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Skilangläuferin Nadine Hermrmann: »Vielleicht ist das ja der Anfang von etwas Neuem«

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Sie zeigte in dieser Saison einige gute Leistungen, doch letztlich reichte es nicht zur WM-Nominierung: Nadine Herrmann (vorn), hier nach dem Teamsprint in Dresden. Foto: dpa

Der Saisonstart war vielversprechend, doch letztlich hat es nicht ganz gereicht: Skilangläuferin Nadine Herrmann (Bockauer SV) aus dem Stützpunkt Ruhpolding wurde nicht für die Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Oberstdorf nominiert. Trotz aller Enttäuschung zeigt sich die 25-Jährige kämpferisch: Denn auch nach früheren sportliche Rückschlägen »bin ich schon ein paarmal wieder aufgestanden« – und das hat sie auch diesmal vor. »Ich habe mir gesagt, vielleicht ist das ja der Anfang von etwas Neuem.«


»Insgesamt ist die Bilanz im neuen Jahr nicht zufriedenstellend. Vielleicht war ich über Weihnachten zu motiviert und habe mir vielleicht zu wenig Ruhe gegönnt«, sucht sie »den Grund für den fehlenden Erfolg sehr stark bei mir. Irgendjemand muss halt die bittere Pille schlucken«, weiß sie, dass die Nicht-Nominierung eine knappe Sache war.

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So wie auch die Nominierung zur Tour de Ski knapp war. Herrmann hatte in den Sprints von Davos (28.) und Dresden (18.) Weltcuppunkte geholt, im Distanzlauf in Davos (10 km Skating) hatte sie als 34. nur einen geringen Rückstand auf die Punkteränge.

Die Nicht-Nominierung brachte mehrere Probleme mit sich: Zum einen konnte die Sportsoldatin sich nicht bei der Tour zeigen, zum anderen fehlte ihr der Wettkampf-Rhythmus. Denn wegen der Corona-Pandemie fielen auch in der Folgezeit die weiteren Continentalcups aus. »Gerade als ich in Form kam, musste ich raus aus den Wettkämpfen. So habe ich mich heuer bei fast keinem Rennen so gefühlt wie sonst bei Bestform.«

Hinzu kam: »Das war wohl auch ein mentaler Knackpunkt. Denn zum Zeitpunkt der Tour hatte ich das Selbstbewusstsein, mich stark zeigen zu können. Ich war ja im Team voll im Weltcup dabei. Plötzlich ist man raus und muss sich wieder reinqualifizieren.« Der Druck steigt, »man denkt sich: Ich muss, ich muss«, berichtet sie. Zeitweise erkrankte die 25-Jährige, »aber es war kein Corona.«

Was gerade in diesen Zeiten gut tat: »Ich hatte immer extrem große Unterstützung am Stützpunkt – von Trainern, Freunden und meiner Trainingsgruppe«, freut sie sich. Das Training habe auch »immer Spaß gemacht – außer zeitweise im Januar.«

Nach gut einem Monat ohne richtigen Wettkampf war sie in Falun (Schweden) im Sprint (KT) auf Rang 41 gekommen, anschließend in Ulricehamn (Sprint FT) als 24. wieder in die Punkteränge gelaufen. Für die WM-Teilnahme reichte das nicht mehr – aber immerhin kam sie wieder etwas in den Wettkampf-Rhythmus. »Und nur so erreicht man ja auch seine Form: Am Wochenende ein Wettkampf, danach eine kurze Pause mit relativ wenig Training, anschließend das nächste Rennen. Das macht man normalerweise bis zu fünf Wochen lang so, ehe es wieder Zeit für einen neuen Ausdauerblock ist.«

Diese übliche Zeiteinteilung ging verloren, weil außerhalb der Weltcups praktisch keine Rennen veranstaltet werden konnten. »So konnte ich nie etwas unter Beweis stellen. Es ist schon kräftezehrend, zu merken, dass es wohl nicht ganz reicht.« Daher »wollte ich irgendwann einmal Klarheit.«

So bitter diese Klarheit auch war: Sie kann sich nun darauf konzentrieren, die Zeit gut zu nutzen. »Das ist das Positive daran, jetzt bin ich nicht dauernd unterwegs und kann den Schnee und den Sport auch einmal mehr genießen. Zuletzt ging das Langlaufen auch im Drei-Seen-Gebiet gut, und in der Chiemgau-Arena sind die Strecken sowieso top«, lobt Herrmann.

Sie hatte darauf gehofft, am vergangenen Wochenende endlich einen Continentalcup bestreiten zu können, »aber der wurde auch abgesagt. Es ist zwar einer für Anfang März in Frankreich vorgesehen, aber ob es klappt, muss man einfach abwarten.«

Letztlich hat der Saisonverlauf der 25-Jährigen auch Mut gemacht: »Ich habe mich eigentlich in allen Teilbereichen verbessert. Ich habe in jedem Skating-Sprint das Finale erreicht, damit konnte ich wirklich zufrieden sein. »In den Heats fehlt mir aber noch etwas die Erfahrung bei den taktischen Manövern, aber je mehr solche Rennen ich habe, desto mehr kann ich dazulernen.« Das möchte sie auch in den Distanzrennen, »denn ich will nicht auf den Sprint begrenzt sein.« Schon beim Saisonauftakt in Ruka (Finnland) konnte sie feststellen, dass sie sich auch in den Distanzwettbewerben in der klassischen Technik Fortschritte gemacht hatte. »Auch bei den Leistungsdiagnostiken war ich besser als in der Vergangenheit – man muss es dann halt auch im Winter hinkriegen.«

Diese Fortschritte »geben mir Mut, dass es so weitergehen kann« – das heißt, die Leistungsentwicklung auch in der nächsten Saison nach vorne geht. Die Vorbereitung dafür findet auch jetzt schon statt.

Derzeit gilt es jetzt, weiter durchzutrainieren. »In der zweiten April-Hälfte habe ich voraussichtlich einen Bundeswehr-Lehrgang mit einem Übungsleiter-Lehrgang. Darauf freue ich mich, denn das ist eine Abwechslung, und man trifft auch Leute aus anderen Sportarten.« Ansonsten gelte es, die Rückschläge zu verdauen und »zu überlegen, wie es in Richtung Olympia weitergehen kann. Denn es war vielleicht auch mal nicht so schlecht, zu sehen, woran es noch hapert. Da gilt es dann, die richtigen Schlüsse zu ziehen.« Diese sollen dazu führen, dass sie ihr großes Ziel erreicht: die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2022.

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