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»Von mir aus kann's losgehen«

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Packende Positionskämpfe sind auch diesmal wieder in der Inzeller Max-Aicher-Arena zu erwarten. Hier führt gerade Franz Zorn vor Lokalmatador Günther Bauer. (Foto: Weitz)

Sie sind bereit: Die heimischen Piloten freuen sich auf den Eisspeedway-Grand-Prix in der Inzeller Max-Aicher-Arena an diesem Wochenende. Beim Grand Prix VII (Samstag, 17 Uhr) und VIII (Sonntag, 14 Uhr) sind sie zwar gegen die dominierenden Russen Außenseiter, doch gegen den Rest des Feldes wollen sie kräftig mitmischen.


Allen voran natürlich Günther Bauer (Schleching) der die Arena ja als sein sportliches »Wohnzimmer« bezeichnet. Zuletzt musste er allerdings mehr Zeit in seinem echten Wohnzimmer verbringen, als ihm lieb war: Seine Fußverletzung, die er sich bei der WM-Qualifikation zugezogen hatte und die mit 28 Stichen genäht worden war, wurde während der ersten WM-Läufe in Kasachstan und Russland immer schlimmer – und der 46-Jährige musste wegen der Entzündung im Fuß sogar auf seinen Start beim Grand Prix in Berlin verzichten, um den Fuß auszukurieren. »Es wird immer besser, der Fuß ist fast ganz zugewachsen, und der Franz Wimmer (Carbontechik Wimmer) hat mir extra einen neuen Überschuh gebaut. Auch mit dem Motorrad passt alles. Von mir aus kann's losgehen«, freut sich Bauer auf sein Heimspiel.

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Ebenso groß ist die Vorfreude bei Stefan Pletschacher (Ruhpolding): »Die Motivation ist top, und Manfred Knappe hat mir zwei gute Motoren hergerichtet. Die haben wir in Berlin getestet. Das lief gut«, freut sich der 39-Jährige, der in der Deutschen Hauptstadt ja Dritter der Deutschen Meisterschaft geworden war. Da er die WM-Qualifikation knapp verpasst hatte, fehlte ihm im Saisonverlauf die Rennpraxis, »aber ich freue mich auf den Grand Prix und bin fit«, so Pletschacher, der dank der Veranstalter-Wildcard im GP-Hauptfeld dabei ist. Zwar sei das gute Inzeller Eis »für meine Fahrstil sogar ein kleiner Nachteil«, doch dafür sei die Fanunterstützung ein riesiger Vorteil. »Die Russen sind natürlich unerreichbar, aber ich will das Mittelfeld attackieren und nicht nur hinterherfahren«, hat sich der Ruhpoldinger vorgenommen.

Dieses Ziel hat auch der Schlierseer Hans Weber, der sich als einziger deutscher heuer direkt für die WM-Serie (GP) qualifiziert hatte. Nach den ersten drei WM-Stationen liegt er mit 20 Punkten auf Rang 14 der WM-Gesamtwertung. In Inzell und dann beim Saisonabschluss in Heerenveen (Niederlande) im April sollen noch möglichst viele Zähler hinzukommen.

Heimvorteil hat auch Max Niedermaier (Edling). Auch er hatte nach knapp verpasster WM-Quali wenig Fahrpraxis, konnte aber bei der Team-WM (4.), bei der EM (5.) und als Wildcard-Pilot beim GP in Inzell wieder Rennkilometer sammeln. Zudem verteidigte er in Berlin seinen Titel als Deutscher Meister erfolgreich. Der 29-Jährige kann also in Inzell mit Selbstbewusstsein antreten, wenngleich er zunächst nur Reservefahrer ist.

Den Status als Reservefahrer hat auch der junge Inzeller Franz Mayerbüchler, der heuer aus Studiengründen nicht einmal ein echtes Trainingslager absolvieren konnte. Auch er möchte sich so teuer wie möglich verkaufen, wen er einen Renneinsatz bekommen sollte. viel wichtiger aber: Im WM-Training am Freitag ab 13 Uhr kann er wertvolle Erfahrungen sammeln.

Das Feld ist erstklassig besetzt. Doch selbst bei den dominierenden Russen gibt es noch einen Piloten, der herausragt: Titelverteidiger Dimitri Koltakow. An vier von sechs WM-Tagen holte er sich bislang das Punktemaximum (je 21) und hat bei nunmehr 122 Zählern schon satte 25 Punkte Vorsprung auf seinen Landsmann Daniil Iwanow. »Wie der fährt, das ist eine Augenweide«, schwärmte jüngst auch Stefan Pletschacher von Koltakows Glanzleistungen.

Attackiert wurden die WM-Stars heuer vor allem von Martin Haarahiltunen (Schweden), doch auch zwei Österreicher mischten wieder kräftig mit: Harald Simon (Pfaffenschlag) und Franz Zorn (Saalfelden). Gerade Zorn bringt in Inzell immer ein großes Fanlager mit und zeigte zuletzt in Berlin einen deutlichen Aufwärtstrend.

Simon bildet mit Stefan Pletschacher das Team Stahlwerk Annahütte – und hat in der Max-Aicher-Arena somit ebenfalls ein Heimspiel. Auch er will die Unterstützung der heimischen Fans dazu nutzen, gut mitzuhalten. Zuzutrauen ist dies dem Routinier, der hinter dem russischen Führungsquartett sowie Haarahiltunen als WM-Sechster derzeit zweitbester Nicht-Russe des Feldes ist. who