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Von »Saisonabbruch« bis »Fortsetzung als Pokalrunde«

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Er ist sich mit seinen Trainerkollegen einig: »An erster Stelle steht die Gesundheit«, so Seeon/Seebrucks Trainer Achim Stader. (Foto: Weitz)

»Die Welt steht still – der Fußball auch! So sind wir – wie aktuell alle – zum Rumsitzen gezwungen.« Stellvertretend für alle Klubs in der Fußball-Kreisklasse 2 äußert sich der Trainer der SpVgg Pittenhart, Artur Justus zur Lage. Was machen die Klubs momentan, was haben sie ihren Kickern verordnet, was hat sich in der Winterpause getan? Und falls es doch noch weitergeht, was haben sich der Spitzenreiter TV Obing, die Verfolger SV Amerang und die DJK/SV Edling, die abstiegsbedrohten SV Seeon/Seebruck und der TSV Breitbrunn/Gstadt neben den Gelb-Schwarzen aus Pittenhart noch vorgenommen?


»Die Situation ist nicht einfach, aber für jeden gleich«, fährt Justus fort. »Wir müssen geduldig bleiben, darauf vertrauen, dass unsere Regierung die richtigen Maßnahmen trifft und dass möglichst wenige Menschen krank werden.« Er blickte aber schon voraus: Er hat die Wahl für seine Mannschaft bereits vor der Ausgangsbeschränkung und vor der Sperrung der Sportanlagen getroffen. »Es war für mich der konsequente Schritt, nach der Weisung der Regierung, die sozialen Kontakte zu vermeiden.« Seitdem ruht das Training. Und er fordert auch: »Jeder muss sich selbst hinterfragen, was wichtiger ist: eine erfolgreiche Saison oder die Gesundheit?«

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»Ich glaube nicht, dass die komplette Saison noch zu Ende gespielt werden kann«, sagt der 2. Abteilungsleiter des Tabellenführers TV Obing, Maxi Stübl. »Wenn gar nichts mehr geht, dann wäre es am fairsten, wenn die Saison komplett annulliert wird und jeder die Klasse hält beziehungsweise halten muss.« Aber er könnte sich auch vorstellen: »Wären noch ein paar Spiele möglich, wäre ich für eine Art 'Pokalrunde', um Auf- und Abstieg zu regeln.« So könnten nochmal spannende Spiele zustandekommen und jedes Team hätte noch die Möglichkeit das Ruder herumzureißen – oben wie unten in der Tabelle. Aber er weiß auch: »Mir ist aber durchaus bewusst, dass diese Variante nicht alle für gut heißen werden/können«, so Stübl. Für ihn steht aber die Gesundheit von Spielern, Schiedsrichtern, Funktionären und den Zuschauern über allem. »Solange diese nicht zu 100 Prozent gegeben ist, soll und darf kein Amateurfußball stattfinden!«

»Wenn diese Saison nicht zu Ende gespielt werden kann, können wir das nachvollziehen«, meint der Sportliche Leiter des SV Amerang, Chris Gassner. Wie alle, hofft er, dass der »Spuk« bald ein Ende hat »und wir wieder zur Normalität übergehen können.«

Die Trainer der DJK/SV Edling, Michael Maier und des TSV Breitbrunn/Gstadt, Patrick Kopecky meinen unisono: »Die Aussetzung des Spielbetriebs ist auch weiterhin alternativlos und absolut richtig.« Kopecky hält einen Saisonabbruch für das Vernünftigste: »Es wird, denke ich, keine Entscheidung geben, über die alle Teams glücklich sind. Aber ein Abbruch und Neustart in denselben Ligen wäre aus meiner Sicht am fairsten.« Falls es doch weitergeht, hofft er doch noch auf den Klassenerhalt auf sportlichem Weg, der Edlinger Coach dagegen freut sich auf ein spannendes Saisonfinale.

Achim Stader, der Trainer des SV Seeon/Seebruck, sieht die Situation ebenfalls nüchtern: »Die Frage, wie es weitergehen soll oder könnte, ist schwierig. An erster Stelle steht die Gesundheit aller«, sagt er. »Ich finde es wichtig, dass man nicht auf Biegen und Brechen eine Rückrunde durchziehen sollte, vor allem nicht im Amateurfußball.« Aber er wartet wie alle Beteiligten auf die Entscheidungen der Politik und des Verbands. »Danach müssen wir uns sowieso richten.« Im sportlichen Bereich hat er mit dem Absteiger den Klassenerhalt als oberste Prämisse gesetzt.

»Bei uns bietet Alex Buchner zweimal pro Woche ein Fitnesstraining über die Videoplattform an, was von den Spielern gern angenommen wird und eine super Sache ist.« Darüber hinaus sollen die Spieler ein bis zwei Laufeinheiten absolvieren, »um auch den Kopf in der aktuellen Situation frei zu bekommen«, sagt Trainerneuling Stader, der sich seine erste Saison auch anders vorgestellt hatte.

In Obing haben die Spieler Anregungen für die »viele Freizeit« zuhause bekommen. »Intervallläufe, Stabiübungen bis hin zu Kraftübungen«, informiert Stübl. Individuelle Trainingspläne hat Trainer Slaven Jokic für den SV Amerang erstellt. Aus Breitbrunn war zu erfahren: »Die Spieler arbeiten daheim selbstständig an ihrer Fitness und halten mich laufend auf dem neuesten Stand«, so Trainer Kopecky. Die Mannschaften im Einzelnen:

TV Obing (1. Platz/32 Punkte/16 Spiele): Zugänge: Keine. – Abgänge: Keine. – Saisonziel: Solange wie möglich oben bleiben.

SV Amerang (3./29/13): Zugänge: Christoph Obermaier (SV Schonstett); Philipp Eck (DJK/SV Edling), Michael Pfeilstetter (FC Grünthal). – Abgänge: Tim Raufeisen (TSV Breitbrunn/Gstadt). – Saisonziel: Aufstieg.

DJK/SV Edling (4./25/14): Zugänge: Keine. – Abgänge: Philipp Eck (SV Amerang). – Zielsetzung: Freude auf ein spannendes Saisonfinale.

SpVgg Pittenhart (8./22./16): Zugänge: Keine. – Abgänge: Keine. – Saisonziel: Zurzeit nicht definierbar.

SV Seeon/Seebruck (12./13./15): Zugänge: Alex Seil, Louis Wendl, Andi Fritz (eigene Junioren). – Abgänge: Ralf Kopeky (TSV Breitbrunn/Gstadt), Toni Dörfler (Beruflich nach Wien). – Saisonziel: Klassenerhalt.

TSV Breitbrunn/Gstadt (14./10/15): Zugänge: Ralf Kopecky (SV Seeon/Seebruck), Tim Raufeisen (SV Amerang). – Abgänge: keine. – Saisonziel: Klassenerhalt.

Eine Veränderung gab es beim TSV Babensham (10./19/16): Für Leo Wagenspöck steht nun Klaus Niederlechner auf der Kommandobrücke. Er kam vom Nachwuchsleistungszentrum aus Traunstein, wo er die U-15-Junioren trainiert hatte. Beim DJK/SV Griesstätt (7./22/16) kehrte Michael Neumeier vom SB/DJK Rosenheim zurück. Neu ist auch Simon Gruber, beide sollen im Abstiegskampf mithelfen, um das Ziel Klassenerhalt zu erreichen – sofern es überhaupt noch eine sportliche Fortsetzung der Saison gibt. td

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