weather-image
25°

TVT-Ringerin Teresa Feldner Achte

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Erstmals bei den Frauen am Start: Ein achter Platz stand für Teresa Feldner bei den Deutschen Meisterschaften zu Buche. Rechts daneben ihr Trainer Petar Stefanov, der in Unterföhring als Mattenleiter beschäftigt war. (Foto: Wittenzellner)

Die Deutschen Meisterschaften im freien Stil fanden in Unterföhring für die Altersklassen der Frauen und Männer statt. Teresa Feldner vom TV Traunstein kochte für die Meisterschaft auf 59 kg ab und wurde Achte.


Feldner, die in ihrem ersten Jahr bei den Frauen nicht zu den Favoriten zählte, konnte sich gleich in ihrem ersten Kampf mit einem Schultersieg gut in Szene setzen: In der Qualifikation schulterte sie Anja Telkemeier (AV Alzenau) nach einer 5:0- und 3:0-Führung. Dann musste sie im Viertelfinale gegen die spätere Drittplatzierte Jessica Bechte (RSC Laudenbach) eine vermeidbare 0:2- und 0:4-Niederlage hinnehmen. Trotz des nicht optimal ausgeschöpften Leistungspotenzial konnte die Traunsteinerin als eine der Jüngsten im Feld mit ihrem ersten Jahr in der Frauenklasse zufrieden sein.

Anzeige

Eine Silbermedaille holte sich Katharina Baumgartner vom SC Anger. Fünf Frauen gingen in der Gewichtsklasse bis 48 kg an den Start, Baumgartner wurde mit einem Siegverhältnis von 3:1 Zweite. Gleich bei ihrem ersten Auftritt erwartete die Studentin eine schwer lösbare Aufgabe: stand sie dochgegen die WM-Dritte Jaqueline Schellin (TV Mühlacker) auf der Matte. Knapp ging es beim 1:1 und 2:1 aus Sicht der Nordbadenerin her, wobei Baumgartner in der ersten Runde zehn Sekunden vor Schluss noch einen Punkt zuließ, der ihr die schon sicher geglaubte Runde nahm. Im Anschluss ging auch der zweite Durchgang knapp verloren. Die folgenden drei Begegnungen konnte Baumgartner dann aber für sich entscheiden, auch wenn manche Ergebnisse sehr eng ausfielen: Drei Runden brauchte sie für Laura Schmitt (KSV Kirrlach, 0:1, 3:0, 4:0), je zwei Runden gegen Katrin Henke (SAV Torgelow, 1:0, 2:0) und Jane Schmieder (AC 1897 Werdau, 1:0, 1:0) ehe die Silbermedaille zu Buche stand.

Aus der Region war sonst nur noch Bezirks-Kampfrichterobmann Petar Stefanov aus Traunstein als Kampfrichter mit in Unterföhring auf der Matte. Dieser setzte das zum Teil verschärfte beziehungsweise geänderte Regelwerk um und sprach sofort Verwarnungen an die Ringer aus, wenn ein Kämpfer nicht offensiv genug agierte. Einzelne »Betroffene« und deren Betreuer zeigten sich verärgert, dem Ringsport und der Spannung tat die neue Linie der Kampfrichter gut.

Bei den Männern gelang Alexander Semisorow (RV Rümmingen 03) beim Zwei-Runden-Sieg gegen Olympia-Teilnehmer Tim Schleicher (SV Johannis Nürnberg) eine faustdicke Überraschung. Und auch der Europameisterschafts-Dritte Saba Bolaghi (RWG Mömbris-Königshofen) musste sich überraschend Samet Dülger (ASV Nendingen) geschlagen geben. Semisorow wurde bei den Männern als bester Kämpfer ausgezeichnet, bei den Frauen war dies die sehr souverän agierende Aline Focken (KSV Krefeld, 67 kg). Insgesamt waren 52 Frauen und 82 Männer am Start.

Bereits vor Beginn der Wettkämpfe war der Slogan »Ringen um Olympia« umfassend präsent in Unterföhring. In seiner Begrüßung ging der Deutsche Ringer-Präsident Manfred Werner auf die aktuelle Entwicklung ein: »Wir werden weiterhin alles tun, um das drohende Aus abzuwenden.«

In einer Pressekonferenz vor den Finalkämpfen machte Werner nochmals deutlich, dass man um den Verbleib des Ringsports bei Olympia kämpfen werde. 35 000 Unterschriften seien zwischenzeitlich als Solidaritätsbekundung beim DRB eingegangen. Auch von anderen Sportarten wie beispielsweise Judo oder Diskuswerfen erfahre man viel Solidarität und auch die politischen Aussagen auf allen Ebenen zeigten eine klare Unterstützung für den Verbleib des Ringsports in den olympischen Wettbewerben. Dieser sei für die Nachwuchsarbeit von elementarer Bedeutung: »Ohne Olympia droht die ganze Motivationskette zusammenzubrechen.« Gleichzeitig übte der Präsident auch Selbstkritik am Weltverband FILA, der vor der Entscheidung des IOC den Ringsport nicht optimal präsentiert habe. »Das IOC entschied nach Aktenlage.« Man sei jetzt aber auf einem guten Weg.

In Wals gingen die Österreichischen Staatsmeisterschaften in der allgemeinen Klasse (Männer) über die Bühne. Dominierend zeigte sich dabei Gastgeber AC Wals, der von den sieben Titeln vier für sich verbuchte und auch klar die Mannschaftswertung gewann. Helmut Mühlbacher (55 kg); Benedikt Puffer (66 kg), Florian Marchl (74 kg) und Olympiateilnehmer Amer Hrustanovic (84 kg) hießen die Walser Meister. Auch hier traten sämtliche Meisterschaftsteilnehmer mit T-Shirts mit der Aufschrift »Rette das Ringen« auf. Der österreichische Verband hat sich den massiven deutschen Aktivitäten rund um die Rückgewinnung des Olympiastatus auch über das Jahr 2016 hinaus angeschlossen. awi