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TuS ist Oberbayerischer Mannschaftsmeister

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Andreas Bichlmaier (blauer Anzug) war eine wichtige Stütze für die Traunreuter Judomannschaft. Jetzt wurde der TuS verdient Oberbayerischer Mannschaftsmeister. Einen Aufstieg in die Landesliga zieht man jedoch vorerst noch nicht in Betracht. (Foto: Wittenzellner)

Die Ligasaison in der Judo- Bezirksliga ist zu Ende. Der TuS Traunreut bewies noch einmal seine Mannschaftsstärke und siegte im Finale gegen die beiden Erstplatzierten der Nord-Liga und wurde Oberbayerischer Meister. Mit einem überlegenen 8:2-Sieg gegen den Nord-Zweiten SG Moosburg gestartet, setzte sich die Mannschaft beim 5:5-Remis gegen den Gastgeber ESV Ingolstadt hauchdünn aufgrund der besseren Unterbewertung durch und wurde letztlich verdient Meister. Der Vierte im Bunde, die Reserve des TSV Teisendorf, hatte im Vorfeld bekannt gegeben, an dem Final-Wettkampf nicht teilzunehmen.


Musste man am letzten Kampftag des Ligabetriebs ersatzgeschwächt noch eine überraschende Niederlage gegen Grafing einstecken, präsentierte sich die Mannschaft des TuS diesmal in Bestbesetzung und ging entsprechend konzentriert zu Werke. Im ersten Mattenduell stand es bereits 6:0 für den TuS, ehe Moosburg zum ersten Punkt kam.

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Max Speckbacher (66 kg) mit einem Tomoe-Nage (Opferwurf), Tom Geisreiter (66 kg) mit einem Tani-otoshi (Körperwurf), sowie Xaver Schwarz (73 kg) und Hannes Schleibinger (73 kg) legten jeweils mit Ippon vor. Matthias Sipple (81 kg) und der 47-jährige Tom Kühnel mit einem Schulterwurf (Seoi-nage) machten ebenfalls deutlich, dass die TuS-Kämpfer an diesem Tag einen ungebändigten Siegeswillen hatten.

Beim Stand von 6:0 und dem vorzeitigen Erfolg (gekämpft wurde nur ein Durchgang) war es verschmerzbar, dass der junge Traunreuter Dominik Röder (90 kg) sein Mattenduell verlor. Michi Ehrenlechner (90 kg) stellte trotz Gewichtsnachteils mit einem ebenso überraschenden wie erfolgreichen Fußfeger den alten Punkteabstand wieder her. Schwergewichtler Andreas Bichlmaier zeigte, dass er den Innenschenkelwurf optimal beherrscht – ein Sieg mit Ippon war der Lohn. Diese blieb dem Schlusskämpfer des TuS versagt: Der zwei Klassen aufgerückte Tom Mitterer musste sich im Schwergewicht dem rund 50 Kilogramm schwereren Moosburger Simon Schwertl mit einem Haltegriff geschlagen geben. Das 8:2 war aber eine kleine Machtdemonstration des Meisters der Süd-Liga und auch in der Höhe nicht unverdient.

Das gleiche Ergebnis schaffte der ESV Ingolstadt gegen Moosburg – Traunreut war sich der Schwere der Aufgabe bewusst, die nun im »Endkampf« zu meistern war. Entsprechend lange tüftelten die Mannschaftsführer an der optimalen Aufstellung. Dabei lief es für den TuS zu Beginn nicht optimal: Tom Geisreiter verlor seinen Kampf – allerdings nur mit einem Wazaari-Vorsprung für Ingolstadt, der sich in der Unterbewertung bemerkbar machte und später noch »Gold« wert sein sollte. Speckbacher holte kampflos den erwarteten Sieg, bevor Georg Klumpner (73 kg) und Hias Geisreiter (73 kg) die Siege ihren Gegnern überlassen mussten.

Der aufgerückte Schwarz (81 kg) brachte Traunreut zurück auf die Erfolgsspur: Ein Opferwurf mit anschließendem Festhalter sorgte für den nötigen Punkt und auch Schleibinger (81 kg) holte den nötigen Ippon mit einem Harai-goshi (Hüftwurf). Sipple (nun bis 90 kg) siegte mit der gleichen Technik – Traunreut lag erstmals mit 4:3 in Front. Kühnel (bis 90 kg) konnte den Sack zwar noch nicht zumachen und verlor.

Doch der Schwergewichtler Bichlmaier sorgte dann für die entscheidende Wertung, als er sich mit einem Innenschenkelwurf eindrehte und Ippon gewann. Da war auch die Niederlage des aufgerückten Ehrenlechner (plus 90 kg) nicht mehr entscheidend – die günstigere Unterbewertung brachte beim 5:5 den Gesamtsieg und damit die Meisterschaft für den TuS Traunreut.

Das Recht zum Aufstieg in die Landesliga wird von den Traunreutern trotz des Finalerfolgs aber nicht genutzt. Grund: Die Münchner Leistungsträger Schleibinger, Sipple und Bichlmaier wären dort nicht mehr startberechtigt. Die Judoka aus der Landeshauptstadt kämpfen mit Kodokan München in der Bayernliga, sodass ein Start in der Landesliga für Traunreut nicht mehr möglich wäre.

»Ohne die drei wäre ein Landesliga-Erhalt aber nicht realisierbar«, betont Traunreuts Abteilungsleiter Volker Weberpals, der aber gleichzeitig deutlich macht, dass weiter am Aufstieg gearbeitet wird: »Unser Ziel ist es, eigene junge Kämpfer in der Mannschaft zu integrieren.« Wenn das gelingt, wolle man auch das Thema Aufstieg angehen ... awi