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»Wahnsinnig interessante Aufgabe«

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Seit exakt 14 Tagen ist Uli Habl Trainer des Fußball-Landesligisten SV Kirchanschöring. Der Nachfolger des zu Vorbereitungsbeginn überraschend zurückgetretenen Günter Heberle möchte als »Doppelspitze« mit Sepp Aschauer den SVK in dessen vierter Landesliga-Saison zum Klassenerhalt führen. Vor dem Saisonauftakt heute um 19 Uhr vor heimischer Kulisse gegen den FC Ergolding sprach die Sportredaktion mit dem früheren Trainer des SBC Traunstein.


Als ehemaliger Kirchanschöringer Spieler dürften sie keine großen Eingewöhnungsprobleme gehabt haben, auch wenn sie – beruflich bedingt – erst mit etwas Verspätung beim SVK anpacken konnten.

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Uli Habl: Ich kenne natürlich den Verein und das Umfeld bestens. Das Neue für mich ist die Mannschaft, in die ich mich erst noch hineindenken und mit der ich mich erst noch identifizieren muss. Aber was diese Truppe in den vergangenen Jahren geleistet hat, ist schon beachtlich. Ich sehe es absolut positiv, wie sich Mannschaft und Spieler entwickelt haben – vor allem auch im taktischen Bereich.

Nach sechs Jahren beim ESV beziehungsweise SBC Traunstein ist das sicher eine tolle Herausforderung für sie?

Das ist eine wahnsinnig interessante Aufgabe, sicher etwas ganz anderes als in Traunstein. Der Anreiz, hier etwas Gutes fortzuführen, ist unheimlich groß. Die Tatsache, dass ich schon als Spieler da war, hilft mir auf alle Fälle weiter.

Die Messlatte, die Günter Heberle und Sepp Aschauer in der vergangenen Saison mit dem Team gelegt haben, ist sehr hoch. Könnte das heuer zum Problem werden?

Wir betrachten die gute Platzierung aus der letzten Saison nicht als Messlatte. Es wäre total vermessen, wenn wir jetzt vorhätten, uns in der Tabelle zu verbessern. Grundsätzlich gilt es, die Klasse zu halten. Wenn wir im Lauf der Saison merken, dass mehr als der Ligaverbleib möglich ist, dann werden wir natürlich auch versuchen, mehr zu erreichen. Aber das ist Zukunftsmusik.

Wie sieht es beim SVK personell aus vor dem Heimstart gegen Ergolding. Sind alle Mann an Bord?

Es fehlen schon einige Leute, aber die will ich gar nicht aufzählen. Diejenigen Spieler, die uns zur Verfügung stehen, haben das volle Vertrauen.

Eine Frage, die kommen muss: Spielt Patrick Mölzl?

Er hat eigentlich geplant, erst nach zwei Wochen Training zum ersten Mal zu spielen. Wir werden ihn aber auf alle Fälle auf die Bank setzen, auch wenn er unmittelbar vor dem Spiel noch eine Stunde mit Fitnesstrainer Harry Singhartinger arbeiten wird. Ob Patrick dann gegen Ergolding schon zum Einsatz kommt, wird von der Spielsituation abhängig sein.

Grundsätzlich dürfte Mölzl aber eine große Verstärkung für den SVK sein, oder?

Ich finde es wahnsinnig positiv, dass wir so einen Mann bekommen haben. Er ist ein Spieler, an den sich die jungen Leute anlehnen können, eine echte Stütze. Am Mittwoch hat er zum ersten Mal bei uns trainiert und ich muss sagen, dass ich schon jetzt begeistert bin. Patrick trainiert die Leute auf dem Platz – genau so ein Spieler hat uns bisher gefehlt. Ich bin sowieso der Meinung, dass unsere Jungs eigenständiger werden und ihren Nebenleuten klare Anweisungen geben müssen. Das fordere ich auch ganz klar ein, denn eine Mannschaft, in der die Spieler nicht miteinander reden, ist tot. Wir Trainer sind nicht bereit, 90 Minuten lang von draußen irgendwelche Laufwege oder sonstige Dinge reinzuschreien. Wir werden aber schon regulierend eingreifen, wenn uns etwas auffällt.

Wie ist die Arbeit zwischen ihnen und Sepp Aschauer aufgeteilt?

Sie ist nicht in Bereiche aufgeteilt. Jeder macht quasi alles. Aber natürlich ist es so, dass Sepp mich in Dingen unterstützt, in die ich als Neuer erst reinwachsen muss, und dass ich versuche, neue Ideen einzubringen und umzusetzen. Ich bin überzeugt, dass wir eine gute Mischung sind und es keine Probleme geben wird. Wir sehen uns als zwei Verantwortliche.

Die Vorbereitung war nicht das Gelbe vom Ei, könnte es deshalb zu Startschwierigkeiten kommen?

Das sehe ich ein bisschen anders. Man konnte doch nicht davon ausgehen, dass wir die Regionalligisten oder Bayernligisten, gegen die wir in der Testphase gespielt haben, einfach mal weghauen. Der einzige negative Aspekt von den Ergebnissen her war das 1:2 gegen Traunstein. Aber das haben wir mittlerweile aufgearbeitet. Unser Soll haben im Endeffekt erfüllt: Die letzten Spiele im Wieninger-Pokal gegen unterklassige Mannschaften mussten wir als Landesliga-Mannschaft gewinnen – und die haben wir auch gewonnen. cs