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»Vor allem mit dem letzten Tag können wir zufrieden sein«

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Er durfte sich bei der EM auch über Medaillen für seine Schützlinge freuen: Trainer Tobias Reiter. (Foto: Hohler)

Drei EM-Medaillen und ein WM-Startplatz: Eine insgesamt positive Bilanz der Biathlon-Europameisterschaften in Duszniki Zdroj (Polen) ziehen die beiden heimischen Trainer Tobias Reiter (Oberwössen) und Remo Krug (Inzell). »Vor allem mit dem letzten Tag können wir zufrieden sein«, freut sich Reiter, der für die »zweite Garde« der deutschen Damen zuständig ist.


Denn am Abschlusstag hatte es in der Mixed-Staffel Silber und in der Single-Mixed-Staffel Gold gegeben. Für das einzige Edelmetall in den Einzelrennen hatte der Tüßlinger Johannes Kühn (WSV Reit im Winkl) gesorgt, der sich damit auch noch einen Startplatz bei der WM in Pokljuka (Slowenien/10. bis 21. Februar) sicherte. Für die anderen EM-Teilnehmer geht es ab der kommenden Woche zudem im IBU-Cup darum, sich für Einsätze im Weltcup zu empfehlen.

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Für die deutschen Damen sei es »ein versöhnlicher Abschluss« gewesen, bilanzierte Reiter. Trotz mehrerer guter Platzierungen sei aber klar geworden, »dass wir läuferisch nicht so wirklich in der Lage waren, ganz vorne anzugreifen. Das hatte sich auch schon bei den IBU-Cups zuvor und teilweise sogar schon im Sommer gezeigt«, sieht der 35-Jährige hier noch Nachholbedarf.

Pech hatte in läuferischer Hinsicht allerdings Stefanie Scherer (SV Wall/Stützpunkt Ruhpolding): »Sie hatte etwas Probleme mit dem Rücken« – was dazu geführt habe, dass sie zeitweise wenig Gefühl in den Beinen von den Knien abwärts gehabt habe. Umso erfreulicher für die 24-Jährige, dass die Siebte des Einzellaufs dann in der Single-Mixed-Staffel (mit Justus Strelow/SG Stahl Schmiedeberg) noch mit EM-Gold belohnt worden war.

Silber gab's für Scherers Stützpunkt-Kollegin Marion Deigentesch (SV Oberteisendorf) in der Mixed-Staffel gemeinsam mit Vanessa Voigt (SV Rotterode) sowie den beiden Stützpunkt-Männern Dominic Schmuck (SC Schleching) und Philipp Nawrath (SK Nesselwang). Deigentesch (von 40 auf 15) hatte zudem in der Verfolgung eine gute Leistung gezeigt. Sie wurde zwar nicht für die WM nachnominiert, will sich aber ebenso wie ihre Teamkolleginnen – darunter Stützpunkt-Athletin Franziska Hildebrand (WSV Clausthal-Zellerfeld), die bei der EM (16. Einzellauf, 17. Sprint, 14. Verfolgung) jeweils unter die Top 20 gelaufen war – bei den nächsten IBU-Cups noch für weitere Einsätze im Weltcup empfehlen. In der »Zweiten Liga« des Biathlons geht es am Wochenende 13./14. Februar sowie vom 17. bis 21. Februar jeweils in Osrblie (Slowakei) zur Sache, der nächste Weltcup steht ab dem 4. März in Nove Mesto (Tschechien) auf dem Programm.

In Osrblie wieder für höhere Aufgaben empfehlen möchte sich auch Anna Weidel (WSV Kiefersfelden/Stützpunkt): Sie wäre normalerweise bei der EM aussichtsreich am Start gewesen, musste aber wegen einer Erkrankung verzichten. »Jetzt ist sie wieder gesund und befindet sich im Aufbau«, berichtet Reiter, der in Polen gemeinsam mit Peter Sendel das Damenteam betreut hatte.

»Im Grunde genommen passt es«, sieht Remo Krug auch das deutsche Herrenteam grundsätzlich im Soll. Besonders erfreulich seien auch »die starken Einzelplatzierungen von Johannes Kühn« gewesen. Mit Bronze im Sprint, Rang 4 in der Verfolgung und Platz 5 im Einzellauf habe er sich die WM-Nominierung wahrlich verdient. Auch Dominic Schmuck (SC Schleching/9. Sprint, 8. Verfolgung) und Justus Strelow (SG Stahl Schmiedeberg) als Siebter des Einzellaufs hätten erfreuliche Vorstellungen geboten.

»Pechvogel« im Team war Philipp Nawrath: Beim Einzellauf steuerte er zunächst einen Stand an, bei dem die Scheiben noch nicht aufgezogen waren. »Er musste dann den Stand wechseln, das hat ihn mindestens 30 Sekunden gekostet.« Und möglicherweise Konzentration beim Schießen: Dank einer starken Laufleistung wurde er dennoch Elfter. Im Sprint hatte der 27-Jährige dann Schnee im Diopter, der vereiste. Den Diopter vom Eis zu befreien, kostete wiederum wertvolle Zeit und Konzentration – zwei Schießfehler kamen hinzu. Damit war nicht mehr als Rang 38 drin. Umso erfreulicher, dass der zuvor in den IBU-Cups am Arber so stark auftrumpfende Stützpunkt-Athlet dann in der Mixed-Staffel noch mit EM-Silber belohnt wurde. Auch für Nawrath geht's in der Slowakei nun darum, sich für den Weltcup zu empfehlen.

Bei der EM »waren die Strecken sehr wechselhaft, von Neuschnee bis zu tiefer Strecke war alles dabei. Vor allem am ersten Tag war es ein Startnummern-Rennen, sonst hatten alle in etwa gleiche Bedingungen«, berichtet Krug – wobei sich der Wind am Schießstand auch sehr wechselhaft präsentierte. Die Felder waren auch sehr groß, besonders bei den Herren mit bis zu 150 Sportlern. Das ändere nichts da-ran, »dass wir andererseits auch durch zu viele Fehler im Schießen noch bessere Ergebnisse vergeben haben.«

Nun soll es in Osrblie besser laufen, schließlich wäre für Anfang März im Weltcup ja noch ein Platz im deutschen Team frei. Daher gilt beim IBU-Cup in der Slowakei auch für das Männerteam: »Hier können sie sich anbieten.«

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