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»Virtuelle Tournee« soll Nachwuchs beflügeln

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Auf »Höhenflug« befindet sich inzwischen wieder der Skisprung-Nachwuchs aus der Region – so wie hier Julian Fussi.

Der Skisprung-Nachwuchs aus der Region III (Chiemgau und Inngau) kann sich national gut behaupten. Das zeigt sich auch an den Kaderlisten des Deutschen Skiverbands (DSV). Dafür, dass dies auch weiterhin so bleibt, soll unter anderem Axel Malcher sorgen. Er ist BSV-Schülertrainer Springen/Nordische Kombination für die gesamte Region III (Skiverbände Chiemgau und Inngau). Der Berchtesgadener, der seit zehn Jahren in Ruhpolding lebt, ist beim Bayerischen Skiverband angestellt.


Im abgelaufenen Winter gab es für seine Schützlinge im Deutschen Schülercup teils vordere Platzierungen oder sogar Siege. Zwar wurde dieser wegen der Corona-Pandemie zwei Wochen eher beendet als geplant, doch unter anderem hatten Benjamin Gräbert (WSV Oberaudorf), Julian Fussi (SC Ruhpolding) und Christina Feicht (WSV Kiefersfelden) für Siege gesorgt, Trine Göpfert (WSV Reit im Winkl) hatte in der Altersklasse der Mädchen (S 15 und Jugend 16) als Siebte eine starke Gesamtplatzierung verbucht.

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»Bereits ab 20. März haben wir dreimal wöchentlich in drei verschiedenen Altersgruppen per Video oder Skype Kontakt gehalten«, berichtet Malcher. Denn gerade diese Kontakte seien in der Gruppe sehr wichtig.

Seit dem 9. Mai konnten seine Schützlinge mit dem Sprungtraining beginnen, die Corona-Pause »hat uns nicht so stark betroffen«, zeigt er sich erleichtert. Seine insgesamt 14 Sportler, die in der Altersklasse S 14/S 15 im BSV-Landeskader oder im D/C-Kader des DSV sind, bereiten sich vor allem in Berchtesgaden auf den Winter vor. »Denn wir brauchen ja die 60-Meter-Schanze«, betont er.

Trotz der Einschränkungen in der Pandemie könne man insgesamt gut arbeiten. »Wir machen viele Sprünge und können viel Material testen.« Dass man – wie die einzelnen Vereine auch – derzeit in Kleingruppen üben müsse, habe sogar einen Vorteil: »Wir können intensiver mit manchen Sportlern arbeiten, das ist sonst logistisch eher schwierig.«

Froh ist er darüber, dass dank der guten Zusammenarbeit mit den Landratsämtern in Traunstein und Berchtesgaden die Sportstätten überhaupt genutzt werden dürfen. Allerdings sei in Berchtesgaden »der Stau an der Schanze manchmal groß« – denn die Anlage ist neben Oberstdorf und Oberhof eine der wenigen in Deutschland, die auch eine 90-Meter-Schanze zur Verfügung hat. »In dieser Woche ist das A-Team der deutschen Kombinierer mit Bundestrainer Hermann Weinbuch in Berchtesgaden, in der nächsten Woche das A-Team der deutschen Spezialspringer mit Bundestrainer Stefan Horngacher«, weiß er. »Da muss man sich gut absprechen.«

Das gilt auch für die Benutzung der Schanzen in den kommenden Monaten, in denen nun die neue Wettkampfserie »Virtual Flight« ausgetragen werden soll. Der Hintergrund: »Es sind zwar seit Juni prinzipiell Wettkämpfe möglich, aber die Auflagen sind zum Teil unklar und schwer zu erfüllen.«

Daher gibt es nun eine neue Lösung mit einer Art »Mini-Vierschanzentournee«: Im Juni wird in Ruhpolding gesprungen, im Juli in Reit im Winkl, im August in Berchtesgaden und im September in Oberaudorf – jeweils auf der 40-Meter-Schanze, und das in unterschiedlichen Altersklassen. »Dabei geht es nicht um die Weite, sondern um die Technik. So werden der Absprung, der Flug selbst und die Landung aus technischer Sicht bewertet.«

Und wann springt wer? Die Schanzenbelegung müssen die Vereine mit den Ansprechpartnern der jeweiligen Anlagen ausmachen. »So kann zum Beispiel ein Verein am 10. Juni die Sprünge machen, ein oder zwei Tage später kommt der nächste Verein und so weiter. Wir gehen davon aus, dass bis Ende Juni dann ungefähr 35 Sportler auf diese Art und Weise am Start waren.«

Je zwei Sprünge pro Athlet sollen die Trainer per Video aufnehmen. Letztlich werden diese Sprünge dann von einer Jury – bestehend aus fünf Personen – bewertet. So kann jeden Monat eine Rangfolge erstellt werden, und am Ende soll es eine Gesamtwertung geben. Das ist eine gute Möglichkeit, Wettkampferfahrung zu sammeln, denn »bis Ende August sind alle sonstigen Wettkämpfe ja abgesagt.«

Nach einem sehr intensiven Trainingsbeginn hatten Malchers Schützlinge in dieser Woche übrigens eine Regenerationsphase, ehe es ab nächster Woche wieder das normale Sprungtraining in Berchtesgaden gibt.

»Und wir hoffen, dass wir ungefähr ab 15. Juni auch wieder mal nach Saalfelden können. Dort gibt es eine gute Anlage, ebenso wie in Ramsau am Dachstein«, setzt Malcher auf Erleichterungen bei den Reisebeschränkungen. »Denn man muss schon auch mal immer wieder mit den Schanzen abwechseln, sonst kommt man als Skispringer nicht voran.«

Zu den vier Mädchen in Malchers Gruppe gehört auch Magdalena Höger vom WSV Reit im Winkl, während deren Vereinskollegin Trine Göpfert am Skigymnasium in Stams trainiert. »Für die Mädchen gibt es in Deutschland nur in Oberstdorf das Skigymnasium, die Buben dagegen haben zusätzlich das CJD in Berchtesgaden zur Auswahl«, weiß Malcher.

Er freut sich zudem darüber, dass am Stützpunkt Oberstdorf nun in Thomas Diethart sogar ein ehemaliger Sieger der »großen« Vierschanzentournee beim Nachwuchs das Sagen hat. Diethart hatte den Vierkampf im Winter 2013/14 gewonnen.

Doch nach zwei schweren Stürzen (im Februar 2016 und im November 2017) hatte er seine Karriere im April 2018 offiziell beendet. Der 28-Jährige arbeitete danach schon als Landestrainer in Tirol und soll nun dem deutschen Nachwuchs im wahrsten Sinne des Wortes »auf die Sprünge« helfen. who

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