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TVT-Ringer verzichten auf die Mannschaftskämpfe

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Auf solche Duelle auf der Ringermatte – auf unserem Bild ist Traunsteins Mittelgewichtler Alexej Patalaschko (rotes Trikot) in Aktion – müssen die Traunsteiner Zuschauer in diesem Jahr verzichten. Coronabedingt sagte der TV Traunstein nämlich die diesjährigen Mannschaftskämpfe ab. (Foto: Wittenzellner)

Schwere Monate haben die Traunsteiner Ringer hinter sich: Traf die coronabedingte Trainings- und Wettkampfsperre ab März den TVT mitten in den Einzelmeisterschaften. Besonders bitter: Die drei Bayerischen Meister Justin Flemmer, Valentino Prelic und Maximilian Minchev waren auf dem Sprung zu den Deutschen Meisterschaften im Jugendbereich, die dann ersatzlos gestrichen wurden.


Und auch das Mattentraining war ab dem Zeitpunkt der Anordnungen der Regierung tabu und der Ringerraum geschlossen. Zwar hielten sich die Ringer nach den ersten Lockerungen individuell fit, das Mattentraining im Ringerraum der AKG-Turnhalle war aber nun über rund dreieinhalb Monate nicht möglich.

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Ein wenig mehr Normalität

»Das ist keine einfache Zeit für unseren Sport im Ganzen und natürlich für uns als Verein«, betont TVT-Abteilungsleiter Hartmut Hille. Er freut sich aber, dass die Bayerische Staatsregierung nach einem Kabinettsbeschluss nun in dieser Woche Training mit Körperkontakt unter Auflagen und strengen Hygienevorschriften zugelassen hat. »Für uns Ringer ist das eine unbedingte Voraussetzung. Ringen ohne Körperkontakt ist natürlich undenkbar. Umso erfreulicher ist es, dass auch in unserem Sport nun ein Stück weit Normalität einkehrt.«

Dennoch hat man sich beim TVT entschlossen, in diesem Jahr die Beteiligung an allen Mannschaftskämpfen und eventuellen Einzelwettbewerben auszusetzen. »Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Dennoch sind wir überzeugt, dass es die richtige Entscheidung ist. Die Gesundheit unserer Sportler, Helfer und natürlich auch unserer Zuschauer geht vor«, hebt der Abteilungschef hervor. Die Entscheidung ist dabei nach einem einstimmigen Votum aller Verantwortlichen bei den TVT-Ringern gefallen. Und auch aus dem Lager der Ringer und der Eltern der Nachwuchsringer kam ein klares Befürworten des Wettkampfverzichts in diesem Jahr.

Eine Rolle bei der Entscheidung hat auch die deutlich verkürzte Vorbereitungszeit gespielt, wenngleich der sonst übliche Start im September ohnehin nicht mehr zur Debatte steht. »Neben den Risiken durch das Coronavirus ist natürlich die Verletzungsgefahr bei einer deutlich verkürzten und mit immer noch bestehenden Einschränkungen verbundenen Vorbereitungszeit mit ein Ausschlag für die getroffene Entscheidung gewesen«, steht auch Chefcoach Petar Stefanov voll hinter dem Beschluss.

So wird es in diesem Jahr keine Beteiligung des TVT an der sehr attraktiven Landesliga Süd geben. Auch die Nachwuchsringer der Traunsteiner werden nicht in der Grenzlandliga starten. »Bitter für uns und bitter für unsere Zuschauer«, sagt der Fördervereinsvorsitzende Christian Einsiedler und ergänzt: »Natürlich wollen wir auch unseren Sponsoren die Möglichkeit der Präsentation bieten, aber auch für mich gilt: Die Gesundheit geht vor.« Einsiedler weist noch daraufhin: »Jede auftretende, ansteckende Krankheit wie beispielsweise der Ringerpilz bei den Sportlern wird sofort mit einer Wettkampfsperre versehen. Umso mehr gilt für uns: Wir wollen keinerlei Risiken in Sachen des Coronavirus eingehen, die Saison ist für uns nicht durchführbar!«

Für die Zuschauer wären die Wettkämpfe ohnehin mit Einschränkungen – wie beispielsweise Sicherheitsabstände – verbunden gewesen, was gerade bei zuschauerträchtigen Derbys wohl dazu geführt hätte, dass die Fans teilweise mit übergroßen Abständen von dem Mattengeschehen entfernt zusehen hätten müssen. »Unser Sport lebt aber auch von den Emotionen rund um die Matte«, sagt Abteilungsleiter Hartmut Hille. Auch ein abgespecktes überregionales Turnier zur Ermittlung der diesjährigen Meister ist für den TVT keine Option: »Ohne die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern und der Unterstützung unserer Sponsoren ist die Saison finanziell nicht durchführbar.«

Dem Entschluss vorangegangen waren intensive Gespräche mit den Verantwortlichen des Bayerischen Ringer-Verbandes, die dem TVT und anderen Vereinen zusicherten, auch im kommenden Jahr in der bisher erkämpften Liga weiter starten zu können. Derzeit wird nun eruiert, ob, wann und in welcher Form der Ligabetrieb durchgeführt werden kann – in diesem Jahr aber eben ohne Traunsteiner Beteiligung.

Abteilung setzt weiter auf ihre Eigengewächse

Der TVT hatte sich ja als souveräner Landesliga-Meister entschlossen, auch in dieser Saison in der Klasse zu verbleiben, um damit auch weiterhin jungen Eigengewächsen die Chance zu geben, in den rauen Ligabetrieb bei den Männern hineinzuwachsen. »Diese Strategie bleibt weiter unsere Devise« hält Hille an dem eingeschlagenen Weg fest.

Er wünscht sich, dass 2021 wieder coronafreie Wettkämpfe möglich sein werden. »Wir hoffen natürlich, dass sowohl alle Ringer aber auch unsere Förderer und Zuschauer unserem Sport und unserem Verein bis dahin weiter die Treue halten werden. Denn auch in diesen Zeiten bleibt das Ringen für uns die schönste Nebensache der Welt.« awi

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