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Viel Spaß beim Training mit der Olympiasiegerin

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Ihr hören die Kinder gespannt zu: Evi Sachenbacher-Stehle bei einer Trainingseinheit mit dem Langlauf-Nachwuchs des WSV Reit im Winkl. (Foto: Ostermaier)

Immer wieder bemüht sich der Wintersportverein (WSV) Reit im Winkl um qualifizierte Trainer, aber »es ist unheimlich schwer, kompetente Übungsleiter zu bekommen«, wie dies der Sportwart für Langlauf, Falk Göpfert beklagt. Nun aber kann sich der Nachwuchs des WSV über eine Sportpersönlichkeit als Nachwuchstrainerin freuen, die wohl an Qualifikation und Kompetenz kaum zu übertreffen sein dürfte: Die zweifache Olympiasiegerin in der Langlauf-Staffel, Evi Sachenbacher-Stehle.


Große Freude an neuer Aufgabe

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Seit Anfang der Wintersaison trainiert sie eine Gruppe neun- bis elfjähriger Kinder. »Ich hätte nicht geglaubt, dass eine solche Aufgabe so viel Freude machen kann«, freut sie sich. Am Rande einer Trainingseinheit, die sie zusammen mit ihrem Ehemann und Manager, dem ehemaligen Abfahrtsläufer Johannes Stehle absolvierte, sprachen die beiden aber auch von den vergangenen Monaten, »die unglaublich hart waren«, so Johannes Stehle.

Hart freilich in der Zeit nach den Olympischen Winterspielen von Sotschi, der zunächst zweijährigen Sperre wegen der Einnahme einer unerlaubten Substanz, der juristischen Auseinandersetzung vor dem internationalen Sportgerichtshof. »Es ist heute unglaublich, welche immense Macht die Medien haben«, sagt Johannes Stehle. Allein das Gerücht, der Verdacht auf Doping machten fast die gesamten Leistungen einer derart herausragenden Sportkarriere zunichte. Und: »Evi hat mit Sicherheit zu keinem Zeitpunkt absichtlich verbotene Mittel zu sich genommen.«

Das Krafttraining »schon früher gehasst«

Aber nachdem für die 34-Jährige in diesem Herbst trotz der Reduzierung der Sperre auf sechs Monate feststand, dass sie die sportliche Karriere beenden werde, »gab es für uns nur den Blick nach vorne«, so Stehle weiter. Dort steht derzeit zunächst ihr Fernstudium an der Uni Leipzig zur Ernährungsberaterin im Vordergrund, es bleibt aber auch Zeit für alte und neue Aufgaben.

»Ich treibe nach wie vor fast jeden Tag Sport, meist Laufen, Radeln oder Langlaufen« nur Krafttraining nicht, »das habe ich früher schon gehasst.« Und sie leitet jetzt zudem selbst Kinder an, sich im Langlauf zu verbessern.

»Ich habe dem Reit im Winkler Wintersportverein viel zu verdanken, deshalb gebe ich auch gerne wieder etwas zurück.« Dies bedeutet, dass die Inhaberin des Übungsleiterscheines Trainingseinheiten übernimmt, und – wenn es der Terminkalender zulässt – den Langlauf-Nachwuchs auch zu Wettkämpfen begleitet. »Wir hätten nicht geglaubt, dass sie wirklich zusagt«, zeigte sich Sportwart Göpfert auf Anfrage recht überrascht, »aber für uns ist eine Trainerin ihres Ranges natürlich ein unglaublicher Glücksfall«, so Göpfert weiter.

Vielleicht ist ja diese Tätigkeit auch ein Glücksfall für Evi Sachenbacher-Stehle selbst, die bei der Trainingseinheit gewohnt einnehmend fröhlich wirkte, auch wenn sie sagt: »Einen Beruf als Trainerin kann ich mir für später nicht vorstellen.«

Ein Glücksfall ist die neue Übungsleiterin beim WSV in jedem Fall aber für die Kinder: »Es ist schon wirklich etwas Besonderes, von einer so erfolgreichen Sportlerin trainiert zu werden«, meinte im Verlauf des Trainings beispielsweise Sophia, 11. Und Daniela, 10 ergänzt: »Also das Training macht großen Spaß und Evi ist auch sehr nett.« ost