weather-image

Weiß gleich gegen Altintop

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Seppi Weiß (links, hier mit SVK-Physiotherapeut Werner Salger) sitzt morgen erstmals als Cheftrainer des SV Kirchanschöring auf der Bank. (Foto: Butzhammer)

Die Premiere von Seppi Weiß als Cheftrainer des Fußball-Bayernligisten hat es in sich: Am morgigen Samstag kommt es für den Nachfolger von Michael Kostner gleich zum Trainerduell mit Halil Altintop, der beim Tabellenletzten TSV Schwaben Augsburg das Zepter schwingt. Anstoß im Ernst-Lehner-Stadion an der Stauffenbergstraße ist um 14 Uhr.


Über Altintops Karriere könnte man Bücher schreiben. Fakt ist, dass er unter anderem für Trabzonspor, Schalke, Kaiserslautern, Eintracht Frankfurt und den FC Augsburg am Ball war. Zudem spielte der 36-Jährige 38 Mal für die türkische Nationalmannschaft, für die er acht Tore erzielte. Als Coach war Halil Altintop (Zwillingsbruder von Hamit Altintop, der unter anderem auch für den FC Bayern und Real Madrid spielte) unter Markus Weinzierl beim VfB Stuttgart tätig – als Mitglied des Trainerstabs und zuständig für »individuelle Maßnahmen«, wie es seinerzeit hieß.

Anzeige

»Er ist über Jahre Profi gewesen«, sagt der 39-jährige Weiß über seinen prominenten Kollegen, »und natürlich eine absolute Bereicherung für diese Liga. Wenn der keine Ahnung hat, dann weiß ich es auch nicht...« Respekt vor dem Schlusslicht flößt Weiß auch das jüngste Schwaben-Ergebnis (1:1 bei Spitzenreiter FC Pipinsried) ein, was der frühere Spielertrainer des TSV Altenmarkt und des SC Inzell auch unumwunden zugibt: »Wenn eine Mannschaft in Pipinsried punktet, muss sie stark sein und Selbstvertrauen haben – dort haben die meisten Teams fünf Stück bekommen«, so der neue »Anschöringer« Chefanweiser, der am gestrigen Donnerstag erstmals das Training leitete und zur genauen Aufstellung fürs Augsburg-Spiel noch keine Angaben machen wollte oder konnte.

Stattdessen lobt er den Gegner: »Die Augsburger haben gute Einzelspieler«, so Weiß, »und es scheint so, als würden sie als Mannschaft immer mehr zusammenwachsen.« Man sei auf alle Fälle gewarnt: »Der Gegner wird uns alles abverlangen«, meint Seppi Weiß.

Unbestätigten Gerüchten zu Folge soll der 39-Jährige im »Wirrwarr« der vergangenen Tage übrigens auch schon vor dem Absprung vom SVK gewesen sein – nun ist er plötzlich der Boss auf dem Trainingsplatz und an der Seitenlinie. So schnell kann’s gehen!

Das jüngste Theater schnell abhaken, das muss jetzt das Ziel der Gelb-Schwarzen sein. »Wir müssen jetzt nach vorne schauen«, redet Pressesprecher Michael Wengler Klartext, »in meinen Augen muss wieder mehr Feuer her.« Gerade dieser letzte Satz birgt durchaus Brisanz und ist zweifellos als deutliche Kritik an Ex-Trainer Kostner zu verstehen.

Der Teambus fährt um 8.30 Uhr am Vereinsheim weg – »und er darf nicht so leer sein wie bei den letzten Auswärtsfahrten«, fordert Wengler die Fans zum Mitreisen auf. »Unsere Spieler brauchen jetzt lautstarke Unterstützung und Rückendeckung, Aufmunterung, positive Stimmung«, betont der Pressesprecher. »Das heißt nicht, dass keine kritischen Stimmen gewünscht sind.« Zum Match als solchem meint Wengler: »Die Augsburger stecken tief im Abstiegsstrudel, wenn wir da verlieren, sind wir voll hinten dabei. Das will keiner von uns.« cs