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Ungewöhnliche Trainingsmethoden

Mit ungewöhnlichen Trainingsmethoden bereiten sich die heimischen Nachwuchsbiathleten auf die Junioren- und Jugendweltmeisterschaft vom 26. Februar bis 7. März in Presque Isle im US-Bundesstaat Maine vor. Stützpunkttrainer Tobias Reiter ist mit seiner Mannschaft nach Ridnaun gereist. Dort will er seine Sportler auf die Zeitumstellung in den USA vorbereiten. »Wir werden uns Tag für Tag an die zeitlichen Abläufe einstellen. An den letzten beiden Tagen werden wir so trainieren, essen und schlafen wie in Amerika«, sagt Reiter. Soll heißen: Am Ende des Trainingslagers wird um Mitternacht unter Flutlicht trainiert und gegen 3 Uhr ins Bett gegangen.

Tobias Reiter mit seinen Schützlingen Matthias Dorfer, Marco Groß, Marion Deigentesch, Roman Rees, Anna Weidel und Philipp Nawrath (von links). (Foto: S. Huber)

Zum Auftakt des Trainingslagers galt es aber zunächst, die Grundlagen und Ausdauer zu stabilisieren. Später standen intensive Trainingseinheiten am Schießstand auf dem Programm. Am Montag bricht die Mannschaft auf nach Boston und dann weiter nach Presque Isle. Sechs Sportler vom Stützpunkt Ruhpolding haben sich für das zehnköpfige deutsche Aufgebot qualifiziert.

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Unter den Nominierten aus heimischer Sicht sind auch echte Medaillen-Kandidaten. So wie Anna Weidel vom WSV Kiefersfelden. Die 17-Jährige hat die Qualifikation souverän überstanden und wird bei der Jugend starten. »Wenn sie am Schießstand ihre Hausaufgaben macht und ihre läuferischen Fähigkeiten ausspielt, ist sie eine absolute Favoritin«, sagt ihr Trainer. »Die Teilnahme an dieser WM war mein großes Ziel. Jetzt muss ich mir neue Ziele setzen«, meint die Sportlerin: »Ich möchte mein Bestes geben und dann schauen, was dabei herauskommt. Wichtig ist für mich auch, dass ich Erfahrungen sammle, schließlich ist es mein erstes sportliches Großereignis.«

Marion Deigentesch vom SV Oberteisendorf hatte im Sommer mit einer Krankheit zu kämpfen. Sie konnte erst im September wieder in das Hochleistungstraining einsteigen. »Wenn sie die Leichtigkeit des letzten Winters findet, dann ist ihr einiges zuzutrauen«, betont Reiter. »Natürlich will ich eine Medaille«, bekräftigt auch die 19-Jährige: »Aber das wird schwer und ich muss die ersten Rennen abwarten und sehen, wie es läuft.« Sorgen macht ihr derzeit das Schießen. Es seien ein paar Fehler mehr, als zuletzt, sagt Deigentesch selbstkritisch.

Richtig viel Freude macht Tobias Reiter in diesem Winter Marco Groß. Der 18-Jährige vom SC Ruhpolding wird bei der Jugend an den Start gehen. »Er hat die Qualität, sich im Wettkampf immer noch ein Stückchen stärker zu präsentieren. Er kann eine Medaille gewinnen«, traut ihm sein Trainer zu. »Ich mache dieses Jahr nichts anderes als ein Jahr zuvor. Ich schaffe es halt, jetzt meine Leistungen immer besser im Wettkampf umzusetzen«, erklärt Marco seine sehr guten Ergebnisse.

Auch Matthias Dorfer vom SV Marzoll ist ein Kandidat, der bei den Junioren um Medaillen mitlaufen kann, und dass, obwohl er ziemlich schwer in die Saison gekommen ist. »Da hat die Stabilität gefehlt, doch jetzt ist er auf einen guten Weg«, erläutert Reiter. »Die Qualifikation ist mir diesmal unheimlich schwer gefallen. Die Leistungsdichte bei den Junioren ist sehr hoch«, ergänzt der 20-Jährige. Er glaubt, dass die deutsche Mannschaft sehr stark ist und rechnet deshalb in der Staffel auf jeden Fall mit einer Medaille. Sein persönliches Ziel ist eine Einzelmedaille: »Vielleicht kann ich sogar ganz vorne mitlaufen«, hofft der Marzoller, der in den nächsten Jahren über den IBU-Cup bis in den Weltcup kommen will.

Die beiden weiteren Medaillenanwärter vom Stützpunkt Ruhpolding sind Roman Rees vom SV Schauinsland sowie Philipp Nawrath vom SK Nesselwang. Die beiden 20-Jährigen trainieren seit gut einem Jahr im Chiemgau. SHu.