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Unbeirrt zum Titelgewinn

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Gut gelaunt: DM-Titelgewinner Günter Traub (Mitte) mit dem zweitplatzierten Gerd Dzony (links) und Reiner Liebert (3.).

Die Verletzungsprobleme bleiben – doch Eisschnellläufer Günter Traub lässt sich davon nicht beirren. Der 77-Jährige holte sich zuletzt in Erfurt bei den Deutschen Meisterschaften den Titel in seiner Altersklasse – wobei die Titelkämpfe schon für das Jahr 2017 gelten. Sein nächstes Ziel sind die Sprint-Weltmeisterschaften der Senioren, die am 21./22. Januar 2017 in der Inzeller Max-Aicher-Arena ausgetragen werden.


Auch wenn Traub in St. Moritz wohnt: Für das Ehrenmitglied des DEC Inzell sind die Titelkämpfe in der Max-Aicher-Arena ein echtes Heimspiel. Zu hoch sollten aber die Erwartungen nicht sein, mahnt er. Schließlich plagen ihn immer noch die Nachwirkungen einer Verletzung von Ende Januar 2016: Da hatte sich Traub einen Teilabriss seines Adduktoren-Muskels zugezogen – und das ausgerechnet bei einem Wettkampf in Inzell.

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Die Probleme mit den Nachwirkungen der Verletzung sind immer noch da. Zwar konnte Traub »dank der damals umsichtigen Unfall-Behandlung durch Prof. Dr. Ruppert Ketterl (Leiter der Unfallchirurgie im Klinikum Traunstein)« trotz dieses Handicaps die DM in der Gunda-Niemann-Stirnemann-Eishalle gewinnen. Aber: »Ich kann nicht mehr so explosiv starten. Dadurch verliere ich auf den ersten 100 Metern schon eine Sekunde«, erläutert er.

Das konnte er bei den Deutschen Meisterschaften insofern gut wettmachen, als hier neben den Kurzstrecken 500 und 1000 Meter auch die Rennen über 1500 und 3000 Meter anstanden, wo er seine Stärken besser einsetzen konnte. Er gewann auf allen vier Distanzen in seiner Altersklasse, wobei er auf der 3000-m-Strecke seine Konkurrenten sogar überrundete.

Auf den kürzeren Strecken waren Traubs Zeiten nicht ganz so schnell wie im Vorjahr. Doch über 3000 m erreichte er die gleiche Zeit wie im Vorjahr, als er noch unverletzt angetreten war.

Er sieht dies auch als Verdienst seiner niederländischen Trainerin Monique Vergeer: »Sie hat mit mir meine Eisschnelllauf-Lauftechnik deutlich verbessert. Ich bin immer wieder in Inzell zum Training, wo Monique Vergeer in Trainingslagern einen großen Teil der internationalen Masterläufer unter ihre Fittiche nimmt«, zeigt sich Traub begeistert.

Bei der Deutschen Meisterschaft auf der »relativ langsamen Bahn in Erfurt« distanzierte Traub mit seinen Zeiten von 52,71 Sekunden (500 m), 2:36,16 Minuten (1500 m), 1:45,24 Minuten (1000 m) und 5:25,98 Minuten (3000 m) in der Gesamtwertung mit daraus resultierenden 211,713 Punkten deutlich. Vizemeister wurde Gerd Dzony mit 238,109 Punkten vor Reiner Liebert (279,258).

Traubs Saisonbestzeiten stammen alle aus seiner Wahlheimat Inzell: Anfang November hatte er bei einem internationalen Masters-Wettkampf in der Max-Aicher-Arena über 1500 m (2:32,06), 1000 m (1:39,32) und 3000 m (5:15,39) seine bis jetzt noch gültigen Bestmarken aufgestellt. Seine 500-m-Zeit (51,13) konnte Traub dann im Rahmen des Frillensee-Cups Ende November auf 50,96 Sekunden drücken.

Traub, der derzeit noch in Inzell zum Training weilt, reist in der kommenden Woche zurück nach St. Moritz. Dort muss er ohne Eisbahn auskommen, daher stehen ein »Imitationstraining« (unter anderem mit »Gleitbrett« und Gummi-Zugseilen) nach Plänen von Monique Vergeer sowie »ein bisschen Skating-Langlauf« auf seinem Trainingsprogramm.

Wenige Tage vor der WM ist er dann wieder in Inzell zur Vorbereitung auf die Titelkämpfe. Auch wenn er sich dort wegen seines »Start-Nachteils« keine zu großen Hoffnungen machen will: »Ich will auf jeden Fall für den DEC Inzell eine gute Leistung bringen«, hat er sich vorgenommen. who