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Weltmeisterliche Hilfe für Günther Bauer und Stefan Pletschacher

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Sie hoffen im Winter 2016 auf gute Ergebnisse: die heimischen Eisspeedway-Asse Günther Bauer (links) und Stefan Pletschacher. (Foto: Weitz)

Nach der Saison ist vor der Saison – das gilt auch im Eisspeedway. Und so bereiten sich sowohl die Sportler als auch die Organisatoren bereits auf die kommenden Aufgaben vor.


Die Landesgruppe Südbayern im DMV, die als Ausrichter des Grand-Prix-Finales in der Inzeller Max-Aicher-Arena fungierte, hat sich bereits beim Weltverband FIM um die Austragung des WM-Finales 2016 (18. bis 20. März 2016) beworben.

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Ob der Weltverband dies so annimmt, ist noch offen. Gut dürften die Chancen aber sein, denn Inzell präsentierte sich wieder einmal als hervorragender Gastgeber für die Weltelite dieses spannenden Motorradsports. Neben den DMV- und anderen Helfern trugen unter anderem DJ Marc Anton Eicher (Musik Mae) aus Inzell sowie die Panthers Cheerleader des SC Vachendorf zu einer gelungenen Veranstaltung bei.

Zwei heimische Piloten – nämlich Günther Bauer (Schleching) und Stefan Pletschacher (Ruhpolding) – setzten zuletzt auf weltmeisterliche Hilfe und wollen dies auch in Zukunft tun.

Stefan Pletschacher wurde auch beim WM-Abschluss in Inzell von Ex-Weltmeister Anatolj Bondarenko betreut. »Inzell ist immer super«, lobte Bondarenko – und sprach dabei auch von persönlichen Erinnerungen. Schließlich hatte er 1979 seinen ersten (von zwei) WM-Titeln in Inzell geholt.

Bei Stefan Pletschacher »fehlen nur Kleinigkeiten«, macht er dem Ruhpoldinger Mut. Das tut gut, auch wenn Pletschacher in der Max-Aicher-Arena einen schweren Rückschlag hinnehmen musste: Er brach sich beim GP-Finale am ersten Tag das Schlüsselbein. »Ich bin am Boden zerstört«, gab er danach zu.

»Das Problem war ein Zweikampf mit Max Niedermaier. Er war weit außen, ich habe mit einem Reflex nach links gezogen, und danach sind das Vorder- und das Hinterrad wohl auf zwei verschiedene Rillen im Eis gekommen.« Die Folge: Der 36-Jährige stürzte und zog sich zum zweiten Male nach 2006 einen Schlüsselbeinbruch zu. »Mein privater Arzt Dr. Lorenz hat mich dann gleich noch nach Trostberg gebracht und untersucht«, lobt Pletschacher. Er bekam einen Rucksackverband, und da der Bruch bislang gut heilte, »war zum Glück keine Operation nötig«, freut er sich. Für die neue Saison soll es beim Gesamt-Sechzehnten der WM 2015 besser laufen. Bondarenko, der nach seiner aktiven Karriere über 20 Jahre als Diplomtrainer an der Hochschule arbeitete und in Togliatti als Eisspeedwaytrainer aktiv war, war schon vor dem GP in Inzell bewusst, »dass wir jetzt am Saisonende nichts mehr ändern können.« Doch für die kommende Saison will er mit Pletschacher intensiv an Verbesserungen feilen.

Ehemaliger Juniorenmeister als Mechaniker bei Bauer

Günther Bauer hat schon länger gute Verbindungen zu Rekord-Weltmeister Nikolaj Krasnikow. Der deutsche Topfahrer ist – wie Krasnikow – Mitglied des Motorsportclubs von Ufa (Russland). Und von dort unterstützte ihn bei einigen WM-Läufen auch Mechaniker Sascha Rodin. Der ehemalige russische Juniorenmeister, der wegen Rückenproblemen nach einer Verletzung seine Karriere beenden musste, schraubte gemeinsam mit Bauers Stamm-Mechanikern – darunter der Traunsteiner Manfred Knappe – und hatte sichtlich Spaß mit seinen Teamkollegen.

»Die Verständigung klappt ganz gut«, so Bauer. Seine Sprachkenntnisse in russisch sind zwar begrenzt, aber für das Fahrtechnische reicht es, »und verhungern oder verdursten müsste ich dort auch nicht«, betont der WM-Elfte von 2015. Vorwiegend allerdings wird deutsch gesprochen – das galt auch für Bauers Vortrag an der Moskauer Sportuniversität, bei der ein Dolmetscher Fragen und Antworten übersetzte. »Die meisten dort studieren Sportwissenschaft und Management. Das war eine interessante Erfahrung«, berichtet er.

Eher eine ärgerliche Erfahrung war der erste GP-Tag in Inzell, wo er nach einem Sturz sogar auf einen Lauf verzichten musste. Das kostete ihn letztlich den erhofften Top-Ten-Platz in der WM-Gesamtwertung, obwohl er tags darauf sogar Achter wurde und ins Halbfinale einzog. Lange hadern will der Schlechinger damit aber nicht. Dafür will der seit Jahren beste deutsche Eisspeedwaypilot in der nächsten Saison wieder richtig angreifen.

Momentan aber hat er anderes zu tun: Der 43-Jährige arbeitet als Greenkeeper beim Golfclub Reit im Winkl und bereitet da alles für die neue Spielzeit vor. Auch die Maschinen, bei denen sein technisches Wissen natürlich gefragt ist. Dieses kann er dann auch im Winter 2015/16 wieder im Eisspeedway anwenden. who

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