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Weltcup-Einsätze als Lohn für starke Vorstellungen

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Auch sie zeigte sich in Osrblie gut in Schwung – und soll daher auch noch einen Einsatz im Weltcup bekommen: Anna Weidel vom Stützpunkt Ruhpolding. (Foto: Wukits) Foto: Ernst Wukits

Mit mehreren Siegen und zahlreichen Podestplätzen hatten die deutschen Biathleten beim IBU-Cup in Osrblie (Slowakei) geglänzt. Vor allem für zwei von ihnen zahlt sich das nun unmittelbar aus: Vanessa Voigt (SV Rotterode) und Philipp Nawrath (SK Nesselwang/Stützpunkt Ruhpolding) dürfen beim Weltcup in Nove Mesto (Tschechien) vom 4. bis 7. März neben den je fünf Aktiven aus der WM-Mannschaft antreten – schließlich hat Deutschland ja je sechs Plätze im Weltcup. Zudem sind Justus Strelow (SG Stahl Schmiedeberg) und Anna Weidel (WSV Kiefersfelden/Stützpunkt) als Ersatz für die erste Woche in Tschechien gemeldet, in der zweiten Weltcup-Woche in Nove Mesto (11. bis 14. März) sind sie dann sicher dabei.


Voigts und Nawraths Weltcup-Einsatz überschneidet sich auch nicht mit ihren Ambitionen im IBU-Cup: Dessen Saisonfinale findet nämlich erst vom 10. bis 14. März in Ridnaun (Italien) statt. Sowohl Voigt als auch Nawrath peilen da sogar noch den Gesamtsieg an, schließlich beschert dieser den Athleten im folgenden Winter beim Auftakt-Weltcup ein persönliches Startrecht – unabhängig von der nationalen Quote.

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Auf Top-Ten-Plätze in der IBU-Cup-Gesamtwertung hoffen zudem noch Juliane Frühwirt (SVM Tambach-Dietharz/5. der Gesamtwertung), Anna Weidel (6.) und Marion Deigentesch (SV Oberteisendorf/9.). Es dürfen nämlich beim Weltcup-Finale in Östersund (Schweden/19. bis 21. März) grundsätzlich die ersten Zehn der IBU-Cup-Gesamtwertung antreten – allerdings können pro Nation maximal zwei Sportlerinnen aufrücken. Da aber eine Sportlerin aus dem Deutschen Skiverband (DSV) ja ohnehin ins »normale« Weltcup-Aufgebot rücken kann, stehen die Chancen gut, sich beim Saisonfinale einen Platz zu sichern.

Aufsteigende Formschon zum EM-Ende hin

Voigts starke Leistungen in Osrblie hatten Trainer Tobias Reiter – zuständig für den Anschlusskader (Lehrgangsgruppe Ib) der deutschen Biathletinnen – nicht überrascht: »Sie hatte schon zum Schluss der Europameisterschaften aufsteigende Form gezeigt. Und wenn man dann einen solchen Erfolg hat, kommt man auch in einen Flow«, kommentiert der Oberwössner die drei Einzelsiege der 23-Jährigen in Serie. »Das waren zwei gute Wochen – auch für das Selbstvertrauen der Damen.«

Dennoch mahnt Reiter dazu, die Ergebnisse nicht überzubewerten. Schließlich hätten – weil sie bei der WM am Start waren – beim IBU-Cup in der Slowakei rund 30 Sportlerinnen nicht teilgenommen, die zuvor bei IBU-Cups und EM am Start gewesen waren. Lob hätten sich seine Sportlerinnen für ihre Auftritte aber auf jeden Fall verdient, betont Reiter, denn »sie haben das auf alle Fälle sehr ordentlich gemacht.« Nur: »Das ändert nichts an unserer grundsätzlichen Auffassung, dass wir noch viel zu tun haben. Die Athletinnen haben den nötigen Ehrgeiz und den Willen, wir müssen hart und bodenständig arbeiten.«

Zudem gelte es, den Nachwuchs noch stärker im Blick zu haben. Daher sollten beim IBU-Cup in Ridnaun – je nach Leistungen bei der an diesem Samstag beginnenden Junioren-WM – bis zu drei Athletinnen und Athleten aus dieser Altersklasse ihre Einsätze erhalten. »Sie sollen die Chance bekommen, sich auf höherem Leistungsniveau zu messen.«

Es sei wichtig, die jüngeren Sportler »möglichst frühzeitig an diese Wettkampfebene heranzuführen.« Dies umso mehr, weil der IBU-Juniorencup in diesem Winter wegen der Corona-Pandemie komplett abgesagt worden war und die Junioren damit kaum Wettkämpfe bestreiten konnten.

Ebenfalls noch gut im Rennen um den Gesamtsieg liegt bei den Männern Philipp Nawrath: Nur das norwegische Duo Sivert Guttorm Bakken (452 Punkte) und Filip Fjeld Andersen (451) liegt vor dem 28-Jährigen (442), auch Justus Strelow (7./380) hat noch gute Chancen auf die Top Ten. Zu beachten ist allerdings: Jeder Athlet hat zwei Streichresultate, das könnte noch zu leichten Verschiebungen im Klassement führen. Das Ziel ist natürlich der Gesamtsieg, »aber das wollen die Norweger auch«, weiß Trainer Remo Krug (Inzell), dass es für Nawrath keine leichte Aufgabe wird. Ebenso wenig wie der Start im Weltcup, »aber er hat ja schon gezeigt, dass er da gut mithalten kann.« Der 28-Jährige war – bedingt durch eine Leistenbruch-Operation im vergangenen Mai – ja erst deutlich verspätet ins Training eingestiegen, zeigte sich jedoch schon in den vergangenen Wochen sehr gut in Form.

Auch Krug, der für die »zweite Garde« bei den Herren zuständig ist, verweist darauf, dass insgesamt noch viel Arbeit bleibt. »Wir haben schon einige gute Athleten, aber wir müssen weiter versuchen, die Qualität zu verbessern.«

Bis zu drei Juniorenin Ridnaun am Start

Um den Nachwuchs früher an höhere Aufgaben heranzuführen, sollen daher auch bei den Männern beim IBU-Cup-Finale in Ridnaun bis zu drei Athleten aus dem Kader der Junioren-WM eingesetzt werden. So soll es auch ihnen ermöglicht werden, dazuzulernen. Schließlich soll für sie aus dem Fernziel Weltcup bald ein »Nahziel« werden – und aus der Junioren-WM-Teilnahme in einigen Jahren auch eine Teilnahme an der WM der »Großen« ... who

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