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Weltcup auf den Olympia-Strecken statt IBU-Cup in Finnland

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Sie darf zum Weltcup nach Pyeongchang: Denise Herrmann vom Stützpunkt Ruhpolding. (Foto: Wukits)

Die Vorbereitung auf die letzten Rennen der Saison im IBU-Cup standen für das Team zuletzt in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena auf dem Programm. Doch Denise Herrmanns Vorbereitungsplan wurde kurzfristig geändert: Statt am kommenden Montag mit dem IBU-Cup-Team nach Kontiolahti (Finnland) zu fliegen, geht es für die 28-Jährige aus dem Stützpunkt Ruhpolding schon am heutigen Samstag nach Südkorea. Dort findet in Pyeongchang auf den olympischen Strecken von 2018 der drittletzte Weltcup der Saison statt, der erste Wettkampf ist der Sprint am kommenden Donnerstag.


»So weit östlich weg war ich noch nie«, so die Sportlerin des WSC Erzgebirge Oberwiesenthal. Sie kann sich gleich doppelt auf die Herausforderung in Südkorea freuen: Zum einen, weil die Nominierung ein Lohn für gute Leistungen in dieser Saison darstellt, zum anderen, weil sie darauf hofft, 2018 auch an den Olympischen Spielen in Südkorea teilnehmen zu können.

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Dann hätte sich für sie ihr Umstieg vom Skilanglauf zum Biathlon schon frühzeitig bewährt. Erst zu dieser Saison war sie in den Biathlonsport übergewechselt – und freut sich darüber, dass es schon so gut in der neuen Sportart läuft. Das Schießen hatte sie vorher nicht trainiert, »da bin ich immer nur am Schießstand vorbeigelaufen«, lacht sie. Doch als es in die Saisonvorbereitung ging, »habe ich da viel Zeit investiert.« Sowohl in Ruhpolding als auch in Oberhof und in Suhl eignete sie sich viel Können und Basiswissen rund ums Schießen an. »Da war der Tag ganz schön ausgefüllt.«

Vor allem die Wettkämpfe bedeuteten eine große Umstellung: »Es ist eine Sache, wenn man im Training schießt, und eine andere, die Konzentration zu behalten, wenn dann im Wettkampf mehrere Konkurrentinnen neben einem schießen.«

»Ein Fehler weniger hätte eine Medaille bedeutet«

Insgesamt gesehen klappte das heuer schon erstaunlich gut, auch wenn es Rückschläge gab. Dazu gehörte – trotz passabler Trefferquote von 80 Prozent – unter anderem der Sprintwettkampf bei der Europameisterschaft. Nach zwei Schießfehlern wurde Herrmann Fünfte. »Einer weniger, und ich hätte eine Medaille geholt«, bedauert sie.

Und das trotz der Konkurrenz von späteren WM-Teilnehmerinnen wie Julia Dschima (Ukraine/holte Silber mit der Staffel in Hochfilzen), Swetlana Sleptsowa (24. im WM-Verfolgungslauf) und Irina Starych (beide Russland/unter anderem 4. des WM-Verfolgungslaufes), die die ersten drei EM-Plätze belegt hatten.

Denise Herrmann ist ohnehin positiv überrascht über den gelungenen Saisonverlauf. »Mein Ziel war es erst einmal, mir überhaupt einen Platz im IBU-Cup zu erkämpfen.« Das gelang, und sie legte auch in der hart umkämpften »Zweiten Liga« des Biathlonsports einen starken Start hin: Auf Anhieb gewann sie den ersten Sprint in Beitostölen (Norwegen) und wurde zwei Tage später Dritte.

Es folgte unter anderem ein erfreulicher Weltcup-Auftritt in Pokljuka (Slowenien/18. Sprint und 21. Verfolgung) und ein wenig gelungener Sprint (72. Platz/4 Schießfehler) in Nove Mesto (Tschechien). Doch solche Rückschläge gehören dazu. »Es kann einfach noch nicht in jedem Rennen klappen«, weiß die 28-Jährige.

»Ein Rückwechsel ist nicht geplant«

Sie hatte sogar noch einen Gaststart im Skilanglauf-Weltcup, »und da habe ich in Toblach gleich die halbe WM-Norm geschafft.« Wäre jetzt nicht das Biathlon-Saisonfinale angestanden, »hätte ich wohl am letzten Wochenende in Otepää (Estland, d. Red.) auch noch versucht, mich für die Nordische Ski-WM zu qualifizieren.« Doch das passte nicht zum Biathlon-Zeitplan, und ihre neue Disziplin geht ganz klar vor: »Ein Rückwechsel ist nicht geplant«, stellt Denise Herrmann klar.

Dabei hatte sie der Skilanglauf letztlich nach Ruhpolding geführt. Schon seit Sommer 2010 ist sie hier am Stützpunkt, »und wir hatten auch immer eine gute Gruppe hier, unter anderem mit Steffi Böhler und Trainer Bernd Raupach.« Zudem »wollte ich damals einfach mal etwas anderes machen und in eine andere Gegend kommen. Und hier hat man auch im Sommer sehr gute Trainingsmöglichkeiten«, freut sie sich.

Man bekomme im Laufe der Zeit natürlich auch vieles von der Gegend mit, »ich wohne ja auch nah am Ortskern von Ruhpolding.« Zudem »fährt auch schon mal zum Beispiel nach Salzburg – aber bei zweimal Training am Tag ist die Zeit schon recht begrenzt.«

In den ruhigeren Vorbereitungszeiten geht es auch ab und zu ins heimatliche Erzgebirge, aus dem sie vor gut zwei Jahren Verstärkung bekommen hat. Ihre Schwester Nadine gehört inzwischen auch im Langlauf dem Stützpunkt in Ruhpolding an. Bei ihr »ist kein Wechsel zum Biathlon in Sicht«, lacht Denise Herrmann.

Für sie selbst geht es nun auch im »Rest« der Saison darum, »möglichst viele Erfahrungen bei den letzten Weltcups zu sammeln.« Schließlich »ist es schon eine Ehre, dass ich da mitfahren kann. Denn wer in Deutschland stark ist, ist auch im weltweiten Vergleich stark.«

Gelingt es, dank der Erfahrungen dieses Winters mit einer besseren Basis in den kommenden Winter zu starten, könnte sie dann noch mehr Weltcup-Einsätze bekommen – möglicherweise ja auch im Januar 2018 in Ruhpolding. »Ja, das wäre schön«, hofft sie. Und möglicherweise gelingt es vor eigenem Publikum, sich für die Olympischen Spiele zu empfehlen. Die Strecken in Pyeongchang kennt sie dann ja schon ... who