren in Reit im Winkl lebt und auch als Greenkeeper des dortigen Golfclubs arbeitet – hatte noch ein weiteres Problem: Ihn plagt derzeit ein »Tennisarm«, »und das, obwohl ich ja überhaupt kein Tennis spiele.« Doch seit einem Armbruch vor zwei Jahren »habe ich immer wieder mal damit Probleme.« Im Klartext: Viele Schmerzen und wenig Kraft.

Insofern ist es möglicherweise gar nicht schlecht, dass derzeit »selbst in Schweden das Wetter nicht stabil genug kalt ist, um dort kurzfristig nochmal zu trainieren.« So erhält der Arm Schonung. »Der Zahn der Zeit nagt halt an mir«, lacht Bauer.

Weniger zum Lachen ist ihm dabei, wenn er an den deutschen Verband denkt. Für die WM-Qualifikation bekam der DMSB zwei Plätze für Ylitornio (Finnland/7. Januar) und drei für Strömsund (Schweden/14. Januar).

»In den vergangenen 20 Jahren wurden wir immer vom Verband gefragt, wer wo fahren möchte – jetzt haben die einfach entschieden, dass Luca und ich in Schweden antreten und uns gegenseitig die Punkte wegnehmen müssen«, klagt er. »Aber wenn lauter Ahnungslose fungieren, kommt halt sowas raus.« Dritter Pilot in Schweden ist übrigens Hans Weber (Schliersee), während in Ylitornio neben Max Niedermaier (Edling) auch der Ruhpoldinger Stefan Pletschacher antreten wird.

Dass Pletschacher an der weißrussischen Grenze an der Weiterfahrt zum Trainingslager nach Russland gehindert wurde (ihm wurde eine Kaution von 3000 Euro abverlangt, wir berichteten) ärgert auch Bauer. »Es wird immer schlimmer. Das ist doch ein Krampf, wir sind doch keine Verbrecher. Das macht langsam keinen Spaß mehr.« Und so steht auch der Motorrad-Weltverband bei Bauer in der Kritik: Wenn die wollen, dass wir in Russland Rennen fahren, dann sollen sie sich auch darum kümmern, dass wir an der Grenze gut durchkommen.«

Schließlich finden die ersten zwei Wettbewerbe der Einzel-WM (Grand Prix) in Russland statt: Am 4./5. Februar in Togliatti und am 11./12. Februar in Schadrinsk. Als weitere GP-Stationen folgen dann das kasachische Almaty (18./19. Februar), Berlin (4./5. März) und Heerenveen (Niederlande/1./2. April).

Team-WM in Inzell als Höhepunkt

Höhepunkt für die heimischen Fahrer ist jedoch die Team-WM. Diese wird am 11./12. März 2017 in der Inzeller Max-Aicher-Arena ausgetragen. Hier wie in der Einzel-WM will sich der neunmalige Deutsche Meister gut präsentieren. Vielleicht folgt ja nach der getrübten Vorfreude dann die große »Nachfreude« ... who