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TuS hat mit steigenden Kosten für seine Sportstätten zu kämpfen

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Claudia Schmid bleibt weitere vier Jahre Vorsitzende des größten Sportvereins im Stadtgebiet. Der TuS Traunreut hat mit steigenden Kosten für den Unterhalt seiner Sportstätten zu kämpfen und daher für 2014 eine Anhebung des Mitgliederbeitrages beschlossen. Für die anfallenden Erschließungsbeiträge aufgrund des Ausbaus des Traunrings Ost gibt der Stadtrat dem Sportverein einen Sonderzuschuss in der kompletten Höhe des Beitragsbescheides.


Um die Finanzen beim TuS Traunreut ist es derzeit nicht gut bestellt. Im vergangenen Jahr konnten nur unbedingt notwendige Reparaturen vorgenommen werden, wie Siegi Straßhofer in der Jahreshauptversammlung erläuterte. Sanierungen, wie sie beispielsweise an der 30 Jahre alten TuS-Halle erforderlich wären, mussten verschoben werden. Laut Straßhofer muss heuer der Rasen auf dem Trainingsplatz neben dem Kunstrasenplatz erneuert werden und wird ab etwa Mitte des Jahres nicht bespielbar sein. Da durch den Ausbau des Traunrings Parkplätze für den TuS wegfielen, laufen zudem Planungen, um im Anschluss an den Kiesparkplatz bei der Sportplatzgaststätte weitere Stellplätze zu errichten.

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Straßhofer ging auf die finanzielle Situation ein und zeigte die ständig anfallenden Kosten zum Erhalt und Betrieb der Sportstätten des Vereins auf. Allein für die TuS-Halle fielen im Vorjahr jeden Monat 1564 Euro an Stromkosten an; obwohl der Stromverbrauch gleich geblieben ist. Dafür sind die Stromgebühren im Vergleich zu 2011 um sage und schreibe 82 Prozent gestiegen. Neben den Stromkosten fielen für TuS- und Kadlec-Halle monatlich noch 2512 Euro für die Fernwärme an. Zusammen mit den Wasserkosten mussten im Jahr 2012 allein für die Betriebskosten der Halle 52 530 Euro aufgewendet werden.

Wie Christine Wurm in ihrem Kassenbericht erläuterte, schloss die Kasse 2012 mit einem satten Minus von 27 131 Euro. Einnahmen in Höhe von 501 144 Euro standen Ausgaben von 528 275 Euro gegenüber. Ohne Zuschüsse und Spenden wäre es dem Verein nach ihren Worten nicht möglich, seine Aufgaben zu erfüllen und seine Sportstätten zu erhalten. Für den Ausbau des Traunrings Ost erhielt der TuS als Grundstücksbesitzer, wie alle anderen Anlieger, einen Beitragsbescheid über den Erschließungsbeitrag, stellte jedoch einen Zuschussantrag bei der Stadt zu dessen Begleichung.

In nicht öffentlicher Sitzung entschied der Stadtrat, einen Sonderzuschuss in voller Höhe des Bescheides an den TuS zu entrichten. »Der Stadtrat hat erkannt, dass es sich hier um eine besondere Situation handelt. Kein anderer Traunreuter Verein wird wohl jemals wieder in so eine Lage kommen«, erklärte Bürgermeister Franz Parzinger die Entscheidung und betonte, dass der TuS genauso wie alle anderen Anlieger einen Bescheid erhalten habe. Hier bestehe jedoch eine Ausnahmesituation. »Uns ist damit eine schwere Last von den Schultern genommen«, bedankte sich Claudia Schmid beim Stadtoberhaupt. »Wir haben keine Rücklagen und hätten nicht gewusst, wie wir das bezahlen sollen.«

Der TuS-Vorstand stellte im Rahmen der Jahreshauptversammlung den Antrag, aufgrund der angespannten Finanzsituation ab Januar 2014 die Mitgliedsbeiträge zu erhöhen. Der Beitrag für ein Mitglied A (Erwachsene) wird von sieben auf zehn Euro im Monat erhöht. Mitglieder B (Kinder und Jugendliche bis 18, Rentner und Ehegatten von A-Mitgliedern) zahlen künftig statt 3,50 fünf Euro. Der Familienbeitrag wird von 14 auf 17 Euro monatlich erhöht. Der Antrag wurde mit drei Gegenstimmen angenommen.

Zum Jahresende 2012 verzeichnete der TuS 2433 Mitglieder, davon allein 888 Kinder und Jugendliche. Der Verein hat 15 Abteilungen, wovon Turnen die größte Abteilung ist, gefolgt von Fußball und Handball. Siegfried Straßhofer gab in seiner weiteren Funktion als Jugendreferent bekannt, dass ein gebrauchter Bus für die Vereinsjugend angeschafft und vollständig durch Sponsorengelder finanziert wurde. 50 Kinder und Jugendliche aus dem TuS würden in wenigen Wochen für herausragende sportliche Leistungen geehrt.

Claudia Schmid ging in ihrem Vorstandsbericht auf das Ehrenamt ein, von dem die Gesellschaft lebe, und hob besonders die Betreuung von Kindern und Jugendlichen in den Vereinen hervor: »Hier ist das Geld des Vereins gut angelegt, weil die Kinder und Jugendlichen gut aufgehoben und weg von der Straße sind.« Für sie bedeute das Ehrenamt und das Amt der Vorsitzenden nicht Last, sondern persönliche Bereicherung. »Es ist immer wieder eine große Freude für mich, die Kinder zu sehen, die mit Begeisterung beim Sport dabei sind. Da weiß man wieder, wofür man sich engagiert«, erklärte die Vorsitzende.

Sie stellte sich wie der gesamte geschäftsführende Vorstand zur Wiederwahl. Neben Claudia Schmid gibt es die beiden Stellvertreter Christine Wurm mit dem Aufgabenbereich Finanzen sowie Siegfried Straßhofer mit dem Aufgabenbereich Bau und Anlagen. Als Sportreferentin wieder gewählt wurde Brigitte Strohmayer, Pressereferent ist Leo Stork und Beisitzer mit besonderen Aufgaben Günter Nitsch.

Jürgen Seybold erhielt die Ehrennadel des TuS für über 20-jährige Tätigkeit als Kassenprüfer, die er heuer letztmals wahrnahm. Für die Übungsleiterabrechnungen im Verein ist weiterhin Lisa Nitsch zuständig. Die Mitgliederverwaltung liegt in den Händen von Silke Müller, für die Versicherungen ist Stefan Andres zuständig, für die Hallenbelegung Adi Fritsch und für die Tennishalle Willi Schneider.

Für 2013 gab Claudia Schmid folgende Termine bekannt: die Jugendehrung des TuS findet am 24. April statt, die Ehrung der Sportler durch die Stadt am 19. April. Der 10. Traunreuter Stadtlauf ist am 5. Juli, der Nordic-Walking-Cup, der seit vergangenem Herbst wieder fester Bestandteil im Jahresplan ist, findet am 28. September statt. Außerdem feiern die Tennisabteilung 60. Jubiläum am 3. August und die Seniorenabteilung 20-Jähriges am 8. November.

Der stellvertretende BLSV-Kreisvorsitzende Philipp Weißenbacher ging in seinem Grußwort ebenfalls auf das Ehrenamt ein und stellte fest, dass in der heutigen Zeit die Vereine teils erzieherische Aufgaben der Eltern übernehmen müssten. Das Ehrenamt erhalte jedoch leider noch immer nicht die Würdigung, die es verdiene: »Ohne Ehrenamt würde es um die Gesellschaft schlecht bestellt sein, das muss auch die Politik einsehen.« mix