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Die vergangenen Wochen konzentrierte sich Julian Erhardt aufs Laufen – und sein Plan ging auf: Der Überseer Profi-Triathlet fuhr dabei gleich vier Siege ein, der jüngste davon gelang ihm nun beim Münchner Nikolauslauf im Olympiapark. (Foto: Herbert Huber)

Vierter Sieg in Serie: Überseer Profi-Triathlet gewinnt den Nikolauslauf in München

Sieg beim Tachinger Seelauf, Sieg beim Hochplatten-Berglauf, Sieg beim Alzauenlauf und jetzt noch ein Sieg beim Nikolauslauf in München: Bei Julian Erhardt (Triathlon Grassau) läuft es zurzeit wie am Schnürchen! Dennoch war der ehrgeizige Profi-Triathlet aus Übersee mit seiner jüngsten Leistung in der Landeshauptstadt nicht ganz zufrieden: »Ich hatte insgeheim mit einer neuen persönlichen Bestzeit über 10 km gehofft«, verriet er im Gespräch mit unserer Sportredaktion. »Aber letztlich bin ich mit meiner Zeit schon zufrieden, denn die Bedingungen vor Ort waren an dem Tag mit viel Regen und Wind einfach nicht gut.«


Und auch im Vorfeld des Rennens lief nicht alles nach Plan. Der Veranstalter setzte auf die 2G-plus-Regel und so verzögerte sich der Start um gut 35 Minuten. »Zudem mussten wir zur Überprüfung der Daten bei strömenden Regen in der Schlange stehen«, erzählte Erhardt. Das sei nicht so optimal gewesen, ergänzte er. »Man ist praktisch schon halb erfroren an den Start gegangen.«

Zwei Runden mussten die Läufer dann im Olympiapark absolvieren. Mit der ersten Runde war Erhardt noch zufrieden, bei der zweiten Runde wurde es dann bei strömendem Regen immer schwieriger für die Starter. »Das Kopfsteinpflaster war extrem rutschig, es gab riesige Pfützen auf der Strecke und wir hatten teilweise ganz schön viel Gegenwind.« Alles in allem sei der Lauf auch mental sehr hart gewesen, berichtete der Profi. Unter dem Strich war’s dann eben kein Rennen für eine neue Bestzeit, auch wenn Erhardt diese nur knapp verfehlte.

Die hatte der Überseer übrigens erst kürzlich in Trostberg aufgestellt. Dort brauchte er beim Alzauenlauf für die 10 km exakt 31:26 Minuten, in München lief er nun nach 32:03 Minuten über die Ziellinie.

Doch sei's drum – der Überseer, der im August einen schweren Radunfall hatte und deswegen längere Zeit pausieren musste, setzte zuletzt dennoch starke Ausrufezeichen in der dritten Triathlon-Disziplin und feierte in München seinen vierten Sieg in Folge! Und Julian Erhardt will es am liebsten noch in diesem Jahr noch einmal wissen: Er möchte erneut einen Angriff auf seine 10-km-Bestzeit starten, sofern es die Corona-Pandemie erlaubt. »Ich traue es mir auf jeden Fall zu, noch schneller zu laufen«, betonte er. »Aber jetzt muss man erst mal abwarten, einige Silvesterläufe sind ja bereits schon wieder abgesagt.« Es sei derzeit vieles wieder unsicher, ergänzte er.

Einen Plan B hat Erhardt aber auch schon in der Tasche. »Ich würde sonst wieder selbst einen Lauf für mich organisieren.« Das machte er ja schon im vergangenen Jahr bei seiner erfolgreichen Marathon-Premiere mit Bravour. Auch diesmal würde er wieder eine Strecke rund um Übersee wählen. »Wenn aber zu viel Schnee liegt, würde ich es eher lassen, denn dann wird's mit einer neuen Bestzeit eher schwierig.« Und, so Erhardt weiter: »Der Plan wäre eben, dass ich das Jahr mit einem Knall beende.«

Vorher wird er aber noch ein paar Tage ins Trainingslager gehen – und zwar nach Davos. In der Schweizer Höhe will er unter anderem mit Langlaufen weiter an seiner Form feilen. Im neuen Jahr soll es dann gleich im Januar oder Februar – wenn es die Pandemie zulässt – ein längeres Trainingslager in Spanien oder Portugal geben.

Welche Rennen Julian Erhardt 2022 dann bestreiten wird, kann er noch nicht sagen. »Es ist gerade wieder schwierig mit dem Planen.« Der Profi will daher eher wieder kurzfristig agieren, damit »man am Ende nicht wieder wegen Rennabsagen enttäuscht sein muss«. Deshalb lautet seine Devise: »Ein Schritt nach dem anderen.« Und jetzt soll nach Möglichkeit eben erst einmal eine neue Bestzeit über 10 km her.

SB

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