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Verein droht die Auflösung

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Bei der außerordentlichen Versammlung des TSV Marquartstein im Gasthof Prinzregent konnten erneut keine neuen Vorsitzenden gefunden werden. Auch für das nicht besetzte Amt des Vergnügungswartes stellte sich kein Kandidat zur Verfügung. Derzeit hat der Verein 905 Mitglieder, so viele wie noch nie. Ein Drittel davon kommt aus den umliegenden Orten.


Wie berichtet, führen Robert Kling als 1. Vorsitzender und Anke Almanstötter als 3. Vorsitzende ihre Ämter derzeit nur noch kommissarisch weiter, bis neue Vorsitzende gewählt sind. Der 2. Vorsitzende Martin Noichl war 2015 verstorben, sodass die 3. Vorsitzende bisher seine Aufgaben übernommen hatte. Bei der Jahreshauptversammlung vor vier Wochen hatte Robert Kling sein Amt aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen zur Verfügung gestellt.

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Nachdem sich trotz intensiver Bemühungen des Vereinsausschusses im Vorfeld bei der eigens angesetzten Neuwahl niemand für den Vorsitz bereit erklärte, zeigte Robert Kling die fatalen Folgen auf, wenn dieser Zustand nicht behoben werden könne. Der Verein müsse sich bewusst sein, dass als letzte Konsequenz die Auflösung drohe. Das Registergericht werde einen Notvorstand bestellen, nämlich einen Rechtsanwalt, der auf Vereinskosten die Amtsgeschäfte so lange leitet, bis ein neuer Vorstand gefunden oder der Verein aufgelöst werde. Als weitere Folge müssten alle Abteilungen einen eigenen Vorsitzenden, Schriftführer und Kassier benennen – also eigene Vereine gründen – und sie auch notariell eintragen lassen, um Spendenquittungen ausstellen zu können. Ein riesiger personeller und verwaltungstechnischer Aufwand wäre die Folge. Der Vereinsbus werde an die Gemeinde gehen, was ebenfalls einen erheblichen Mehraufwand bedeute, so Kling.

Um all das abzuwenden, beschloss die Versammlung einstimmig einen neuen Wahltermin in einer außerordentlichen Versammlung am Sonntag, 28. Mai, um 19 Uhr im Gasthof Prinzregent.

Auch Bürgermeister Andi Scheck richtete einen dringenden Appell an die Anwesenden, es sich nochmal zu überlegen. Viele hätten über Jahre einen funktionierenden Verein wie selbstverständlich in Anspruch genommen, sodass es für die jüngere Generation an der Zeit sei, selbst Verantwortung zu übernehmen »und das herausfordernde, aber auch schöne Amt des Vorsitzenden« zu besetzen.

Der kommissarische Vorstand berichtete weiter, dass der Vereinsausschuss inzwischen einen »Brandbrief« an alle Abteilungsleiter vorbereitet hat, in dem die prekäre Situation geschildert wird. Beigefügt ist eine Aufgabenbeschreibung der Posten, die zu besetzen sind.

Die Abteilungsleiter sollen den Brief an alle Mitglieder weiterleiten. Das Amt des Vorstands sei zwar verantwortungsvoll, die Aufgaben aber überschaubar und könnten jeweils in begrenztem Umfang aufgeteilt werden. Letztlich sei die Mitarbeit in einem engagierten und kompetenten Team für alle eine Bereicherung. Der zeitliche Aufwand sei bei jeder der zu besetzenden Positionen sehr überschaubar und keineswegs so groß wie bei einem der Trainer. gi