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Von einer Weltmeisterschaft zur anderen

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Er fährt schon eine gute Linie, doch der angestrebte Weg nach vorn wird noch eine Weile dauern: der Niederländer Jasper Iwema.

Von der WM auf Straßenmotorrädern zur Eisspeedway-WM: Der Weg von Jasper Iwema (Niederlande) ist äußerst ungewöhnlich. Und schon überraschend erfolgreich: Der 28-Jährige, der erst im Januar 2017 sein erstes Eisspeedway-Rennen bestritten hatte, ist jetzt schon in diesem Sport im Grand Prix am Start.


Als Siebter der WM-Qualifikation in Ylitornio (Finnland) hatte er die direkte WM-Qualifikation nur hauchdünn verpasst und erhielt – wie Günther Bauer (Schleching) – vom Weltverband FIM eine permanente Wildcard für den GP.

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Das sei ideal, so Iwema: »Dadurch erhält man in einer Saison viel Fahrpraxis. Und gerade wenn man gegen die Besten fährt, kann man viel dazulernen.«

Dass das nötig ist, ist ihm bewusst. Denn seine große Erfahrung aus der WM mit Straßenmotorrädern – in der 125-ccm-Klasse war er 2010 und 2011 jeweils WM-Achter, in deren Nachfolgeklasse Moto3 wurde er 2012 Siebter – hilft ihm relativ wenig. »Ich dachte, meine Erfahrungen würden mir mehr helfen. Aber das ist ein ganz anderer Sport. Ich kenne zwar den Kurvenspeed, aber sonst ist alles anders: Die Sitzposition, das Fahrwerk, die Einstellung des Motorrads«, zählt er einige Punkte auf. »Das ist ein Lernprozess, ich brauche noch viele Infos«, so Iwema, der sich daher alle Einstellungen und wichtigen Daten akribisch notiert, um möglichst schnell weitere Fortschritte zu machen. Denn sein Ziel ist ehrgeizig: »Weltmeister werden«, lautet es.

Natürlich ist dem 28-Jährigen bewusst, »dass das nicht so schnell passiert. Da muss ich mich erst Schritt für Schritt heranarbeiten«, so der Niederländer, der seine WM-Vorbereitung hauptsächlich in Schweden absolvierte.

In den Niederlanden gibt es zwar nur wenige Eisspeedway-Piloten, aber dafür regelmäßig einen Eisspeedway-GP. Bis vor wenigen Jahren fand dieser in Assen statt, nach dem Aus für diese Bahn nun in Heerenveen. Doch genau diese Rennen in seinem Geburtsort Assen hatten Iwema schon immer fasziniert. »Ich habe mir schon damals vorgenommen: Wenn ich im GP aufhöre, fange ich irgendwann mit dem Eisspeedway an.«

Das hat er inzwischen umgesetzt – und erlebte viel Neues. Dazu gehörte eine besondere Überraschung: »Ich habe nicht erwartet, dass ich auf kaputtem Eis oft besser fahren kann als auf gutem Eis – gerade dort muss ich mich noch steigern.« So gesehen war für ihn der GP auf dem guten Eis in Inzell besonders schwierig. Immerhin holte er hier am Samstag 2 und am Sonntag sogar 4 Punkte.

Vor allem die Stimmung in Inzell und bei seinem Heimrennen am 7./8. April in Heerenveen seien »immer cool«, freut er sich. Sollte es ihm in einigen Jahren tatsächlich gelingen, um die WM-Spitze mitzufahren, könnte die Stimmung bei diesen Rennen sogar noch »cooler« werden... who