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Über 1200 Mitglieder in Traunsteins größtem Sportverein – Viele Ehrungen bei Mitgliederversammlung des Vereins – Haushalt 2016 mit Gewinn

TVT blickt optimistisch in die Zukunft

Er hat eine lange Tradition der Turnverein Traunstein 1864. Und so fand bereits die 152. Jahreshauptversammlung statt. Rechtzeitig war auch die Franz-Eyrich-Halle wieder zur Benutzung freigegeben – ist diese doch in den Wintermonaten vom neuen Eigentümer aus Gründen der Sicherheit jeweils bis zum 1. April geschlossen.

Der Zweite TVT-Vorstand Helmut Ottillinger (links) und der Vorsitzende Rudolf Belser (rechts) ehrten Elisabeth Wiesnet (von links), Hilde Dierl, Hartmut Hille, Ursula Kösterke und Manfred Kösterke. (Foto: Wittenzellner)

13 Abteilungen hat der Traunsteiner Großverein, ergänzt um die Abteilung der Ehren- und Fördermitglieder. 1266 Mitglieder haben ihre sportliche Heimat beim Turnverein, dessen größte Abteilungen Turnen (239), Basketball (202) und die Rhythmische Sportgymnastik RSG (142) sind. Den stärksten Zuwachs im Berichtsjahr hatten RSG (36), Leichtathletik (14) und Ringen (13) wie Geschäftsführer Christian Ausfelder erläuterte. Dominierend war die Thematik »neue AKG-Halle«, an der sich der TVT beteiligt hat (siehe eigener Bericht unten).

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»Es war ein Jahr voller Erfolge«

Rudolf Belser, Vorstand des TVT, blickte nach der Totenehrung zurück in das vergangene Sportjahr: »Es war ein Jahr voller Erfolg.« Die Vermietungssituation der Hallen durch verschiedene Traunsteiner Schulen hatte sich dagegen weiter vermindert. Sorgen macht ihm auch weiterhin der geringe Kontakt der Abteilungen. Aufgrund der geringen Schneelast musste das Dach der Franz-Eyrich-Halle in diesem Winter nicht geräumt werden. Die Nutzung der Ausweichhallen aufgrund der Wintersperre der Halle sei reibungslos verlaufen.

Ein klares Bekenntnis gab er erneut zum Leistungssport im TVT. Wer sich für eine überregionale Meisterschaft qualifiziere, dürfe auch daran teilnehmen. »Lieber sparen wir an anderen Dingen«, sagte Belser.

Stadtrat Dr. Christian Hümmer sprach in Vertretung des Traunsteiner Oberbürgermeisters. Er dankte für das Engagement, das der Verein in der Stadt leiste. »Es ist ein wichtiger Dienst für die Gesellschaft und unsere Kinder und Jugendlichen«, lobte er die Nachwuchs- und Jugendarbeit im Verein. »Der TVT als Keimzelle des Traunsteiner Sports hat es verdient, dass er eine neue Heimstätte bekommt.« Er wünsche sich, dass die Arbeit beim TVT so erfolgreich wie bisher weiter gehe.

Der Sportreferent der Stadt Traunstein, Uwe Steinmetz, blickte sorgenvoll auf die langfristige Überlebensfähigkeit der Traunsteiner Sportvereine. »Wir müssen aufpassen, dass die Vereine in Traunstein weiter bestehen können. Die Zukunft ist nicht ganz so rosig«, betonte er in seinem Grußwort. Er wolle den Verein auch künftig nach besten Möglichkeiten unterstützen.

Es sei ein Jahr des Umbruchs gewesen, das vom Verkauf des Areals mit den beiden vereinseigenen Turnhallen an die Stadt Traunstein Anfang April geprägt sei. Daneben seien die Vorbereitungen auf die Beteiligung am neuen Hallenbau von Landkreis und Stadt Traunstein am Annette-Kolb-Gymnasium dominierend gewesen, sagte Schatzmeister Dr. Georg Thurmayr. Steuerlich habe die Abzinsung des Nutzungsrechts inklusive der Rückzahlung eines BLSV-Zuschusses zu einem Verlust in Höhe von 341 000 Euro geführt. »Aber wir sind kerngesund«, wiegelte er aufkommende Sorgen angesichts der Verlustsituation ab.

Derzeit nutze man die beiden Hallen vertraglich gesichert bis zum endgültigen Abbruch weiter, in der neuen AKG-Halle habe man vertraglich ein 30-jähriges Nutzungsrecht gesichert. Die Zahlen des vergangenen Jahres zeigen bis auf den steuerlichen Verlustbringer in der Vermögensverwaltung weitgehende Kontinuität zu den vergangenen Jahren: Gerundete 176 000 Euro im ideellen Bereich, minus 340 000 Euro in der Vermögensverwaltung, minus 162 000 Euro im Zweckbereich Sport, 10 000 Euro im Geschäftsbereich Sport, was einen bewertungstechnischen Jahresfehlbetrag von 316 000 Euro ergibt. Die Rechnungsprüfer Alexander Linz und Josef Grieser bescheinigten eine einwandfreie Führung.

Für den Haushalt 2016 erwarte man nach vielen Jahren erstmals einen Gewinn in Höhe von 11 000 Euro, da insbesonders durch die Immobilienveräußerung keine abschreibungsbedingten Verluste mehr zu verbuchen sind. »Wir können optimistisch in die Zukunft schauen«, betonte der Schatzmeister. Für die vertretenen Abteilungsmitglieder war dabei besonders wichtig, wie sich die Abteilungsetats zusammensetzen. Insgesamt stellt der TVT an Etats und Übungsleiterhonoraren (maximal 300 Stunden á 6 Euro) ein Gesamtvolumen von 68 000 Euro für die zehn beantragenden Abteilungen zur Verfügung.

Zeitlich aufgrund der Vielzahl der Abteilungen sehr umfangreich waren die Kurzberichte der Abteilungen über das vergangene Jahr. Viele Abteilungen und so mancher Sportler beziehungsweise Mannschaften setzen sich in Einzelwettbewerben bis hin zu Deutschen Meisterschaften oder auch in Ligabetrieben auf regionaler und überregionaler Ebene durch. Der neue Jugendvertreter Benedikt Sojer stellte sich den Mitgliedern vor.

Rudolf Belser konnte auch wieder eine Reihe von Mitgliedern ehren. Für 25 Jahre wurden Hartmut Hille und Petar Stefanov geehrt (beide Abteilung Ringen). Manfred Kösterke von den Basketballern brachte es auf 40 Jahre, Fördermitglied Ursula Kösterke wurde für 43 Jahre geehrt. Seit 50 Jahre halten Hilde Dierl (Altmitglied), Badminton-Spieler Kurt Riedl und Elisabeth Wiesnet (Freizeitsport) dem Turnverein die Treue. awi